Verfasst von: dietauschlade | 1 September 2015

gen Süden 2o15. rückschau (4)

Beobachtungen während einer Fahrt mit der Schwarzwaldbahn (Konstanz – Karlsruhe).

° Die drei Störche auf dem Feld.
° Der kreisende Greifvogel. (+1|1|1|1|1)
° Der alte Meilenstein, der nicht an einer Straße, sondern mitten auf einem Bahnsteig steht.
° Die zwei Graureiher (+1), auf der Wiese. Einer spazierend. Einer stehend.
° Die alten, schmalen, hohen, ‹windschiefen› Häuser in Engen, Wand an Wand, sich gegenseitig stützend, wie eine mittelalterliche Stadtmauer erscheinend. Davor kleine Gärten am Hang. Hier mit ein paar alten Steinstufen, dort mit einem Törchen. Ab und zu eine winzige Gartenhütte.
° Das Hochbeet in einem Garten mit einem riesigen Rotkohl darin.
° Der Schwan, der in der Flußbiegung schwimmt.
° Und kurz darauf der Graureiher, der regungslos im Wasser steht.
° Das Bahnhofscafé mit den drei Tischen, die ‹im Freien› (unter der dämmrigen Gleisüberdachung aus Plastik) stehen. Darauf: geblümte, ausgeblichene Wachstuchtischdecken, je ein Aschenbecher und zusammengestellte Kaffee-Kuchen-Gedecke. Drumherum ein paar verstreute Plastikgartenstühle.
° Die sumpfige Wiese mit ein paar Wasserstellen, vielen Gräsern und hellvioletten Blüten.
° Tannenbühl, Tannenwald, Steinbis, Grundwald, Sommerau, Gaisloch, 3. Seelenwald, Forellen, Mühlhalde, Kurzenberg, Spärle, 3. Bauer, Hohenacker, 4. Bauer, Niederwasser, 2. Glasträger. Die Namen der vielen Tunnel, die sich wie Perlen auf eine Gleiskette reihen.
° Die zwei Kälber, nebeneinander an der Tränke, von denen man nur die beiden Hinterteile sieht.
° Die gedrungene, alte Hütte, die zwischen Berg und großem, dicken Tannenstamm gequetscht ist.
° Die hohen Berge und tiefen Täler. Über und über mit Tannen bewachsen.
° Die kleine Hundehütte, die mit echten roten Ziegeln gedeckt ist.
° Das ehemalige Gewächshaus (?!), in dessen einer Ecke ein Stapel alter Holzräder liegt.
° Die Bahnhofsgaststätte mit dem Schild: «Se bst Bedienung  m Fenster».
° Der Graureiher auf dem sonst leeren Acker.

Verfasst von: dietauschlade | 31 August 2015

gen Süden 2o15. rückschau (3).

amSee_wanderung1

a, b, see

abschiedsbusfahrt. balkoneskapaden. chaos (im öpnv). dinkelmehl (frisch gemahlen). eis. freunde. greifvogel. hitze. inspirationen. johannisbeerschorle. kraxe. libelle. marktbesuch. natur. ofengemüse (an gnocchi). planschbecken. querfeldein. reh (am waldesrand). spaziergang (am abend). tierkinder. urlaub. vergnügen. wanderung. x brombeeren. yachten (in der ferne). zwetschgenkuchen (vegan).

amSee_raststätte

Verfasst von: dietauschlade | 27 August 2015

gen Süden 2o15. rückschau (2).

Beobachtungen während einer Busfahrt (Freiburg – Konstanz).

º Die tannenbewachsenen Hänge, aus denen hier und da wiesengrüne Kahlstellen (mal mit einem Haus, mal mit ein paar Laubbäumen darauf) hervorblitzen.
º Das Bächlein, das kilometerweit munter neben der Straße fließt und in das ich jetzt gerne meine Füße stecken würde (Außentemperatur: 35°C).
º Der Bergfelsen, der ganz plötzlich (hell und stellenweise nur von ein paar Gräsern, Büschen und kleinsten Birken bewachsen) hoch neben uns aufragt.
º Die Kamille am Fuße der Felshänge. Und die Erika auf den Felsvorsprüngen.
º Der Blick von höchster Höhe herunter auf ein Meer voller dunkler Tannenwipfel.
º Die einsame alte Holzbank am Rand eines kiesgrauen Feldweges – mit Blick auf hellgrüne Wiese vor dunkelgrünen Tannen.
º Die buntgemischte Kuhherde, die im Halbschatten einer Baumgruppe ruht.
º Der Passagier quer vor uns, der auf Kopfhörern konzentriert Musik hört – die Partitur auf dem Flachrechner vor sich. Ab und zu klopfen seine Finger den Takt mit.
º Der Fallschirmspringer, der gemächlich über die Wipfel der Tannen gleitet.
º Der Bach, der sich tief unter uns durch’s Tal schlängelt.
º Das farn-, moos-, blaubeerbewachsene Unterholz, in dem ich neben den langen, hohen Tannenstämmen winzige, dickliche und noch sehr hellgrüne Tannenbäumchen entdecke.
º Der weite, blaue Sommerhimmel mit einem einzelnen weißen Wölkchen.
º Die alte Kirche mit dem grünbedachten Glockenturm.
º Der Greifvogel, der auf einem frisch gepflügten Acker landet.
º Kurz darauf noch ein anderer Greifvogel, der majestätisch über den Wipfeln kreist.
º Die hellgrünen Wiesen, auf denen (mit weißer Folie überzogenen) Heuballen leuchten.
º Die drei Rehe, die auf einem Feld im Schatten des Waldes grasen.
º Zwei (+1+1) Greifvögel, die über Feldern kreisen.
º Der schmale Streifen Kartoffelacker, zwischen Bundesstraße und einem Spazierweg.
º Die große Gänseschar an einem alten, eckigen, graugelben Turm.
º Der Greifvogel, auf einer grünen Wiese.
º Das Graffiti. das ich an einer Autobahnbrücke entdecke. Alles für alle.
º Die 6 oder 7 Störche auf einem Stoppelfeld.
º Der See, mit Booten und Bötchen bedeckt, der sich plötzlich neben uns erstreckt.

Verfasst von: dietauschlade | 26 August 2015

gen Süden 2o15. rückschau (1).

schauinsland_braungrünblau

Für mich besteht die einzige Erholung im Schlendern oder Liegen im Grase, in der Sonne,
wobei ich die winzigsten Käfer beobachte oder auf die Wolken gaffe.
(Rosa Luxemburg im Gefängnis)

schauinsland_blaugrüngrau

im sommer kann mich eigentlich nur wenig von meinem balkongarten weglocken (sie merken es an meiner längeren abwesenheit an dieser stelle). hier kann ich wolken, bienen und hummeln beobachten, die sonne genießen, eine erfrischende rhabarberschorle genießen, meinen pflanzen beim wachsen zusehen, mir beim stecklinge umpflanzen, unkräuter rupfen oder erde aufschütten die hände dreckig machen und dazwischen hier eine gelbe tomate und dort eine rote walderdbeere naschen.

schauinsland_grün

wenn uns im sommer also etwas oder jemand für längere zeit weglocken kann – dann nur freundliche menschen, die wir endlich wiedersehen möchten (und mit dem wissen, dass die beste pankowfreundin sich gewissenhaft um das balkongärtchen kümmert ♥). es ging also wieder gen süden.

schauinsland_grünbraun

zunächst zu freunden im freiburger norden. mit abendlichen gesprächen im freien, ausdauerndem kieselsteine sortieren des liebsten mit dem kleinen sohn der hauses, leckerem essen und einem spaziergang am schauinsland. auch hier wieder kieselsteine. und wolken. und schafe. ein picknick im grünen. erd-, him- und blaubeeren am wegesrand. und (auch wenn es nicht montag war) mandalas.

schauinsland_rotblau

Verfasst von: dietauschlade | 17 August 2015

abend(b)rot

abend_b_rot

Und da hatte er recht, daß alles schön war, wenn Sonntag war. Die Bienen flogen rum, die Zechen standen still, die Luft war nicht so verpestet wie in der Woche. […] Es roch nach Hühnerdreck, Ziegen und Blüten; Autos fuhren keine, und die Sonne schien. Man durfte sich das gar nicht alles auf einmal ansehn, sonst mußte man vor Freude weinen. (Janosch: Cholonek oder Der liebe Gott aus Lehm)

wenn man fast zwei wochen im süden deutschlands unterwegs war, ist es genau das richtige, am späten samstag abend (bzw. nacht) nach hause zu kommen. nach der nachtruhe liegt dann nämlich noch ein ganzer, langer, wunderbarer freier sonntag vor einem. man kann ganz in ruhe die gereiften tomaten (welche die beste pankowfreundin ausdauern goß – danke!) bewundern und kosten, man kann den alten karteikasten (den die schwiegermama glücklicherweise nicht brauchte und an mich weiterreichte) mit registerkarten und den vielen saamentütchen (nach aussaatmonat geordnet) füllen, man kann den balkon auf vordermann bringen (tomatenbüsche stabilisieren, gelbe blätter und wildwuchernde gräser entfernen, malven-| rauken-|  borretschsamen sammeln, ringelblumen und den lauch umsetzen) und (in anbetracht des fast leeren kühlschranks) die zutaten für das abendbrot ernten: eine fuhre ackerbaukartoffeln (herr ackerbau schenkte mir im frühling noch ein paar setzkartoffeln), die erste beete des jahres sowie eine handvoll mangold. wenn gartenwerkzeuge weggeräumt, die hände gewaschen und die farben | formen | gerüche | geschmäcke des balkongärtchens ausführlich genossen sind, kann es in die küche gehen. die kartoffeln werden gewaschen und mit schale gekocht. die rote beete wird in feinste scheiben gerieben und mit einer creme aus walnüssen (die der schwiegerpapa uns bereits geschält mitgab), frischkäse (kühlschrankfundstück), meerrettich, etwas rapsöl, wasser, salz und pfeffer betupft. die mangoldblätter landen in einer schüssel mit kochendem, gesalzenem wasser. während sie ziehen, werden die kleingeschnittenen mangold- und beetestiele in einer pfanne mit salz und pfeffer angebraten. außerdem wird eine füllung aus frisch gepflückten kräuternfrischkäse, salz und pfeffer zusammengerührt. anschließend werden die mangoldblätter aus dem wasser geholt, trockengetupft, mit der kräutercreme bestrichen, mit ein paar tomatenswürfeln sowie den gebratenen stielen gefüllt und das ganze gerollt. ein farbenfrohes abendessen, ein passender sonntagsabschluss und die beste weise langsam wieder anzukommen!

Verfasst von: dietauschlade | 4 August 2015

pflanzenfreunde

tomatenBlüten_1

Karl hatte so im Laufe seines Lebens immer wieder einmal zwei Pflanzen, die er in Töpfen zog, mit denen ihn eine Art Freundschaft verband. So etwa seit zehn Jahren eine Agave und eine Art Kaktus, die er als ganz kleine Pflanze an einem seiner Lieblingsplätze auf der Welt ausgegraben hatte. Er stellte sie im Sommer auf den Balkon und schützte sie im Winter vor Kälte. (Janosch: Sandstrand)

tomatenBlüten_2

eine besonders innige beziehung hege ich zu meinen tomatenpflanzen. bei der ernte im spätsommer suche ich die schönsten früchte heraus, sammle die kerne und trockne sie. im herbst wandern sie in kleine tütchen und überwintern in einer kiste im wohnzimmer. zu beginn des frühlings packt es mich und die samen werden ausgesäht, sorgsam gewässert und (wenn sich das erste grün zeigt) pickiert. kurz nach eisheiligen (wenn der geräumige flur schon völlig grün und zugewuchert ist) verschenke ich einen teil der pflanzen und einen teil setze ich auf den balkon. und dann beginnt für mich die lange wartezeit. zunächst werden die pflanzen nach diesem standortwechsel kräftiger und wachsen weiter fleißig in die höhe. doch dann (meist nach ein paar wochen) zeigen sich erste blüten. (in diesem jahr ist mir erstmals so richtig die blütenvielfalt aufgefallen: manche zart und geschwungen, andere kräftig und robust. manche wie ein filigraner lampenschirm und eine – die blüten der litschitomaten – mit einem langen wehenden weißen rock). und während man sich noch an der leuchtenden blütenpracht erfreut, tauchen hier und da kleine grüne knubbel auf, die stetig wachsen und (ganz unterschiedliche) form annehmen. irgendwann, ganz plötzlich (man hat sich schon an das dichte grün gewöhnt) entdeckt man wieder ein zartes leuchten zwischen den blättern: die ersten tomaten sind erntereif. endlich.

tomatenFrüchte

Verfasst von: dietauschlade | 1 August 2015

birke oder birne?

Birnenbaum

da hat heute morgen ein vogel wohl das n mit dem k verwechselt
und kurzerhand aus meinem birken- ein birnenbäumchen gemacht.

Verfasst von: dietauschlade | 28 Juli 2015

nebenbei berlin [176]

lüftung

stoßlüften. oder: verrückt wohnt woanders.

Auf der Brücke fasste Rudi die Ereignisse des Nachmittags in wenigen Worten zusammen.
»Diese Leute sind entweder völlig verrückt«, sagte er, »oder sie können nicht genug Frischluft kriegen.«
(Markus Zusak: Die Bücherdiebin)

Verfasst von: dietauschlade | 27 Juli 2015

über der stadt.

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Die Art und Weise, wie wir einen Ort kennenlernen, erschafft ein Bild in unserem Kopf und formt unsere Vorstellung von ihm. Ich glaube, dass unser erstes Verständnis eines Ortes während unserer Bewegung hindurch entsteht – zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder Autos, vielleicht sogar per Schiff oder in der Luft. (Lisa Dietrich: ‹Hometown› in: Stadtaspekte n°o1)

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vor knapp zwei jahren schrieb ich darüber, auf welchen wegen ich berlin bereits erkundet habe. der schrat las dies und dachte sich, dass es ja nicht sein kann, dass seine fliegertochter die große stadt noch nicht aus der vogelperspektive betrachtet hat. prompt schenkten die mamuschka und er mir zum nächsten geburtstag einen gutschein für einen rundflug. letzte woche passte dann endlich das wetter und der pilot hatte ganz spontan zeit, so dass der schrat, der liebste und ich in einer kleinen cessna einen einstündigen flug über das südliche berlin genießen konnten.

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manche bauwerke der großen stadt sah ich beim rundflug zum ersten mal (und – jan gehl folgernd – aus der passenden perspektive), wie beispielsweise die gropiusstadt [13;19] oder die hufeisensiedlung [1o]. manches [5;14;19] war mir von ausflügen bekannt. einige ecken sehe ich fast täglich, wie die rummelsburger bucht [9;12] und den ehemaligen maschinenbauhandel neben dornröschens (nun abgerissenem) schloss [8]. und das heizkraftwerk [9] ist sogar bei nebenbei berlin verewigt. auf dem rückweg flogen wir ‹noch eben› an potsdam und sanssouci [16;17] vorbei und dann ging es über brandenburger felder und wälder (selbst diese riesige halle konnte man in der ferne [3] entdecken) zurück zum kleinen flugplatz. hier ein letzter blick zum himmel und die maschine rangieren.

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liebste mamuschka, liebster schrat – habt dank für diese neue perspektive auf die wunderbare stadt!

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Verfasst von: dietauschlade | 26 Juli 2015

weiter weg zum werbellinsee

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Der Radfahrer kann neue Ziele seiner Wahl erreichen,
ohne daß sein Gefährt einen Raum zerstört,
der besser dem Leben dienen könnte.
(Ivan Illich: Energie und Gerechtigkeit)

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Auf dem Fahrrad kann der Mensch sich drei- bis viermal schneller fortbewegen als der Fußgänger, doch er verbraucht dabei fünfmal weniger Energie. Auf flacher Straße bewegt er ein Gramm seines Gewichts einen Kilometer weit unter Verausgabung von nur o,15 Kalorien. Das Fahrrad ist der perfekte Apparat, der die metabolische Energie des Menschen befähigt, den Bewegungswiderstand zu überwinden. Mit diesem Gerät ausgestattet, übertrifft der Mensch nicht nur die Leistung aller Maschinen, sondern auch die aller Tiere. (Ivan Illich: Energie und Gerechtigkeit)

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Fahrräder ermöglichen es dem Menschen, sich schneller fortzubewegen, ohne nennenswerte Mengen von knappem Raum, knapper Energie oder knapper Zeit zu beanspruchen. Er benötigt weniger Stunden pro Kilometer und reist doch mehr Kilometer im Jahr. Er kann den Nutzen technologischer Errungenschaften genießen, ohne die Pläne, die Energie oder den Raum anderer übermäßig zu beanspruchen.  Er wird Herr seiner Bewegung, ohne die seiner Mitmenschen wesentlich zu beeinträchtigen. Sein neues Werkzeug schafft nur solche Bedürfnisse, die es auch befriedigen kann. Jede Steigerung der motorisierten Beschleunigung schafft neue Ansprüche an Raum und Zeit. Die Verwendung des Fahrrades beschränkt sich von selbst. (Ivan Illich: Energie und Gerechtigkeit)

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wie gut, dass es fahrräder gibt. so kann man ‹mal eben› von berlin an den werbellinsee und zurück fahren. vorbei an kleinen häuschen, einer alten mühle und neu bewohnten herrenhäusern. entlang an bächen mit kleinen brücken und grünen feldern (auch mal mit storch oder reh). durch kiefernwälder mit birkenhainen. gestärkt mit tee und kaffee vom liebsten, mit geschmierten und üppig belegten brötchen vom schrat, mit den freundlichen und interessanten worten der mamuschka sowie mit den kleinen himbeeren am wegesrand. am werbellinsee herzlich und gastfreundlich empfangen von deren schwiegereltern und dem schwesterherz. und natürlich von der mittlerweile schon ganz schön großen nichte, die fröhlich und fast gar nicht mehr wackelig an den see läuft. nach dem füße kühlen und einer runde schwimmen, machen wir uns auch schon wieder auf den heimweg. (auf dem wir sogar noch zwei frisch erblühte holunderdolden und einige lindenblüten entdecken, die an ort und stelle zu einem erfrischenden tee gekocht werden). und nach einem späten kartoffelsalat mit (veganen) würstchen am heimischen esstisch, fallen wir erschöpft, doch sehr fidel in unsere betten!

radTouren_5

Verfasst von: dietauschlade | 24 Juli 2015

Oh, wie schön ist Brandenburg!

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Sie ging hinaus, kramte im vorderen Gepäckkorb ihres Fahrrades und brachte ein Glas Marmelade zum Vorschein, Quittengelee, verkündete sie, für euch. Ich breche bald auf, doch wenn ich darf, möchte ich erst noch ein wenig spazierengehen. Sie lehnte ihr Fahrrad gegen die Treppe draußen. Als sie eine halbe Stunde später wiederkam, hatte sie ein Bündel Primeln mit Wurzeln bei sich, die sie sorgsam im vorderen Gepäckkorb verstaute. (John Berger: Mann und Frau unter einem Pflaumenbaum stehend)

radtouren_2

vergangene woche waren die mamuschka und der schrat bei uns zu besuch. und da sie ihre fahrräder mitgebracht hatten, machten wir am ersten ferientag eine kleine radrundtour durch das schöne nachbarbundesland. durch felder und wälder, entlang an bächen und seen und unter einem blauen, wolkenbetupften sommerhimmel. bereits nach einigen kilometern entdeckten wir einen recht vollbehangenen kirschbaum am wegesrand und legten eine erste pause ein, um die roten, süßen früchte zu pflücken und zu genießen. die zweite pause fand (nun aber so einige kilometer später) am skulpturenweg steine ohne grenzen statt. der liebste kochte kaffee mit seinem kocher, wir genossen unterwegs gekauften kuchen und mitgebrachte belegte brötchen sowie aussehen und haptik der steinskulpturen. am späten nachmittag folgten wir in einem wäldchen der beschilderung an einen kleinen see und legten dort die letzte, sehr erfrischende pause ein. diesmal mit frischgekochtem kräutertee, den restlichen brötchen, äpfeln und ein paar stückchen schokolade. eine wunderbare tour (die mir kurz vor der heimkehr einen ganz neuen blick auf einen ‹fernsehturm im grünen› ermöglichte).

radtouren_3

(die zwei pflänzchen, die ich am seeufer entdeckte, wachsen und gedeihen jetzt fröhlich im balkongärtchen
– und rufen mit jeder tasse pfefferminztee, die erinnerungen an diesen ferientag zurück.)

radtouren_4

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