Verfasst von: dietauschlade | 24 Oktober 2014

kreislauf. rot.

roteBeete

Weißt du nicht, dass alles im Leben seine Zeit hat? Dass die Blume nicht nur blüht, sondern zuvor Triebe und Knospen ansetzt und, wenn ihre Bestimmung erfüllt ist, verwelkt und ihren Samen ausstreut? Weißt du nicht, dass die Natur, wie jeder Komponist, ihre Lebenssinne zyklisch und kontrapunktisch anlegt, neben dem Presto das Andante, neben der Tätigkeit die Ruhe und Sammlung, die dazu befähigt, neue Kraft zu schöpfen? (Lassen Beiner: Winterliche Einkehr eines bepelzten Herrn)

auch in einem kleinen balkongarten kann man die pflanzen nicht zum schnelleren wachstum bewegen. jeder schritt im kreislauf braucht seine zeit. vom aussähen, zum ersten grün, zum ersten rot, über fleischige blätter, bis hin zur ernte sowie zum – ja auch das – umgraben und ruhenlassen des beetes. wunderbar ist in dieser hinsicht die rote bete, die einem schon hier und da ermöglicht, ein paar ihrer blätter als beigabe zur lieblingsquiche zu pflücken. bis dann auch die knollen (oder eher knöllchen) mitsamt der roten stiele und den violett gefärbten blättern auf dem teig landen und in schönster runde mit dem liebsten, der mamuschka und dem schrat verspeist werden.

Verfasst von: dietauschlade | 21 Oktober 2014

ernteüberraschung

überraschungsErnteNichts geht verloren, sagt er, alles, was du je gesehen hast, ist immer bei dir.
(John Berger: Mann und Frau unter einem Pflaumenbaum stehend)

so werde ich wohl nicht vergessen, wie ich auf den balkon trat und ganz unerwartet zwei blüten an der kapuzinerkresse entdeckte, die sich dem himmel entgegenstreckten. oder die beiden radieschen, die sich selbst ausgesäht hatten und plötzlich erntebereit waren. oder die einzelne tomate, die wochenlang an ihrem ast im blumenkasten hing und dann endlich rot wurde. und all die anderen ernteschätze (gurke, feldsalat, schnittlauch, rucola, minigurken und pflücksalat) für den salat, den wir gemeinsam mit mamuschka und dem schrat an einem abend im herbst verspeisten.

Verfasst von: dietauschlade | 18 Oktober 2014

freude.

herbstBlätter

Mach anderen Freude. Freude freut.

diesen spruch habe ich als kind oft gehört. in frühen jahren hat mich vor allem die wortspielerei fasziniert (und erfreut). doch mit den jahren habe ich auch den tieferen sinn des satzes erkannt und verstanden. und an diesen satz musste ich denken, als ich gestern ganz unerwartet einen brief von mano aus dem briefkasten fischte, der neben einer selbstgemachten karte diese wunderbaren herbstblätter barg. danke! ♥ und weil freude ansteckend ist, habe ich beschlossen, allen kommentierenden ein paar der wunderkörner zuzusenden. mailt [dietauschlade[ät]gmx.de] mir doch bitte eure adresse, so dass ich die samentütchen kommende woche zur post bringen kann.

Verfasst von: dietauschlade | 16 Oktober 2014

alter.

AlterBaum

Liebster Schrat,

vielleicht ist es bei uns Menschen wie mit den Obstbäumen. Als junge Pflanzen brauchen wir Schutz und Pflege. In der Jugend freuen wir uns über erste Blüten und im Erwachsenenalter über reichhaltige Ernten. Doch langsam (mit höherem Alter) stellt sich heraus, dass es gar nicht nur um das Aussehen und den Ertrag geht. Sondern auch darum, Ruhe und Gelassenheit auszustrahlen. Kleinen und großen Menschen unter den großen, knorrigen und zerfurchten Ästen ein sicheres, gemütliches,  schattiges Plätzchen zum Kaffeetrinken, Erzählen und Spielen zu bieten.

Oder wie Klaus Kordon (Das Sofa-Schaf) sprechen lässt:
“Was soll ich machen?”, sagte der Großvater. “Je älter ich werde, desto schöner werde ich auch.”

In diesem Sinne: die liebsten Grüße und Wünsche zum Geburtstag!
À très bientôt!

Deine Mirjam

Verfasst von: dietauschlade | 14 Oktober 2014

prinzessin im herbst

prinzessinimherbst

Urbanität wächst aus dem Unbestimmten, sie entspringt  einem heiklen Wechselverhältnis aus Intensität und Gelassenheit, einer Spannung aus Vertrautem und Überraschendem, aus einer Mischung gesicherter und unsicherer Räume, freier und vorbestimmter Plätze, aus Bewohnern, die mal reicher, mal ärmer, mal fremd, mal einheimisch sind. (Hanno Rauterberg: Wir sind die Stadt!)

der prinzessinengarten ist für mich solch ein ‹gesicherter platz› in berlin. wann immer ich ihn besuche, bietet er pflanzen, ruhe, erholung (und meist eine kühle rhabarberschorle). so auch in diesem herbst. die kleinen birken formen einen behaglichen raum unter freiem himmel, bienen und wespen summen herum, obst und gemüse warten auf die letzte ernte. und genau hier findet sich die ein oder andere überraschung wie zb die litschitomate. picksig, rot, fast hagebuttenfruchtig. der größere kleinere bruder und ich haben ein paar geerntet, um zu naschen und ein paar samen zu gewinnen. hätte jemand interesse an diesen? ich verlose 3×3 dieser wunderkörner unter all denen, die bis donnerstag via kommentar interesse bekunden.

Verfasst von: dietauschlade | 13 Oktober 2014

nebenbei berlin [12o]

rennStreifen

was wäre, wenn nicht nur die schnellsten und stärksten
von großen sportartikelherstellern der gesellschaft anerkennung und unterstützung bekämen.
sondern auch die langsamen und schwachen, die in ihrem eigenen tempo,
in aller ruhe und gemütlichkeit ihr leben leben.

Verfasst von: dietauschlade | 11 Oktober 2014

gastbeitrag

avocadoPorträt…im doppelten sinne…

der größere kleinere bruder war in der vergangenen woche unser gast.
und diesen herrn zauberte er so ganz nebenbei am frühstückstisch.

Verfasst von: dietauschlade | 7 Oktober 2014

das geheime leben der blätter.

blätterbilder_braun

“Merkwürdig”, sagt Andreas und betrachtet gedankenvoll den spärlich beborsteten Gegendstand. “Brunjes nennt dies Stück Holz eine Nagelbürste. Martin sagt, es sei ein Schiff. Und du sprichst von einem Festmacheding. Was ist es denn nun in Wirklichkeit? Gibt es für dasselbe Objekt drei oder noch mehr oder sogar unendlich viele Wirklichkeiten? Sind Namen Wirklichkeiten? Wird ein Ding durch einen Namen verwandelt? Hat ein Name Zauberkraft?” (Manfred Hausmann: Andreas)

blätterbilder_grün

faszinierend, welch verschiedene wirklichkeiten kinder in herbstblättern entdecken!

blätterbilder_gelb

Verfasst von: dietauschlade | 6 Oktober 2014

glück. und wünsche.

kürbisKuchen

Liebste Mamuschka,

wie gerne würd’ ich heut und hier
mit Kürbiskuchen* und mit Dir
Dich feiern und dann auch bekochen!
– Wir hol’n es nach. Bald in zwei Wochen.
Hab Du noch einen schönen Tag,
wünscht Deine Mirjam, die Dich mag!

* ½ hokaidokürbis mit 3 nelken kochen, abkühlen lassen und dann pürieren. 1½ tassen zucker, 4 eier, ½ tasse rapsöl und 1 prise salz verrühren. 2 tassen mehr. 1tl backpulver, 2tl gemahlener zimt sowie vanille aus der schote hinzugeben. zum schluss das kürbispüree unterheben. den teig in eine kuchenform gießen und bei 18o° ca eine halbe stunde backen. für die glasur 12og mascarpone mit gut puderzucker und 2-3el orangensaft mischen und auf dem abgekühlten kuchen verteilen. hasel- und wallnüsse von der letzten mundraubtour knacken, kleinhacken und in einer pfanne mit rohr- und vanillezucker anrösten und über den kuchen streuen. mit lieblingsmenschen zusammen genießen.

Verfasst von: dietauschlade | 5 Oktober 2014

dank.

dankBar

Verfasst von: dietauschlade | 4 Oktober 2014

quedlinburg [3]

imaltendruckhaus_gräulich

An der Wand ist ein blinder Fleck, an dem früher eine Uhr hing. Wie ein graues Loch lugt die Vergangenheit aus der weißen Wand hervor. (Anna Kaleri: Thingtag in: Der wilde Osten)

imaltendruckhaus_grüngrauweiß

der eigentliche anlass für meinen besuch in quedlinburg war gar nicht die stadt (mit diesem wunderbaren namen) selbst, sondern ein brief, der einige wochen zuvor in meinem briefkasten landete. mano lud zu einer ausstellung im alten druckhaus (welches zeitgleich auch einige werke des künstlerpaars brockhaus beherbergte). dieses wird derzeit saniert, ist deshalb bereits völlig leergeräumt und offensichtlich bausstelle. nur an den decken, wänden und böden finden sich spuren, die schicht für schicht von dem früheren arbeiten und leben berichten: die alte bodenwaage [5], die klebestreifen um den hellen fleck, den einst ein bild | photo | zeitungsausschnitt bedeckte (oder besser noch: konservierte?!) [8], die blumentapete, die erst durch entfernen des lichtschalters sichtbar geworden ist [11] oder die magazinseite, die sich stückweise gelöst und nur ein paar nackte beine sowie einen schnipsel in herzform zurückgelassen hat [23].

imaltendruckhaus_grünlich

die ideale kulisse, um manos kunstkisten und wunderkammern zu bestaunen. mit dem ganz eigenen einblick in andere zeiten und welten. kurios, phantasievoll, wundersam.

imaltendruckhaus_grünlichtig

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