Verfasst von: dietauschlade | 21 Juli 2017

tatkräftig leben.

[…] ihr war, während sie nach Heldentaten der Gegenwart suchte, […] aufgefallen, daß es eigentlich keine Gelegenheit mehr zum Handeln gab. Die Pläne für ein Schiff zeichnen – nun gut. Produkte ins Ausland verkaufen, die Devisen brachten – auch nicht schlecht. Aber Taten? Taten seien das doch wohl nicht. Nein, sagte Antonis, […] da sei es schon eher eine Tat, ein Buch zu schreiben, und merkwürdigerweise widersprach ihm niemand. (Christa Wolf: Sommerstück)

ach, wie gerne würde ich manchmal in münchen spazierengehen und an einem von taijas wunderkästen vorbeikommen. derzeit füllt sie einen alten zeitungskasten mit poesie und hat dazu aufgerufen, sie zu unterstützen. lange ist es her, dass ich ein collagengedicht geklebt habe, aber für diese wunderbare kunstaktion habe ich mit großer freude mein wortkästchen hervorgeholt (das zerschneiden einer neuen zeitung ist mit wuselndem augustjungen derzeit leider nicht drin, so dass ich ein wenig von der regel abgewichen bin) und mehrere abende lang wörter um wörter sortiert, umgelegt, zusammengefügt und schlussendlich ein kleines büchlein geklebt. als der titel gefunden war, ging es (mit obigem zitat im hinterkopf) ziemlich schnell. (wer nicht in münchen weilt und trotzdem einen blick in das büchlein werfen will, kann es sich gerne ausdrucken und nach dieser anleitung falten.)

Verfasst von: dietauschlade | 20 Juli 2017

nebenbei berlin [219]

Prinzipiell ist die Stadt dann groß, wenn in ihr auch für den Stadtbewohner selbst das Unvertraute überwiegt. (Karlheinz Stierle: Die Zeichenwelt der Stadt›)

auf der gewohnten fahrradstrecke am vergangenen sonntag ganz neu diese zwei nachdenklichen zeitgenossen entdeckt.

Verfasst von: dietauschlade | 19 Juli 2017

12von12

Das ist ein guter Tag, der über den Dächern der Stadt aufgeht,
Wie all die unerwähnten, in Erinnerung verschwomm‘nen.
Denn auch über dem unscheinbarsten, alltäglichsten weht
Der Hauch des Einzigen und das Versprechen des Vollkomm‘nen.
(Reinhard Mey: Das war ein guter Tag)

vor einer woche sollte dieser artikel eigentlich erscheinen. es war der 12. des monats und ich hatte 12 photos gemacht. doch dann kam ich nicht dazu, die photos auf den rechner zu laden. und zurecht zu schneiden. und zusammenzufügen. und diesen text zu verfassen. nicht an dem abend vor einer woche und auch an den darauffolgenden tagen nicht. und irgendwann grübelte ich, ob es sich überhaupt noch lohnt, diesen längst vergangenen, normalen tag hier zu dokumentieren. doch dann fiel mir die zeile aus dem obigen lied ein und ich beschloss, auch diesen unscheinbaren, alltäglichen mittwoch in die 12von12er-reihe mit aufzunehmen (wenn auch verspätet). nun denn (heute einfach in photographischer und nicht chronologischer reihenfolge). vor einer woche habe ich…

° mein balkongärtchen gegossen;
° buschbohnen geerntet;
° juniFreuden zusammengefügt und den gleichnamigen artikel verfasst;
° mich auf mein rad geschwungen und bin durch den schlosspark zur unbekannten nachbarin gefahren. dort habe ich nicht nur ein kabel geliehen bekommen, sondern wurde auch mit frischem kaffee und schönen gesprächen beglückt;
° gelesen;
° im ‹garten eden› für den augustjungen ein paar stachelbeeren gepflückt;
° zwei wunderbare postkarten (u.a. von mano ♥) aus dem briefkasten gefischt;
° zum zweiten frühstück käsebrote und schwarzen tee genossen;
° den augustjungen in den schlaf begleitet und nach dem aufwachen wieder begrüßt;
° unseren kompost zur sammelstelle gebracht;
° mit dem augustjungen gespielt;
° die vogel- und bienentränke mit wasser gefüllt.

Verfasst von: dietauschlade | 19 Juli 2017

rinnsal (1o)

Verfüge, daß sie, was sie von mir hört, ihrer Tochter weitersagen darf. Die wieder ihrer Tochter, und so fort. So daß neben dem Strom der Heldenlieder das winzge Rinnsal, mühsam, jene fernen, vielleicht glücklicheren Menschen, die einst leben werden, auch erreichte. (Christa Wolf: Kassandra)

manchmal hat man glück und findet (im mittlerweile leider nicht mehr existierenden trödelladen um die ecke) eine schachtel mit allerlei zeugnissen aus vergangenen tagen: photos und bilder, ausschnitte aus gedankenwelten, persönliche papiere, tickets oder notizen. und ich erhasche als glücklicher mensch, der einst leben wird, einen blick auf einen alltag, der so entfernt ist. und doch bekannt scheint. wie bei dieser geburtstags(?)karte, die sara heute vor 9o jahren von drei freundinnen erhielt.

Verfasst von: dietauschlade | 12 Juli 2017

juniFreuden

Heute kenn‘ ich nur noch Leute, die mich furchtbar verachten würden, wenn ich es wagen würde, anzugeben, daß ich manchmal Zeit habe oder zumindest mir die Zeit suche, aus dem Fenster zu sehen und ein bißchen zu träumen, ziel- und planlos spazierenzugehen oder ähnlichen Unfug zu treiben. Ein Mensch, der nicht gehetzt, gejagt, übernervös und stets unausgeschlafen ist, hat keinen Chic, kein Format und keine Existenzberechtigung.
(Lili Grün: Mädchenhimmel!)

schön war der juni. mit viel zeit und muße und voller freuden. und weil sie dieses mal mit ziemlicher verspätung kommen, präsentiere ich sie ihnen kurz und gebündelt in photographischer (aber nicht chronologischer) reihenfolge. ich freute mich über

° den grünfink, der uns in unserem balkongärtchen neben vielen anderen vögeln auch (spatzen, tauben, elstern, meisen) einen besuch abstattete;
° die zwiebeln, die so schön blüten und manch insektengast anlockten;
° die besuche im park, die der augustjunge nutzte, um im gras zu krabbeln und gänseblümchen zu verspeisen;
° die zwei turmfalken, die immer wieder über dem haus und der gegenüberliegenden brachfläche kreisten (oder sich in der ulme bzw den bahnleitungen niederließen);
° das konzert eines distelfinks, dem ich an einem frühen morgen lauschen konnte;

° die auf einem spaziergang gepflückten und auf dem balkon gesammelten kräuter (sauerampfer, borretsch, majoran, senfsaat, rucola,…), die der liebste zu einer abgewandelten grünen sauce verarbeitete und mit frischen pellkartoffeln servierte;
° die radieschen- und vielen, vielen anderen blüten auf dem balkon, die unmengen von bienen und hummeln anlockte;
° den augustjungen, der in mirow mit großer begeisterung den katzen hinterher krabbelte (die sich nur leider meist flugs aus dem staub machten);
° die zwei buschbohnenblüten, die uns bei unserer rückkehr aus mirow erwarteten (alle anderen waren in genau der zeit auf- und wieder verblüht);
° der pflücksalat, der in dem blumenkasten fleißig vor sich hin wuchs und uns so manche speise verfeinerte;

° den leckeren eintopf, der bei einem terra-preta-workshop auf einem einfachen dosenholzofen gekocht und dann in schönen holzschalen mit fladenbrot serviert wurde;
° die tomatenstäbe, an denen sich seit dieser gartensaison meine tomaten hochranken;
° die gesammelten holunderblüten, aus denen der liebste hollerpancakes…
° …und ich hollergelee gekocht haben;
° die theoretischen und praktischen informationen sowie die erde, die ich von den initiatoren des bereits erwähnten workshops mitbekam;

° die gespräche mit einer dänischen studentin, die mich im rahmen ihrer abschlussarbeit über mein balkongärtchen interviewte und der ich auch mein samensortiersystem präsentierte;
° das paket des dichterbruders, der uns neben allerlei knabbereien auch selbstgemachten hollersirup, zwei flaschen edelsten traubensaft sowie eine selbstcollagierte postkarte schickte ♥;
° die vielen stunden, in denen der liebste uns alte kinderbücher vorlas;
° der berlingruß von taija, mit dem kleinen kunstwerk auf der rückseite;
° die bereits erwähnten noch warmen mit puderzucker bestäubten hollerpancakes;

° der augustjunge, der (meist) sehr vorsichtig und mit großer ausdauer bücher für bücher durchblättert;
° die eierschalen, die wir als beetbeigabe gesammelt und zerstampft haben;
° der besuch von franziska, mit der ich (via blog, briefe, emails, pakete) schon lange in verbindung stehe und die ich nun endlich auch ganz real kennenlernen durfte;
° die kleine hand, die immer mal wieder hinter dem sessel an der heizung auftauchte, um nach zeitungsenten, notizbüchern oder schächtelchen zu tasten;
° die freude des augustjungen als ich von dem turmfalkenpärchen abgelenkt bin und er es schafft, endlich an die gefüllte gießkanne zu gelangen.

Verfasst von: dietauschlade | 4 Juli 2017

karten statt kommentare [2]

Als wir einmal, einer den Arm um die Schulter des anderen gelegt, über die Brücken nach Hause gingen, erinnerten wir uns an die holzverkleideten Einfahrten in Prag, mit Toren so groß wie Lastwagen. Und einen Augenblick lang wurde die Seine für uns beide zur Moldau.
(John Berger: Mann und Frau, unter einem Pflaumenbaum stehend)

manchmal dient paris als hintergrundkulisse für prag und manchmal eben für mecklenburg-vorpommern. während unseres urlaubs in mirow habe ich manch freie mußestunde genutzt um in der sommerwärme auf der terrasse (oder am küchentisch während der sommerregen auf das dach prasselte) ein paar neue postkarten als urlaubsgrüße zu gestalten. denn ich habe zwar ab und zu in den verschiedensten blogs gestöbert, doch kommentare konnte ich (immer noch) keine hinterlassen. dann eben postkarten: schwarzweiße, grüne (mal mit einem hauch rosa), blaue, rote oder gelbe.

Verfasst von: dietauschlade | 4 Juli 2017

…und im garten.

Dann saßen wir noch lange auf dem Strohdach neben dem Schornsteine, blickten unter uns auf die kleinen Saatenfelder und die kleinen Apfelbäume und wunderten uns wie die große Welt von oben so anders aussah.
(Paula Becker an Reiner Maria Rilke: Briefwechsel)

ein strohdach zum draufsitzen finden sie auf burg stargard leider nicht (wenn auch einen grünbewachsenen burggraben, der ein paar ziegen als weidefläche dient [7;9], sowie einen daran anschließenden burgteich [1o]), doch wenn sie einen blick von oben auf das stargarder land werfen möchten, können sie im anschluss an ihren museumsbesuch einfach den burghof [4;5] überqueren (einen abstecher in die wunderschöne schlichte kapelle [8] machen, deren eingangstür mich an manches werk von andreas felger erinnert), über viele, viele stufen auf den burgturm [11] steigen und dann oben einen herrlichen rundumblick genießen. und wenn sie dann den letzten teil der stufen (der außen am turm entlangführt) hinuntersteigen, dann ja dann sehen sie schon den wunderbaren garten [15] des anwesens.

 

treten sie einfach durch das grünberankte tor [12], laufen sie (am besten barfuß) über die liebevoll angelegten wege [3;11] und durch die sorgfältig gepflegten (hoch)beete [13;14;16;18;19;2o]. schnuppern sie hier an der minze, dort an der weinraute, staunen sie über die größe der zitronenthymianblätter sowie das akkurat gebaute insektenhotel [13]. und wenn sie alles gerochen, gefühlt und gesehen haben, dann nehmen sie doch (mit blick auf den schlosseigenen weinberg [17]) auf der wiese unter dem kirschbaum [2] platz und genießen sie (beispielsweise mit ihrem liebsten, dem augustjungen, der belle-sœur & dem beau-frère) kaffee, kuchen und dieses wunderbare fleckchen erde.

Verfasst von: dietauschlade | 2 Juli 2017

im museum auf burg stargard

In dieser Beschreibung [von Otto Friedrich Bollnow, 1963] aus dem 2o. Jahrhundert offenbart sich ein grundlegender Wandel der Erwartung an das Wohnen. Das Haus als Rückzugsraum aus dem Arbeitsalltag und als Insel des Friedens zu definierenm wurde erst möglich, nachdem die Funktionstrennung von Arbeits- und Schlafplatz vollzogen war – und das Arbeiten als etwas Entfremdetes definiert wurde, von dem man sich zu erholen und getröstet zu werden hatte. Ein Bauer oder ein Schreiner, der seine Werkstatt in einem Haus hatte, wo Wohnen und Arbeiten ineinander übergingen und auch keine Ladenschlusszeiten galten, dürfte Probleme mit dieser bürgerlichen Sicht auf Arbeit und Wohnen haben; das Arbeiten war für ihn Teil des Wohnens im althochdeutschen Sinn des Wortes ab wuan, was nicht nur »da bleiben«, sondern auch »zufrieden sein« heißt. (Niklas Maak: Wohnkomplex. Warum wir andere Häuser brauchen.)

sollten sie in mirow verweilen und lust auf einen tagesausflug haben, dann fahren sie doch einfach zur burg stargard (im gleichnamigen ort). holen sie sich am besten ein kombiticket, so dass sie nicht nur die burg und den turm besichtigen, sondern auch dem museum einen besuch abstatten können. dort gibt es allerlei alte werkzeuge, möbel und haushaltsgegenstände zu bewundern. in einem rundgang über zwei etagen (der gerade die richtige länge hat), können sie sich über alte handwerke, das leben in früheren zeiten und über deutschlands nördlichstes weingebiet informieren. (und falls sie auch einen kleinen, krabbelnden menschen dabei haben, kann es sein, dass sie außerdem hier und da unter manch absperrung hindurchkriechen und ihr kind zurückholen müssen.)

Verfasst von: dietauschlade | 30 Juni 2017

das forstamt.

Flüchtig der Gedanke, daß nur in solchen Häusern diese Art von Behörde einquartiert sein konnte.
(Christa Wolf: Stadt der Engel)

auch wenn es bei christa wolf um ein völlig anderes gebäude unter völlig anderen umständen handelte, geht mir dieses zitat über die form und funktion eines gebäudes durch den kopf als wir drei bei einem abendspaziergang durch mirow das forstamt entdecken. berankt von gelben und weißen rosen, ein blühender bauernjasmin vor dem fenster, ein hirschgeweih über der eingangstür und ein breachtliches vogelhäuschen. im hinterhof findet sich ein insektenhotel, alte arbeitswerkzeuge unter dunkelgrünen tannen, ein spiralförmiges kletterbeet, eine feuerstelle und ein paar bänke inmitten von wiesenblumen. hinweisschilder informieren die gäste des amtes  über naturkreisläufe und waldtiere. nur die fast leeren tiergehege stimmen mich ein wenig traurig (die waschbären wurden – trotz hinweisschild – gefüttert und starben an herzüberfettung, auch die hamster und hasen sind weg und die fische im teich wurden alle vom reiher geholt, erzählt der förster der schwiegermama, dem augustjungen und mir als wir ein paar tage später wieder bei tageslicht auftauchen); doch einige bunte sittiche sitzen noch auf ästen in ihrem gehege und am teichrand sonnen sich ein paar frösche. wäre nicht das schild vor dem backsteinhaus gewesen – ich hätte mich eher in freier natur denn in einem amt vermutet.

Verfasst von: dietauschlade | 29 Juni 2017

mirow.

Jetzt ist er endlich da, der Frühsommer 1954, die Sonne scheint Tag für Tag von einem wolkenlosen Himmel, das frische Hellgrün der Bäume geht in ein immer schweres Grüb über, und die ganze Welt duftet nach frisch ausgeschlagenem Laub. Eine Zeit für Heuschnupfen und Ekstasen.
(Lars Gustafsson: Frau Sorgedahls schöne weiße Arme)

wenn sie von berlin nach mirow reisen möchten, ist das eigentlich ziemlich einfach. sie steigen am gesundbrunnen in den regionalexpress, suchen sich einen fensternahen platz [12] und beobachten bis neustrelitz die brandenburger und mecklenburg-vorpommernsche landschaft. in neustrelitz angekommen, steigen sie aus, warten am selben gleis eine kurze viertelstunde und steigen dann in den kleinen alten zug der hanseatischen eisenbahn [16]. während der fahrt können sie weiter die landschaft beobachten, dem mitreisenden touristenführer lauschen, den zielort auf dem ausgeteilten stadtplan schon einmal unter die lupe nehmen oder aus dem hinteren führerhäuschen [2] schauen.

in mirow selbst lässt sich dann so einiges unternehmen. sie können sich fahrräder mieten und hinaus durch felder und wälder [6-1o] fahren. sie können durch ein graslabyrinth schreiten [6] oder über die schlossinsel lustwandeln [5;13;15], akkurat angelegte beete und eine fülle an seerosen bewundern (und wenn sie glück haben sogar einen rotmilan entdecken, der über die insel kreist). wenn sie (wie ich) die etwas wilderen gärten und grünflächen bevorzugen, dann machen sie einfach einen spaziergang durch das übersichtliche örtchen. erfreuen sie sich an gärtchen [1;4;18] und obstwiesen [3] und den vielen breiten, wildbewachsenen grünstreifen in straßenmitten. entdecken sie alte und neue backsteinhäuser [14;17;2o;23;25] sowie manch schöne baufälligkeit [21;22;24]. wenn sie eine kleine pause benötigen, setzen sie sich auf eine bank unter einer der vogelhäuschenbestückten birken am see und genießen sie ihre mitgebrachte stullen. (halten sie dabei ihre augen nach bachstelzen offen, die hüpfen gerne am ufer entlang.)

und am abend (nach dem kaffeetrinken mit dem vorzüglichen kuchen ihrer schwiegermutter) können sie an den see schlendern, ein kleines bad nehmen, den sonnenuntergang bewundern und sich auf den nächsten tag freuen. vielleicht machen sie einen spaziergang zu einem verlassenen haus oder zu dem forstamt in mirow.

Verfasst von: dietauschlade | 23 Juni 2017

beobachtungen während einer zugfahrt…

…von berlin nach mirow

° die kamerunschafe im garten eines alten bauernhauses.
° der junge mann, der im zug das alte fotoalbum seiner (ur-)(groß-)eltern anguckt, es später lässig unter’n arm klemmt und in löwenberg mit seinem kumpel davon spaziert.
° das leere aquarium auf der bank im schatten des gelben backsteinhauses.
° auf einem feld steht hier das gerüst und dort das häuschen des hochsitzes.
° der schimmel, der auf einer wiese unter apfelbäumen grast.
° die grasgrün bewachsenen felder unter hellblauem, schäfchenbewölkten sommerhimmel. dazwischen schmiegen sich ab und an ein paar häuser.
° das undefinierte mohnfeld, das wie ein roter see inmitten des grün auftaucht.
° der turmfalke, der über gransee seine runden am himmel dreht.
° die kleine herde hellbrauner kühe, die in der mittagssonne liegen. zwei, drei tiere bevorzugen das ruhen im stehen.
° der storch, der – gerade als ich von meinen notizen aufblicke – auf dem feld landet.
° das doppelhaus in alltagsgrau. während die linke dachhälfte mit dunkelroten, unnatürlich glänzenden ziegeln gedeckt ist, liegen auf der rechten hälfte irdene, matt dunkelbraune schindeln, zwischen denen hier und da ein grashalm wächst.
° der greifvogel (welcher? schon sind wir vorbei), der über dem seerosenweiher kreist.
° der verlassene stand vor einem haus an der bundesstraße, an dem ein paar gartenerzeugnisse feilgeboten werden. ob der leuchtend pinkfarbene strandschirm die autos zum halten bewegt?
° die alte verfallene fabrik in fürstenberg. morsch das freiliegende gebälk, winddurchlässig die fenster. nicht zum richtfest wachsen die birken auf der dachzinne.
° die langstämmigen kiefern, die kilometerweit wie auf einer grünen, weichen, gebeulten bettdecke wachsen. (wie gerne läge ich jetzt im unterholz.)
° die zwei störche, die auf einer weide waten. fast übersehe ich die große herde mit den verschiedensten kühen. hellbraune, dunkelbraune, schwarz-weiß-gescheckte,…
° die blaue libelle, die über den gleisen in neustrelitz surrt.
° der hölzerne wegweiser, der mitten auf einem feld – ganz ohne weg – steht.
° die zwei graureiher inmitten hohen, braunroten gräsern.
° die rosa leuchtenden heckenrosen am bahndamm.
° der graue bürostuhl, der in einem hochsitz steht. (teil der grundausstattung?)
° der kleine, kiefernadelrote ameisenhügel, auf den ein sonnenstrahl fällt.

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