Verfasst von: dietauschlade | 20 November 2014

kleinOd n°8

adventskalender2014Ich sehe das also so, daß meine Identität eigentlich ist, aus dem Interesse und der Verarbeitung der verschiedensten Gebiete, jetzt auch der Literatur, etwas zu tun. Also dieser Übergang vom Denken zum Handeln, das ist wahrscheinlich für mich am meisten charakteristisch und für Goldy auch. (Paul Parin zit. von Ursula Rütten: Im unwegsamen Gelände. Paul Parin – Erzähltes Leben)

für mich auch. wie jedes jahr sammelt sich von mir gelesenes, gedachtes, gefühltes und gewerkeltes in zwei kleinen schächtelchen, die in der adventszeit freundliche begleiter sein sollen. nun bereits zum achten mal. wer einen solchen begleiter (fast ausschließlich aus bereits vorhandenem, wiederverwertetem material) gerne zugesandt bekäme, möge doch bitte an dieser stelle einen kommentar hinterlassen. sonntag abend verlose ich zwei dieser kleinode. viel glück! (und einige wenige stehen auch noch zum tausch bereit – interesse?! mailen sie mir doch einfach: dietauschlade[aett]gmx[.]de).

Verfasst von: dietauschlade | 19 November 2014

Anklang

dasguteleben_blaugrün

Ein altes – echtes! – Möbelstück in einem modernen Haus kann als Fenster dienen, das einen Durchblick von einem Zeitalter auf ein anderes eröffnet, einen Augenblick aus unserem eng begrenzten, kleinen, gegenwärtigen Lebensaugenblick in die weite Landschaft der Geschichte. (Richard Neutra: Gestaltete Umwelt)

dasguteleben_herbst

zwischen bahntrassen, zufahrtsstraße, brachgrundstücken, alten autohäusern und der spree – scheinbar im endlosen nirgendwo und doch mitten in der großen stadt – liegt eine kleine ansammlung alter, grauer, geduckter häuser. davor einige bäume, die der szenerie im herbst wenige farbpunkte hinzufügen. trotzdem wunderliches an diesem ort nur spärlich vertreten ist (der abfluss mit dem blumenmuster [2]. der aufgesprühte hund [3]. der aufkleber achtung schlittenhunde auf dem grauen wohnanhänger [6]. die bunte lampe im zimmer), rührt mich dieser ort. klingt kindheitserinnerungen an, die mir nur noch schemenhaft bewusst sind: die gassen der kleinen grauen stadt im massif centrale, durch die ich jeden herbst-| winter-| frühlingsmorgen zur schule lief. die fahrten mit dem roten bus, in den nicht nur eine sechsköpfige familie, sondern auch deren gesamtes gepäck in kisten und koffern passte. und manches bewegt, bei dem ich höchstens erahnen kann, warum: die zugemauerte tür [3]. das bahnschild im fenster, das fernweh oder reiselust auslöst und gleichzeitig dies lied in erinnerung ruft [1o]. die alte eckkneipe, die nur noch als lagerstätte für getränkekästen gebraucht wird [11]. oder der hof mit den fahrrädern und mülltonnen, die von einer lebendigkeit dieses ortes zeugen, von der in den frühsten morgenstunden fast nichts zu spüren ist.

dasguteleben_drumherum

Verfasst von: dietauschlade | 17 November 2014

nebenbei berlin [125]

liebe

Nicht nur materielle, auch ideelle Werte werden hier [= in der Stadt] gehandelt und hinterlassen ihre Spuren in der Stadtgestalt. Wie die Häuser zueinander stehen, welche Bedeutung den Alleen, Plätzen und Parks zukommt, kündet stets vom Zueinander der Menschen und von der Geschichte ihrer geteilten Räume. (Hanno Rauterberg: Wir sind die Stadt! Urbanes Leben in der Digitalmoderne)

Verfasst von: dietauschlade | 15 November 2014

nebenbei berlin [124]

öffnungszeiten

I stayed in the bathroom, counting to 304. This seemed like a good, safe number. Why 304? In truth, I was not sure why this number seemed reasonable to me. Why 304 and not just 300? We create informal measurements like this in our heads all the time, so much so that some of them had become popular and surprinsingly steadfast rules of thumb (…). (Reif Larsen: The selected works of T.S. Spivet)

Verfasst von: dietauschlade | 12 November 2014

worte.

vogelWörterWind

Wir sagen Wörter in den Wind, | damit sie Flügel kriegen. |
Weil Wörter nämlich Vögel sind. | Sie können alle fliegen.
(Franz Wittkamp)

FRIEDEN ⋅ SALAM ⋅ PEACE ⋅ SHALOM ⋅ RAUHA ⋅ SHANTI ⋅ PACE ⋅ PYONGHWA ⋅ VREDE
PAX ⋅ MIR ⋅ FRED ⋅ PAZ ⋅ POKÓJ ⋅ BARIS ⋅ BÉKE ⋅ SOLH ⋅ INCH TAJWAN ⋅ TAIKA ⋅ PAIX

Verfasst von: dietauschlade | 11 November 2014

herzspaziergang

herzSpaziergang

Die Leute fragen mich nach meinen neuen Projekten, sagt er und lächelt dabei. Was soll ich ihnen sagen? Miteinander Liebe machen heute abend. Eine weitere Zeichnung anfertigen heute nachmittag. Sich überraschen lassen! (John Berger: Mann und Frau unter einem Pflaumenbaum stehend)

projektalternativen?! an einem ganz normalen montag zur mittagszeit mit dem liebsten im nahegelegenen schlosspark spazieren gehen zu können. dabei im unterholz ein eichhörnchen bei der futtersuche entdecken. und ein herz an der laterne.

Verfasst von: dietauschlade | 9 November 2014

nebenbei berlin [123] oder

mauerjubiläum_schwarzweiß…25 jahre mauerfall

Die Mauer ist ein Symbol der Angst. Unsere Vorväter brauchten Mauern, um sich vor den Andersartigen zu schützen. Einmal errichteten sie Mauern, damit die anderen nicht hereinkommen konnten; andere Male zogen sie Mauern hoch, damit niemand von drinnen hinaus konnte, und man redete den Eingesperrten ein, dass es zu ihrem Schutz sei und sie an einem wunderschönen Ort lebten, auf den viele draußen voller Neid blickten. Mauern dienten dazu, die Menschen einzusperren und ihnen die Freiheit zu nehmen. (Elias Barceló: Von der Mauer zu den Sternen.)

Ich weiß nicht, ob jeder Einzelne von uns sich eher erinnern oder vergessen sollte. Doch eins weiß ich mit Sicherheit – was für einzele Menschen gilt, gilt nicht für Nationen. Völker, Gemeinschaften können sich das Vergessen nicht leisten. Sie vergessen zu ihrem eigenen Schaden. Sie vergessen und laufen damit Gefahr, ihre Fehler bis in alle Ewigkeit zu wiederholen. Und wo es keine lebendige Erinnerung gibt (…) bleibt es Schriftstellern und Künstlern überlassen, die Phantasie anzustacheln und die Erinnerung dem Staub zu entreißen. (Michael Reynolds: Mauern.)

Verfasst von: dietauschlade | 6 November 2014

herbstspaziergang.

herbstspaziergang

Weiße Wolken || O schau, sie schweben wieder | Wie leise Melodien | Vergessener schöner Lieder | Am blauen Himmel hin! || Kein Herz kann sie verstehen, | Dem nicht auf langer Fahrt | Ein Wissen von allen Wehen | Und Freuden des Wanderns ward. || Ich liebe die Weißen, Losen | Wie Sonne, Meer und Wind, | Weil sie der Heimatlosen | Schwestern und Engel sind. (Hermann Hesse)

auch die kurzvisite im süden deutschlands haben wir für einen spaziergang entlang an feldern, wäldern und der dreisam genutzt. dieweil: wolken beobachten. mit den alten freunden erzählen. die letzten äpfel vom baum pflücken und mit dem französischen klappmesser geschwisterlich teilen. kamille und pfefferminz pflücken. (später merken: sie schmecken nicht mehr). die gedanken schweifen lassen. rückwärts. und vorwärts.

herbstspaziergang2.2

Verfasst von: dietauschlade | 5 November 2014

pfälzer wald

waldSpaziergang_braunrot

»Was tust Du im Wald?« »Schauen, hören, riechen. Schweigen.«
(Martin Suter: Die dunkle Seite des Mondes)

waldSpaziergang_braungrün

eine sache, die ich in berlin sehr vermisse, ist die möglichkeit eines waldspaziergangs. sei es im frühling, wenn sich das erste grün zeigt oder im sommer, wenn die bäume den besten schutz an heißen tagen bieten. vor allem aber im herbst, wenn sich die warmen sonnenstrahlen im letzten grün verfangen, die pilze an allen möglichen (und manchmal auch unmöglichen) orten ihre hüte in die höhe recken und man maronen, bucheckern und blätter in allen farben des herbstes sammeln kann.

waldSpaziergang_braun

(oder einfach um durch raschelndes laub zu laufen – ohne gleich  den bsr zu verärgern.)

waldSpaziergang_rötlich

Verfasst von: dietauschlade | 4 November 2014

die alte bäckerei

bäckerei_pankow_blaubraun
Man muß mit allem reden, womit man umgeht. Man muß mit den Pflanzen reden und sich mit ihnen anfreunden, wenn man sie pflanzt und bei sich behält. Man muß mit dem Tee reden, wenn man ihn trinkt. Mit dem Wein, dem Brot und allen Dingen, mit denen man umgeht. Man darf sich deswegen nur mit sorgfältig ausgewählten Gegenständen umgeben. Nicht mit Kram; man muß eine Freundschaft mit den wenigen Gegenständen eingehen. Dann kommt man zurecht. (Janosch: Sandstrand)

bäckerei_pankow_blauewand

in pankow gibt es ein kleines museum im ehemaligen wohn- und arbeitshaus einer bäckersfamilie. hier finden sich möbel, haushaltsgeräte, werkutensilien und kleidungsstücke, mit denen sich die menschen vor vielen jahrzehnten umgaben. sie zeugen von einem leben, in dem es fast nur das notwendigste gab. ausgewählte gegenstände, die gehegt und gepflegt wurden, so dass sie die lange zeit und ihre benutzer|innen überlebten. und die nun sorgfältig gesammelt und ausgestellt werden.

bäckerei_pankow_braungrau

der ideale ort, um mit den liebsten gästen einen herbstnachmittag zu verbringen. davor (oder danach) sollte man außerdem der museumseigenen bäckerei einen besuch abstatten, um den großen ofen in der backstube zu bewundern, eine scheibe brot zu probieren und einen frischgebackenen laib fürs kaffeetrinken mitzunehmen!

bäckerei_pankow_rot

Verfasst von: dietauschlade | 30 Oktober 2014

nebenbei berlin [122]

europäischermonatderphotographieOur capacity to absorb things is at its limits. We don’t have the 14 days we would need to really discuss one new exhibition or book among us in detail. Because tomorrow the new exhibition opens. We simply do not have enough time to digest everything. (Lars Müller: ‹Time for your shelf› in: apartamento #11)

warte zeiten gibt es im berliner nahverkehr immer wieder. schön, wenn reisende im monat der photographie an so mancher s|uBahnstation eine kleine ausstellung finden, die sie in aller ruhe betrachten (und während der weiterfahrt durchdenken) können.

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