Verfasst von: dietauschlade | 4 März 2015

nebenbei berlin [142]

bald!bald.

Verfasst von: dietauschlade | 3 März 2015

tagesFarben

farben_neonrosatürkisan manchen tagen, laufen mir ganz ähnliche farben und kombinationen über den weg.
(oder ist es nicht eher umgekehrt: ich laufe ihnen über den weg?!)

Verfasst von: dietauschlade | 2 März 2015

nebenbei berlin [141]

chamäLeon

Das Basteln, Kneten und Formen als eine Art des Selbstspürens sucht sich als Gegenüber die raue Stadt. (…)
Die Stadt aber ist als Austragungsort des gestaltungswilligen Ichs besonders verlockend, sie bietet Reibung, Erdung, eine Realität für oftmals irreale Einfälle. (Hanno Rauterberg: Wir sind die Stadt! Urbanes Leben in der Digitalmoderne.)

so langsam wird es eng auf berlins straßenschildern.

Verfasst von: dietauschlade | 19 Februar 2015

nebenbei berlin [14o]

ausBlick

Während der erste warme Frühlingswind ihnen ins Gesicht wehte, tranken sie eine ganze Weile schweigend ihren Tee und betrachteten den Bosporus. Zwischendrin dachte der Professor, dass es wohl als Zeichen der Freundschaft zu werten war, wenn man sich derart lange still gegenüber sitzen konnte, ohne Unwohlsein zu empfinden. Şevket lächelte, als hätte er seine Gedanken gelesen. »Wie schwer ist es doch, einfach im Frieden mit sich zu sein, nicht wahr, Professor?« (Alper Canıgüz: Die Verwandlung des Hector Berlioz)

heute am ostkreuz entdeckt. die zwei menschen auf der zugewucherten und plakatierten brücke, die nur noch durchgangspforte zum bahnhofsgelände ist. auf einem alten sofa den ersten warmen frühlingswind und den weiten blauen himmel genießend. unter sich den berliner nachmittagstrubel.

Verfasst von: dietauschlade | 18 Februar 2015

7 wochen weniger…

zerstreuung2…zerstreuung.

ich mag das internet. in diesem virtuellen raum habe ich viele freundliche und inspirierende menschen kennengelernt. regelmäßig erhalte ich hier nachdenkenswerte und spannende anregungen. doch mindestens genauso oft führt dieser ort zur zerstreuung. dies in mehrfacher, wortwörtlicher hinsicht:

zum einen zerstückeln sich meine aktivitäten im netz. texte, filme, lieder, photos stehen nur noch selten für sich allein und können als ganzes, in sich geschlossenes produkt wirken. denn bereits während der rezeption schlage ich hier ein unbekanntes wort nach, klicke ich dort den nachfolgenden link, suche ich in meinen notizen nach ähnlichen zitaten und werfe immer mal wieder einen raschen blick ins postfach, auf die neusten nachrichten oder auf den aktuellsten tweet. diese unterbrochene, stückweise wahrnehmung erschwert eine vertiefende, durchdringende auseinandersetzung mit einem einzelnen fundstück. und verhindert dadurch möglicherweise eine (wie janosch es pathetisch bennennt) erleuchtung: „An was erkennt man den Erleuchteten? (…) Wenn er schläft, dann schläft er. Wenn er arbeitet, dann arbeitet er. Und wenn er ißt, dann ißt er. Sonst nichts“ (in: Polski Blues).

zum anderen zerfällt ein ganzer morgen/mittag/abend/tag in viele kleine, unzusammenhängende zeiteinheiten. sekunden, minuten, stunden, die deshalb fast unbemerkt, gefühlt ungenutzt vergehen, weil ich den inhalt oft mehr konsumiere, denn als anlass zum nachsinnen, überdenken, reagieren nehme. christa wolf formuliert (zwar in einem anderen zusammenhang, aber dennoch mit den richtigen worten): „(…) Während ich heute die Ereignisse eher von außen wahrnehme. Ich schaue zu oder lasse sie an mir vorüberziehen. Ich muss nicht persönlich dauernd darauf reagieren. Das verkürzt die Zeit“ (in: Jana Simon: Sei dennoch unverzagt. Gespräche mit meinen Großeltern Christa und Gerhard Wolf).

schließlich überfüllt diese zerstreuung im alltag viele lange weilen und freie räume mit unzähligen, ungefilterten, ungewählten impulsen. sie füllt leeren, die ich eigentlich benötige, um selbstgewählte themen zu durchdenken und ausgesuchte arbeiten in die tat umzusetzen. in aller ruhe und mit dem nötigen platz. inspirierend ist hier die schilderung elke krasnys (in: Architektur beginnt im Kopf) über charlotte perriand: „Die Herstellung von Ordnung, die Vermeidung von Überflüssigem und Angesammeltem, die Konzentration auf Notwendiges und Greifbares, der Versuch, auch auf kleinstem Raum ein Gefühl von Leere, von Unangeräumtheit zu ermöglichen, korrespondieren mit Perriands exakter Untersuchung alltäglicher Tätigkeiten und Abläufe als Voraussetzung für den Entwurf“.

deswegen nun der versuch, in der fastenzeit die zerstreuung zu reduzieren. um leaeren zu schaffen. für ausgewählte bücher, filme, lieder, gedanken, hand-, haus-, gartenarbeiten, aufgaben, langeweile, schlaf, briefe, besuche, spaziergänge, überraschungen. in oder außerhalb des virtuellen raumes.

Verfasst von: dietauschlade | 17 Februar 2015

nebenbei berlin [139] oder: shine!

ShineAusgesprochene Kargheit mit poetischen Momenten prägt den lichtdurchfluteten Raum.
(Elke Krasny über das Architekturbüro Lacaton&Vassal in: Architektur beginnt im Kopf)

erstes frühlingslicht während eines spaziergangs mit dem liebsten.

Verfasst von: dietauschlade | 16 Februar 2015

nebenbei berlin [138]

Think

Es ist eine ausgesprochene Denkfaulheit, zu erwarten, die Stadt von morgen werde ganz selbstverständlich ihre zunächst unbeabsichtigte, aber von Generation zu Generation langsam verwirklichte Funktion weiter erfüllen: der Ort der Selbstbefreiung des Menschen zu sein. (…) Wird Megalopolis eine Kopf-Stadt sein? Oder Massenarbeits-, Massenvergnügungs-, Massenschlafplatz? Gestaltslos, geschichtslos? Die folgenden Überlegungen wollen als ein Versuch betrachtet werden, zur Verwirklichung der besseren Utopie beizutragen; die der Stadt, die Qualität erhalten möchte, Raum des denkenden Aufstandes zu bleiben, in Formen, die es zu finden gilt.
(Alexander Mitscherlich: Die Unwirtlichkeit unserer Städte. Anstiftung zum Unfrieden)

…vielleicht mit acryl auf altem holzbrett?!

(man beachte auch die unglaublich gelungene kombination der beiden plakate auf der linken!)

Verfasst von: dietauschlade | 13 Februar 2015

nebenbei berlin [137] oder…

stillLebenmitKontrabaß2…ruhepause mit kontrabaß.

Das ist ihre liebste Tageszeit. Es ist fast immer ruhig. Selbst der Krieg legt ab und zu eine Ruhepause ein, wenn auch nur kurz. Der ausbleibende Artilleriebeschuss ist fast wie Musik, und sie stellt sich vor, dass sie sich, wenn sie die Augen schließen würde, einreden könnte, sie liefe durch die Straßen eines Sarajevo, wie es früher einmal war. (Steven Galloway: Der Cellist von Sarajevo)

(…) ihr Leben war so hart, wie ich es mir nicht einmal vorstellen konnte, aber jetzt, diese Viertelstunde inmitten ihres Arbeitstages, saßen sie hier und waren beieinander und heiter und kümmerten sich nicht um den schmutzigen stickigen Kellergang und um (…). (Christa Wolf: Stadt der Engel)

Beppo liebte diese Stunden vor Tagesanbruch, wenn die Stadt noch schlief. Und er tat seine Arbeit gern und gründlich. Er wußte, es war eine sehr notwendige Arbeit. Wenn er so die Straßen kehrte, tat er es langsam, aber stetig: Bei jedem Schritt einen Atemzug und bei jedem Atemzug einen Besenstrich. Schritt – Atemzug – Besenstrich. Schritt – Atemzug – Besenstrich. Dazwischen blieb er manchmal ein Weilchen stehen und blickte nachdenklich vor sich hin. Und dann ging es wieder weiter – Schritt – Atemzug – Besenstrich – – -. (Michael Ende: Momo)

Verfasst von: dietauschlade | 10 Februar 2015

Haus-Rucker-Co

HausRuckerCo4

Haus-Rucker-Cos ikonische Environment Transformer, technoide Helme mit optischer Horizont-erweiterung,
entführten ihre Träger auf einen visuellen Parcours, der einen neuartigen Blick auf die städtische Umwelt ermöglichte.
(Begleittext zur Ausstellung)

HausRuckerCo1

Er [=der öffentliche Raum] erscheint weit geöffnet für das Unerwartete und vermeintlich Überflüssige,
für neue Rituale, unbedachte Anliegen, für die Launen des Jetzt. In diesem Raum lebt ein Was-wäre-wenn.
(Hanno Rauterberg: Wir sind die Stadt! Digitales Leben in der Digitalmoderne)

HausRuckerCo3

die derzeitige ausstellung haus-rucker-co. architekturutopie reloaded im haus am waldsee kann ich sehr empfehlen. wunderbar eingepasst in die alte stadtvilla, gibt sie einblicke in ideen, projekte und utopien der 196oer | 197oer jahre dieser wiener architektengruppe (bunt, futuristisch, befremdlich, inspirierend, kreativ, erfindungsreich, detailreich, künstlerisch geplant bzw. umgesetzt) und führt zu einer veränderten sicht auf die eigene stadt. welche ideen haben sich bewährt? welche sind noch aktuell oder schon veraltet? und welche bedürfnisse der städtebewohner|innen erfordern ganz neue utopien | erfahrungen | sichtweisen?  (und im anschluss lohnt sich ein besuch im museumscafé – z.b. mit der liebsten pankowfreundin und dem gar nicht mehr so winzigen nachbarjungen ♥!)

HausRuckerCo2

Heisenbergs Prinzip des »Indeterminismus«, dem die experimentelle Entdeckung der Unschärferelation zugrunde lag, daß nämlich der Meßvorgang immer verändert, was gemessen wird, verwandelt Erfahrung in ein kontinuierliches und unwiederholbares evolutionäres Szenario. (Richard Buckminster Fuller: Bedienungsanleitung für das Raumschiff Erde)

Verfasst von: dietauschlade | 7 Februar 2015

fuchs.

fuchs_reihe1

Der rote Pelz reicht nicht allein, ein bisschen Fuchs muss man schon sein.
(Reim an einer Bar in Mitte)

vor einiger zeit schickte mir die mamuschka ein paket voll irischer wolle. diese lagerte jahrelang in großen, verzwirbelten strängen auf dem speicher und musste zunächst (über mehrere stunden) entwirrt und als knäuel gewickelt werden. als diese wollbälle endlich vor mir lagen, stellte sich die frage, was ich denn damit häkeln (meine neuste lieblingsbeschäftigung!) könnte. bei diesem farbton?! klar, ein fuchs. jetzt ist er nach vielen abenden und mindestens ebensovielen aufgetrennten und neu gehäkelten reihen (da ohne anleitung) endlich fertig und schaut mir mit seinen knopfaugen (aus der geliebten sammlung) beim schreiben und weiterhäkeln (hier liegen noch fünf knäuel!) über die schulter.

fuchs_reihe3

Verfasst von: dietauschlade | 4 Februar 2015

nebenbei berlin [136]

hirteundschaf
(…) Er hieß Elzéard Bouffier. Er hatte einen Bauernhof besessen, in der Ebene unten. Dort hatte er sein Leben erfüllt. Er verlor seinen einzigen Sohn, danach auch seine Frau. Dann zog er sich in die Einsamkeit zurück, wo er Gefallen daran fand, beschaulich zu leben mit seinen Schafen und seinem Hund. Er hatte sich überlegt, daß diese Gegend absterben werde aus Mangel an Bäumen. Und er fügte bei, da er doch nichts Wichtiges zu tun hätte, habe er beschlossen, hier Abhilfe zu schaffen. (…) (Jean Giono: Der Mann mit den Bäumen)

fast täglich begegnen mir in der stadt die kleinen korkmännchen auf straßenschildern. die bisher anrührendste szenerie fand ich vor kurzem in karlshorst. der hirte und sein kleines schaf ließen mich an die wunderbare geschichte von jean giono denken, die zu meinen liebsten gehört. falls sie etwas zeit haben, können sie diese hier vollständig hören | sehen | lesen. die dreißig minuten sind es wert!

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