Verfasst von: dietauschlade | 1 Oktober 2014

nebenbei berlin [119] oder […fgh…]

fuchs
f
uchs. gleise. halt.

Verfasst von: dietauschlade | 26 September 2014

[nachtrag]

strohzugold_außengrün

The way in which we experience and interpret the world obviously depends very much indeed on the kind of ideas that fill our minds. If they are mainly small, weak, superficial, and incoherent, life will appear insipid, uninteresting, petty and chaotic. (E.F. Schumacher: Small is Beautiful)

strohzugold_besenhausen2

ich glaube, dass nicht nur unsere ideen unsere wahrnehmung der welt lenken, sondern dass auch unsere umgebung die ideen und einfälle in unserem kopf beeinflussen kann. das merkte ich auch bei dem spaziergang mit lisa über das gut besenhausen. hier trifft man nicht nur auf deutsche geschichte (von der lisa sehr spannend erzählen konnte), sondern auch die handweberei rosenwinkel, das hofcafé (aus dem dieser überaus leckere schokoladenkuchen stammte), einen prächtigen festsaal, schiefe dächer, sorgfältig angelegte gärten, kleine fachwerkhäuser, eine alte mühle, ein flüsschen, einen wunderbaren rundblick auf felder und wälder sowie manch großes, kleines (gar winziges!) federtier. manche sogar mit vergoldeter wohnung.

strohzugold_besenhausen3
da merkt man dann, dass das äußere zum inneren und wieder zum äußeren wird.

Verfasst von: dietauschlade | 25 September 2014

…[1]

strohzugold_innengrün
(…) und der Augenblick kam, sich bewußt zu werden, daß sich ein wirkliches Hochgefühl nicht an die Tage hält, an denen man es erwartet. (Christa Wolf: Nachdenken über Christa T.)

strohzugold_weißgold

den freien freitag vor dem geburtstag nutzen und der einladung einer noch und doch nicht unbekannten folgen. mit fern- und nahverkehr gen dreiländereck rollen. von einer strahlenden lisa empfangen werden. mit dem auto sowie vielen erläuterungen zur spannenden geschichte der region in richtung atelier fahren. ein willkommen. eintreten. staunen. die erste tasse tee von vielen. und dazu ein stück pflaumentarte.

strohzugold_rot

reden. fragen. genießen. lachen. und sich rundum wohl fühlen. im alten zollhäuschen.

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noch eine (bisher tatsächlich unbekannte) bloggerin kennenlernen. in der gemütlichen sofaecke zu dritt erzählen. feststellen, dass die welt so manches mal ziemlich klein ist.

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dazwischen in ruhe durch die ecken und räume streifen. versteckte kleinigkeiten sowie amüsante details entdecken. voller bewunderung ob lisas kreativität. ihrer gleichsam vielfältigen wie einzigartigen kunstwerke. (sie kann wahrlich gold aus stroh schaffen!)

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abends beschwingt und reich beschenkt im zug sitzen. ganz erfüllt von der begegnung. und realisieren, dass bereits an diesem ganz normalen freitag der feiertag begann. danke ♥

Verfasst von: dietauschlade | 23 September 2014

zeitrechnungen [4] [3] [2] …

geburtstagDringend müsste eine zweite Zeitrechnung eingeführt werden, die sich nach jedem Einzelnen richtet, wie beim Wetter nach tatsächlicher und gefühlter Kälte unterschieden wird. Ich wäre seit einer gefühlten Woche auf Reisen und hätte täglich zehn gefühlte Zigaretten geraucht. (Juli Zeh: Die Stille ist ein Geräusch. Eine Fahrt durch Bosnien)

ähnlich ging es mir dieses jahr am geburtstag, der nicht einen, sondern gleich vier tage andauern sollte. gestern, am montag, endete (?!) er mit dem letzten hübsch verpackten brief im kasten. mit einer kleinen nachfeier am sonntag wurde er (so richtig mit ständchen und brennendem geburtstagskuchen) fortgesetzt. am samstag genossen wir einen gemütlichen morgen im bett, dann ein spätes frühstück mit vielen wunderbaren briefen, päckchen und geschenken, die ausgepackt werden durften, und als gerade so alle vorbereitungen abgeschlossen waren, kamen die ersten freunde, um mit uns bei suppe, wein, kuchen und kaffee zu feiern. dass dieser festtag dann bereits einen tag früher eingeläutet wurde – das hätte ich so gar nicht erwartet…

Verfasst von: dietauschlade | 19 September 2014

nebenbei berlin [117]

zwischendengleisen1
Eine Mutfrage || Wer wagt es, | sich den donnernden Zügen entgegenzustellen? |
Die kleinen Blumen | zwischen den Eisenbahnschwellen! (Erich Kästner)

und manchmal ist es tatsächlich eine tomatenpflanze, die sich der straßenbahn entgegenstellt. ruhig, gelassen und duftend. (leider war sie zwei tage später nicht mehr da. ich hoffe, dass ein freundlicher mensch die pflanze in einem kleinen eimerchen mitnahm und auf den balkon umsiedelte. denn so biegsam wie kleine blumen sind diese nutzpflanzen nun doch nicht…)

Verfasst von: dietauschlade | 18 September 2014

nebenbei berlin [116]

zirkuszeltlichter
Hier stapeln sich die Wirklichkeiten!
Direkt neben mir und hinter mir.
Und vor dem Fenster steht auch noch eine.
(Peter Jepsen)

eine dieser wirklichkeiten derzeit vorm fenster: gelbblaues zirkuszelt, alte wohnwagen und löwengebrüll des tags. trapezförmige lichterkette, mit sanftem glanz, des nachts.

Verfasst von: dietauschlade | 17 September 2014

frühherbst.

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Es knospt
unter den Blättern
das nennen sie Herbst.
(Hilde Domin)

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vergangenen sonnabend waren der liebste und ich auf einer sitzung in brandenburg. auf dem rückweg zum bahnhof führte uns der weg an einem birkenhain inmitten eines wäldchens vorbei. trotzdem sich noch viel grün rund um uns zeigte, konnte man schon das ein oder andere herbstanzeichen entdecken: etwa das gefärbte blatt, welches sich in der nähe des tropfenbehängten spinnennetzes zeigte, das schneckenhaus im laub oder der pilz, der sich bei näherem hinsehen als fliegenpilz entpuppte.

Verfasst von: dietauschlade | 11 September 2014

drei sommertage.

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Sonntag. Große Kannen Kaffee unter der Sonne in weichem Gras – und die eigenen Gelenke laut knacken hören. Vernünftiges Tagesziel. Danach ergibt sich. (Helmut Krausser: Schweine und Elefanten)

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vergangenes wochenende war die sommertante zu besuch und hat ihrem namen alle ehre gemacht. drei volle sommertage hat der september noch einmal ausgegraben. die starteten wir tatsächlich mit kannen voll kaffee und planlos. so manches ergab sich. mal der ausflug in das liebste büchertrödelhaus, ein lesend und schlafend verbrachter nachmittag oder der ausflug nach dahlem. dieses mal nicht im frühling, sondern im spätsommer mit einem spaziergang um die erntereifen felder. wunderbar!

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Verfasst von: dietauschlade | 10 September 2014

aller liebe anfang

judithHermann

heute beginnt das 14. internationale literaturfestival berlin. letzte woche fand bereits eine vorpremiere statt. judith hermann las aus ihrem neuen roman aller liebe anfang. kurzfristig hatte ich zwei karten gewonnen und freute mich, dass die (un)bekannte nachbarin zeit und lust hatte, mitzugehen. trotz kurzer odyssee durch berlin (und dank der guten stadtkenntnisse meiner begleiterin) schafften wir es, pünktlich auf unseren sitzen im haus der berliner festspiele platz zu nehmen. in der voransprache erwähnte thomas böhm, dass wir leserinnen und leser in jedem buch auf der suche sind nach ‹sätzen, die gelten›. ein paar solcher sätze habe ich auch an diesem abend gehört. wenn ich bald das buch (mit dem bleistift in der hand) lese, werde ich nach diesen passagen ausschau halten und dann die zitate in meine schwarzen hefte übertragen:

· in unserem Unterbewusstsein – auch das vergangener Generationen
· die vielen detailreichen und doch klaren Listen bei der Hausbeschreibung
· Schmetterlinge im Rahmen «aufgespießte, festgehaltene Zeit»
· der Zaun, als notwendige Eingrenzung, um darin Abstand und Freiraum zu schaffen
· auf der Uhr ziehen «vom Westen her digitale Wolken auf»
· Leute, die sich Türen aus Rostblech (von alten Scheunentoren) an ihr neues Haus bauen lassen, um anderer Leute Arbeit zu sehen, wenn sie abends heimkommen.*

*erinnert mich an ein zitat von janosch (sacharin im salat): «Gegenstände nehmen die Gedanken, Erlebnisse und auch Eigenschaften dessen auf, der sie lange benutzt hat. Kleider beispielsweise. Wenn es heute Mode ist, daß die Kaputten und Übersatten abgetragene Kleider armer Leute tragen und fast jeden Preis dafür bezahlen, dann kommt es daher, daß es kaum ein elenderes Gefühl auf der Welt gibt, als immer satt und vollgefressen zu sein und den Überfluß ertragen zu müssen. Wenn die Weiseren der Sattheit aus dem Weg gehen und eher in Armut leben, wissen sie, warum.»

Verfasst von: dietauschlade | 8 September 2014

nebenbei berlin [115]

augenBlick
man könnte meinen,
der junge pettersson
kommt in die stadt.

Verfasst von: dietauschlade | 5 September 2014

wunderbare köstlichkeiten.

bunteKöstlichkeiten_buntJahrmarkt der Wunder || Ein Alltagswunder: | daß es so viele Alltagswunder gibt. || Ein gewöhnliches Wunder: | das Bellen unsichtbarer Hunde in nächtlicher Stille. || Ein Wunder von vielen: | eine kleine und flüchtige Wolke, | aber sie kann den großen schweren Mond verschwinden lassen. || Mehrere Wunder in einem: | eine Erle, die sich im Wasser spiegelt, | und daß sie von links nach rechts gewendet ist | und daß sie mit der Krone nach unten wächst | und überhaupt nicht bis auf den Grund reicht, | obwohl das Wasser seicht ist. || Ein Wunder an der Tagesordnung: | recht schwache und milde Winde, | doch in der Sturmzeit böig. || Ein erstbestes Wunder: | Kühe sind Kühe. || Ein zweites, nicht geringeres: | dieser und kein anderer Garten | in diesem und keinem anderen Obstkern. || Ein Wunder ohne schwarzen Frack und Zylinder: | ausschwärmende weiße Tauben. || Ein Wunder, denn was sonst: | Die Sonne ging heute um drei Uhr vierzehn auf, | und sie wird untergehen zwanzig Uhr eins. || Ein Wunder, das nicht so verwundert, wie es sollte: | Die Hand hat zwar weniger Finger als sechs, | dafür mehr als vier. || Ein Wunder, so weit man schauen kann: | die allgegenwärtige Welt. || Ein beiläufiges Wunder, beiläufig wie alles: | was undenkbar ist – ist denkbar, (Wisława Szymborska)

ein wunder auch: dass sich aus kleinen, fast farblosen samenkörnern in der erde im laufe eines frühlings und eines sommers so pralle, farbenfrohe früchte entwickeln. die jeden salat, jedes brot und jeden kräuterquark mit farbe und geschmack bereichern.

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