Verfasst von: dietauschlade | 22 Januar 2012

gartenTür?!

Dem Fröhlichen ist jedes Unkraut eine Blume,
dem Betrübten ist jede Blume ein Unkraut.
(aus Finnland)

Verfasst von: dietauschlade | 19 Januar 2012

ein halbes leben. mindestens.

Mit einer Kindheit voller Liebe
kann man ein halbes Leben hindurch
die kalte Welt aushalten. (Jean Paul)

wenn man als kind die erfahrung macht, dass man jederzeit zum mittagessen willkommen ist, dass die neusten bilder aus dem kindergarten bestaunt werden, dass die kücheninnenschranktür gerne mit allen möglichen (und unmöglichen) aufklebern versehen werden kann, wenn beim ersten ‘ich ziehe aus!’ das küchensofa bereitgestellt wird, bis nach einer halben stunde die sehnsucht nach den eltern überwiegt oder wenn man wunderbare mit widmungen versehene kinderbücher zu geburtstagen und weihnachtsfesten erhält − dann kann man es ein halbes leben hindurch in der kalten welt aushalten.

wenn man als erwachsene die erfahrung macht, dass man immer noch jederzeit willkommen ist, dass es wie früher die leckersten ‹reibselback› zum mittagessen gibt, dass das küchensofa für ein kurzes mittagsschläfchen bereitsgestellt wird, dass das wunderbare lederetuie, welches das kommödchen ziert, ganz nebenbei mitgegeben wird, wenn man am geburtstag eine grußnachricht auf der mailbox findet, wenn bereitwillig der alte schneidertisch in der küche durchwühlt werden kann oder anstelle von prinzessinnenkleidern spontan eine dringend benötigte rüschchenschürze genäht wird − ja dann wird man es wohl auch ein ganzes leben in der kalten welt aushalten!

liebste frau b, ich gratuliere dir von ganzem ♥en zu deinem 85. geburtstag! ich freue mich auf viele weitere jahre (und leckere reibselback) mit dir und herrn b. bis bald!

Verfasst von: dietauschlade | 18 Januar 2012

an die fährfrau mit ♥

Mögen sich die Wege vor Deinen Füßen ebnen,
mögest Du den Wind im Rücken haben.
Und bis wir uns wiederseh’n, und bis wir uns wiederseh’n,
möge Gott seine schützende Hand über Dir halten.

Möge warm die Sonne auch Dein Gesicht bescheinen,
Regen sanft auf Deine Felder fallen.
Und bis wir uns wiederseh’n, und bis wir uns wiederseh’n,
möge Gott seine schützende Hand über Dir halten.

(Irischer Segen)

Verfasst von: dietauschlade | 16 Januar 2012

n°1

Verfasst von: dietauschlade | 13 Januar 2012

all die iche

Auf die Platten die Iche
tuschend mit Hilfe des Lichts,
die Gestalten, die Strieche
Ihres – Linsengerichts:
dort die Braue, die Wange
hier –, erblicken Sie nicht
hinter den Masken im Zwange
fliehend das eine Gesicht?
Es sind Augen, die schliefen,
Stirn, die das Große gedacht,
es sind Lippen, die riefen –
aber was ist vollbracht?
die Gestalten, die Striche
tief in der Tusche des Lichts,
auf der Platte die Iche –
Züge des Nichts.
(gottfriedBenn)


dieses – nein letztes – jahr war ein weihnachten der photobände. ich habe dem liebsten diesen geschenkt, von ihm jenen erhalten und von meiner tante den wunsch, nämlich günter karl boses photomaton, erfüllt bekommen. letzterer (griffbereit auf einem sessel liegend) regt zu immer neuen entdeckungs- und inspirationstouren auf. frauen, männer und kinder aus den späten 192oer und den 193oer jahren. in alltagskleidung, uniformen, dienstkleidung, kostümiert oder (ein junger herr) auch mal oben ohne. mit hund, puppe, teddybär oder blumenstrauß im arm ebenso wie mit rassel, zigarette oder telephonhörer in der hand. die gesichter fröhlich, ernst, erschöpft oder auch quicklebendig. eben lauter iche, die dem betrachter bzw. der betrachterin einen kleinen einBlick in ihr leben gewähren. (und wie schön, daß in berlin noch so einige alte photoautomaten herumstehen!)

Verfasst von: dietauschlade | 11 Januar 2012

funkelnd

…die Taschen des Kindes | gestopft mit Wundern…
…………………………………………………………………………………………(sabinaNaef)

heute aus der letzten unterrichtsstunde kommend: meine im klassenzimmer liegen gelassene jacke ist betupft mit selbst kreiierten bunten blümchen und sternen. farbtupfer an einem dunklen winterspätnachmittag.

Verfasst von: dietauschlade | 10 Januar 2012

nebenbei berlin X

vollmond. gerahmt.

Verfasst von: dietauschlade | 5 Januar 2012

glück

Ich kann mir kein größeres Glück denken als mit einem Kind zusammen zu sein,
das gerade dabei ist, seine Sprache zu entdecken.
(astridLindgren)

in den weihnachtsferien hatte ich das große vergnügen, einen wunderbaren kleinen (fast zweijährigen) kerl kennenzulernen und etwas zeit mit ihm zu verbringen. gerade wohnt er für ein paar wochen bei (klasse) pflegereltern und stellt ordentlich deren alltag auf den kopf. er ist ein unglaublich aufgeweckter, fröhlicher junge und dabei seine ‹eigene soundmachine› [pflegepapa]. besonders fasziniert ihn das alte schwere schwarze telephon, dessen klingeln (oder besser knarren) er unverkennbar imitiert. aber hören sie doch selbst: original und imitation. nun, da ich wieder in der ferne weile und zufällig eine große menge (grünen) filz zur hand hatte, entschloss ich mich, diesem knirps sein eigenes (dank integrierter plastiktüten) knarrendes telephon zu nähen. ich hoffe es macht ihm so viel freude, wie mir die kurze zeit mit ihm ♥

Verfasst von: dietauschlade | 5 Januar 2012

nebenbei berlin IX

… oder: camouflage im städtischen raum.

Verfasst von: dietauschlade | 31 Dezember 2011

wagnis 2o12

Was keiner wagt, das sollt ihr wagen
was keiner sagt, das sagt heraus
was keiner denkt, das wagt zu denken
was keiner anfängt, das führt aus.

Wenn keiner ja sagt, sollt ihr’s sagen
wenn keiner nein sagt, sagt doch nein
wenn alle zweifeln, wagt zu glauben
wenn alle mittun, steht allein.

Wo alle loben, habt Bedenken
wo alle spotten, spottet nicht
wo alle geizen, wagt zu schenken
wo alles dunkel ist, macht Licht.

Text: Lothar Zenetti
Musik: Reinhard Mey/ Konstantin
Wecker

Verfasst von: dietauschlade | 24 Dezember 2011

mit den hirten

Wenn mich meine Kinder fragten und heute meine Enkel: „Wie war das denn damals mit den Engeln?“, da denke ich zuerst an die unglaubliche Furcht, die ich im ersten Augenblick verspürte. Doch dann fällt mir auch die Verwunderung, das Staunen ein und vor allem meine aufkeimende Hoffnung: die Geburt des Heilands, des Christus. Bedeutete das nicht für uns: Herauskommen aus dieser Armut, das beste Essen in Hülle und Fülle, ein Beruf, der erträglich und leicht war, wegkommen von den anderen Hirten, dem Streit, dem Neid und der Missgunst. Endlich ein besseres Leben! (Schließlich war es kein Anderer als der Messias, der für uns kam!)

Und dann fällt mir meine Enttäuschung ein, die sich breit machte, als wir an diesen ärmlichen Stall kamen, der alles, nur nicht diese Verbesserungen, versprach. Bis – ja, bis ich sah, dass David Kaleb die Hand auf die Schulter legte, demjenigen mit dem er seit Jahren nicht mehr gesprochen hatte. Bis mir auffiel, dass der unruhige Natanael, der nie zwei Minuten still stehen konnte, unbeweglich an der Krippe stand, um den Schlaf des Kindes nicht zu stören. Jarha, der ohne Hemmungen jeder Frau nachblickte, die ihm über den Weg lief, senkte verschämt den Blick, als die Frau ihr Kind stillte und Amon, der überall der Erste sein musste, wartete bis er an der Reihe war, um das Kind zu sehen. Und als ich merkte, dass jeder seine sonst so kostbare Portion Schafsmilch gerne für diese Familie zur Verfügung stellte – und trotzdem für jeden genug da war – da wurde mir klar, dass sich doch Hoffnungen erfüllten. Hoffnungen auf den, der heil macht.

(nach Lukas 2, 8-16)

Ältere Artikel »

Kategorien

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.