Verfasst von: dietauschlade | 31 Juli 2014

gen süden (6)

genSüden_chillenmitnichteMan trägt ja alle Alter in sich. Manchmal schaut das eine hervor, manchmal das andere. (Astrid Lindgren)

herrliche urlaubsbeschäftigung. chillen mit nichte. das fidelste persönchen überhaupt.

Verfasst von: dietauschlade | 30 Juli 2014

gen süden (5)

genSüden_imGarten_weißgrünliches

Feste feiern || Man sollte öfter einmal Feste feiern, | und nicht erst, wenn eins fällt. | Man kann sie ohne Gäste feiern | und ohne Geld. || Ein hübsches Fest heißt Freunde-Suchen. | Ein lustiges heißt: Lachen-Fest. | Es gibt das Fest der Pflaumenkuchen, | das Drachenfest. || Ich könnte euch noch viele nennen, | doch hoff’ ich, ihr versteht: | Man muß auch grundlos feiern können, | wenn’s sonst nicht geht. (Verfasserin unbekannt. Fundort.)

genSüden_imGarten_violettes

im süden habe ich auch die julikindtante besucht – mit der man so so gut feste feiern kann. das spargelfest. das irland-fest. das maibOh!le-fest. das berliner-balkon-fest. das hausrotschwänzchen-entdeckerinnen-fest. das endlich oster-| sommer-| herbstferien- fest. das perlenfest. das selbstgemachte-ravioli-fest. und dieses mal das ernte-fest. inmitten der blühenden pracht ihres terrassen- und gärtchens. was man dort in der erde, in kübeln, kisten, milchschachteln, töpfen und säcken so alles findet: tomaten, minigurcken, salate jeder couleur, auberginen, lauch, zwiebeln, alle arten and kohl, zitronen, zucchini, bohnen, paprika, kartoffeln und und und. wunderbar, um ein herrlich frisches und leckeres sommermittagessen gemeinsam zu feiern und zu genießen. ich hoffe, ich kann mich ende des sommers hier in berlin revanchieren! vielleicht mit einem tomaten-quiche-fest zu flugzeugbrummen und vogelgezwitscher?!

genSüden_imGarten_grünliches

 

Verfasst von: dietauschlade | 28 Juli 2014

gen süden (4)

genSüden_Gartenlektüre

»Es sind drei Dinge, die uns abhanden gekommen sind. Erstens: Wissen Sie, warum Bücher wie dieses hier so wichtig sind? Weil sie Qualität haben. Und was heißt das? Für mich besteht sie im Gefüge eines Buches. Dieses Buch hier hat Poren. Es hat ein Gesicht, man kann es unter die Lupe nehmen und Leben in unendlicher Fülle darin entdecken« (…) »Und das Zweite?« »Muße. Muße, sie innerlich zu verarbeiten.« »Aber wir haben doch eine Menge Freizeit.« »Freizeit, ja. Aber Zeit, um nachzudenken? (…) Und drittens: das Recht, nach dem zu handeln, was sich uns aus dem Zusammenwirken der ersten beiden Dinge erschließt« (Ray  Bradbury: Fahrenheit 451)

doch manchmal im garten der schwiegereltern (sehr schnell aus der sonne in den schatten wandernd) bei grillengezirpe (2), mit frisch gepflückten johannisbeeren (4), einem noch vom schwiegergroßvater  (?!) gespitzten bleistift und der neusten c.w. errungenschaft zur hand, treffen diese drei dinge wunderbarerweise zusammen.

Verfasst von: dietauschlade | 28 Juli 2014

gen süden (3)

genSüden_frühstück

Herr Jensen begann, sich an sein neues Leben zu gewöhnen. Morgens stand er auf, öffnete das Fenster und hörte den Vögeln zu, während er sein Frühstück aß und immer besser spüren konnte, wie der heiße Kaffee seinen Körper mit einer anregenden Wärme erfüllte und die Bissen seines Brots in seinen Magen wanderten. Herr Jensen hatte Zeit. (Jakob Hein: Herr Jensen steigt aus)

immer wieder besonders (und) schön beim urlaub im süden: die mahlzeiten bei den liebsten eltern. liebevoll und detailreich arrangierte frühsückstische im gemütlichen esszimmer. kaffeetafel im grünen. abendbrot unter der alten bezogenen korblampe in der küche. fast wie früher. und immer mit guten gesprächen. viel freude. und zeit.

Verfasst von: dietauschlade | 23 Juli 2014

gen süden (2)

genSüden_freiburg_himmel

Julikinder || Wir Kinder im Juli geboren | Lieben den Duft des weißen Jasmin, || Wir wandern an blühenden Gärten hin | Still und in schwere Träume verloren. || Unser Bruder ist der scharlachene Mohn, | Der brennt in flackernden roten Schauern | Im Ährenfeld und auf den heißen Mauern, | Dann treibt seine Blätter der Wind davon. || Wie eine Julinacht will unser Leben | Traumbeladen seinen Reigen vollenden, | Träumen und heißen Erntefesten ergeben, | Kränze und Ähren und rotem Mohn in den Händen.  (Hermann Hesse)

genSüden_freiburg_unterwegs

wenn ich auch kein julikind bin, so kann ich doch den verfasser des gedichts so gut verstehen. beispielsweise auf dem spaziergang mit den (nun drei ♥) freunden im freiburger umland: beim erzählen. lachen. schwitzen. verzehren der ersten (noch sauren) äpfel. weizenkörner pulen. brennesselkugeln rollen. kamillestrauß pflücken. und natürlich beim bewundern des roten mohns. (die getrockneten kapseln daneben transportiere ich leise raschelnd in der rocktasche, um sie zu hause auszusäen).

Verfasst von: dietauschlade | 22 Juli 2014

gen süden (1)

busfahrtbeobachtungen

erneut (trotz langer fahrzeit) ganz begeistert, aufmerksam beobachtend mit dem fernbus quer durch deutschland gen südwesten gefahren. und vieles vieles entdeckt.

· s.o.
· die bloggerin &|o journalistin, die die fidelen busfahrer interviewt und photographiert.
beobachtet von den rauchenden passagieren vor sowie den wartenden passagieren im bus.
· die zwei arbeiter auf dem funkturm, die erst auf den zweiten blick zu sehen sind.
so klein scheinen sie. modellfigurenhaft.
· das backsteinhaus an der berliner stadtautobahn. aus dessen schornstein pflanzen wachsen.
· die kuhherde, die ihrem bauern gemächlich entgegentrabt.
· die wiesen, die von gelben und weißen pünktchen durchgezogen sind.
dazwischen (und nur bei genauerem hinsehen) violotte punkte.
· die filigrane porzellankaffeetasse mit dem verschnörkelten henkel im lkw-fahrerhäuschen.
· die kieferwälder mit dem rötlich gefärbten unterholz.
· die ebereschen mit ihren mal hellrot- mal orangefarbenen früchten.
· der lkw-fahrer mit dem gerahmten familienbild auf dem armaturenbrett.
· die windräder, die in der wolkendecke verschwinden.
· das riesige feld. voll mit sonnenblumen.
· die vier glänzenden metalleimer, die in einer reihe an der leeren straße stehen. (2x)
· die blassgelben weizenfelder im sonnenschein.
· die seerosen an der überschatteten flussbiegung.
· die pfützen in & neben den maisfeldern, die langsam in der sonne trocknen.
· die weißen falter, die über büschen, bäumen, feldern flattern.
unbekümmert und unbeeindruckt von jeglichem drumherum.
· der lkw-fahrer, den eine werner-puppe aus plüsch begleitet.
· der kleine lastwagen mit der aufschrift bierverlag. (?!)
· das reh, das direkt – und ganz nah – im dickicht an der autobahn entlang läuft.
· die vier elstern auf einem kahlen baum.
· die porzellanschale mit fünf äpfeln im fahrerhäuschen des dänischen lkws.
· die rosafarbenen rüssel, mit denen ich plötzlich ‹aug in aug› bin.
· und später der lkw einer transportfirma, der mit einem einstein-zitat
und dem slogan ‹tiere achten statt schlachten› für vegetarismus wirbt.
· die aufziehenden gewitterwolken, die das saftige grün
einer hohen, sturmzerpfurchten wiese noch intensivieren.
· der polizist, der das auto in (oder an?) der brückenböschung photographiert.
· die flammen, die aus einem weit entfernten industrieschlot (oder einer art ölturm?) lodern.
· das meer an verschiedenen baumwipfeln, auf das man von einer brücke aus blickt.
· der zweite blick von weit oben auf das feld mit heuballen,
das so aussieht, als ob jemand ein wettkugeln veranstaltet hätte.
· die tiefliegende wolkendecke über dem satten grünen tannenwald im tal.
· die braunrötliche natursteinwand, deren einkerbungen und simse platz
für je einen winzigen busch oder baum bieten. am schönsten: die winzigen, fast kugelrunden tannen.
· der rauschende waldbach, der uns ein stück des weges begleitet.
· die einsam kuh an einem hang.
· der lkw-fahrer mit einer richtigen kaffeemaschine auf dem armaturenbrett.
wie viele kannen er wohl täglich trinkt?
·  die zwei wildgänse auf dem stoppelfeld.
· der laster mit den stahlkörben voller metallteile. in einem der behälter: ein zartes vogelnest.
· der alte mann, der am bahndamm himbeeren in sein eimerchen pflückt. daneben sein fahrrad.
· ein kleines empfangshäuschen mit der aufschrift ‹eintritt 5o pfennig›.
· die koffer und der proviantkorb, die einsam am busbahnhof in karlsruhe warten.
· aus dem augenwinkel: zwei hühner (und später noch: ein reh), am feldrand. oder doch eher hasen?
· später dann: ein sicherer hase.
· desweiteren in der statistik: 2o greifvögel auf zäunen, holzstangen, bäumen am straßenrand.
· 12 greifvögel am himmel kreisend.
· 8 störche auf wiesen, feldern und auf einem backsteinschornstein.
· 18 (grau)reiher starr, stumm und äußerst elegant auf wiesen, an feldern und an gewässern stehen.
· und zwei fliegend.
· 5 grasende rehe auf grünen feldern.
· und kurz vor ende erstmals (an einem kleinen nur durch schilf gekennzeichneten bächlein) entdeckt: eine bisamratte.
· das letzte #klick fängt den mann ein, der an einer uferwiese (dehn?!)übungen macht,
indem er über dem kopf in die hände klatscht und dabei je ein bein zur seite hochwippen lässt.
genau das richtige nach solch langer fahrt.

Verfasst von: dietauschlade | 15 Juli 2014

abschied

kassandraVor den Bildern sterben die Worte.
(Christa Wolf: Kassandra)

als wir vor fast drei jahren nach pankow zogen, fand ich ‹um die ecke› eine kleine buchhandlung im tiefparterre eines hauses am amalienpark. diese hatte nicht nur eine sehr erlesene auswahl an büchern, sondern auch einen ganz besonderen bezug zu christa wolf (die ebenfalls ‹um die ecke› wohnte und – wie ich jetzt erfuhr – vor zwanzig jahren die buchhändlerin als ladenmieterin vorgeschlagen hatte). hier kaufte ich mein erstes buch dieser nun so liebgewonnenen autorin und besuchte gemeinsam mit der liebsten unbekannten nachbarin regelmäßig die lesungen im jüdischen betsaal – welche immer durch schlichte doch wirkungsvolle zettel an laternenpfosten, stromkästen oder mauern angekündigt wurden. nun schließt bei saavedra nach über 2o jahren seine pforten. vor zwei wochen wurde zu diesem traurigen anlass in der alten pfarrkirche eine äußerst beeindruckende letzte lesung bzw. performance veranstaltet. parallel zu den gelesenen, durch musik sowie klänge begleiteten kassandratexten entstanden (ineinander übergehend) bilder und szenen, die via projektor an die leinwand gestrahlt wurden. ein würdiger abschluss für diese kleine pankower kulturinstitution. danke!

Verfasst von: dietauschlade | 11 Juli 2014

verschwundene welt.

pankowkirche_braun1

When I eventually walked down the stairs and out of the museum,
it was with the feeling of someone who had returned to the earth from a great distance.
(Teju Cole: Open City)

pankowkirche_gelb

wenn man in pankow an der alten kirche vorbei geht, sieht man dort ab und zu ein banner, welches expositionen der friedensbibliothek im kapellenraum ankündigt. diese ausstellungen führen mit photos, anekdoten oder berichten in andere zeiten und lebenswelten. poetisch, beeindruckend und manchmal (so wie derzeit) sehr erschütternd. notwendige unterbrechung, ermutigung, mahnung für die alltäglichen routinen.

pankowkirche_braun2

Verfasst von: dietauschlade | 10 Juli 2014

nebenbei berlin [1o5]

rainSover

rain’s over.

Verfasst von: dietauschlade | 9 Juli 2014

nebenbei berlin [1o4]

Blumen
…und ich stelle mir vor, dass die eingesammelten blümchen
nicht mit all dem müll auf der kippe landen, sondern von dem fahrer mit nach hause
(oder in den schrebergarten) genommen und dort eingepflanzt werden…

Verfasst von: dietauschlade | 6 Juli 2014

sommer.

manGold

Jedenfalls war es im Sommer, wir bewunderten die akrobatischen Flugkünste der Schwalben
im Hof des Mietshauses, und Du hast gesagt: »Wie viel Freiheit bei so wenig Verantwortung!«
(André Gorz: Brief an D.)

falls sie sich wundern, ob der stille auf dieser seite. ich bin derzeit hauptsächlich mit mir | dem liebsten | lieben freunden auf der terrasse, genieße den windhauch, den flug der mauersegler, den duft der tomatenpflanzen, die farbenfrohen ringelblumen sowie die zeit, gelesene bücher in die hefte zu übertragen. dazwischen freue ich mich über die auswahl an sirups. und heute den ersten mangold für die lieblingsquiche.

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