Verfasst von: dietauschlade | 27 August 2016

nebenbei berlin [2oo] oder…

abrissarbeitenberliner häuser und ihre innenleben.

Der Mensch sollte sein Haus ebenso den Bedürfnissen anpassen wie der Vogel sein Nest… Was ich heute an architektonischer Schönheit sehe, ist wohl allmählich von innen heraus gewachsen, aus den Anforderungen und der Eigenart des Bewohners, der ja der alleinige Erbauer ist, aus einer unbewußten Wahrhaftigkeit und Vornehmheit ohne Rücksicht auf die äußere Wirkung. Wenn sich künftig weiterer Schmuck dieser Art entwickeln sollte, dann muß ihm eine ebenso unbewußte Schönheit des Lebens vorausgehen. Der Maler weiß sehr wohl, daß die interessantesten Wohnungen in diesem Lande die unscheinbarsten Blockhäuser und Hütten der Armen sind. Sie sind die Muschelschale um das Leben ihrer Bewohner, und nicht nur eine Besonderheit an der Außenseite macht sie malerisch. (H.D. Thoreau: Walden oder Leben in den Wäldern)

…apropo muschelschale:

Mit sechzig, siebzig Jahren verstehst du plötzlich, daß der Garten und das Haus nicht mehr Orte sind, wo du aus Bequemlichkeit oder aus Zufall oder wegen ihrer Schönheit lebst, sondern daß sie zu dir gehören wie die Muschelschalen zu dem Weichtier, das in ihm wohnt. Du hast mit deinen Absonderungen die Muschel gebildet, in ihre Windungen ist deine Geschichte eingegraben, das schützende Haus hüllt dich ein, ist über dir, um dich herum, vielleicht wird nicht einmal der Tod es von deiner Gegenwart befreien, von den Freuden und Leiden, die du in ihm empfunden hast. (Susanna Tamaro: Geh, wohin dein Herz dich trägt)

Verfasst von: dietauschlade | 23 August 2016

augustFreuden (1)

augustFreuden_blau

»Du mußt lernen zu warten«, sagt Cat am Abend […]. »Auch auf die kleinen Ereignisse.«
(Judith Hermann: Sommerhaus, später.)

augustFreuden_orange

das erste viertel des augustes war vor allem vom warten auf das sommerkind geprägt, welches durch so manche große und kleine freude versüßt wurde: der spontane besuch der lang nicht mehr gesehenen freundin mit ihrer kleinen tochter [1], das wunderbare tauschpaket von lisa [2] und die überraschungspost der mamuschka [5] als antwort auf diesen blogpost. das gemeinsame frühstück mit zwei kolleginnen bei uns [7], die minipaprikas [8] und die vielen tomaten [1o], die sich nach und nach (und immer schneller) färbten. der (vorerst letzte) zweisame besuch beim lieblingsvietnamesen [13] mit dem sitzplatz direkt neben der hoch rankenden kapuzinerkresse [11]. und die buschbohnen, die sich innerhalb weniger tage nach der aussaat an der erdoberfläche zeigten [12]. auch die zwei augustviertel nach der ankunft des sommerkindes bargen so manche freude: die wölkchen am spätsommerhimmel [3], die ich entdecke, als ich beim stillen ein blick aus dem fenster werfe. die täglich eintrudelnden briefe und päckchen mit allerlei schönem und nützlichem für das neue leben zu dritt [4; 14]. die hummeln, die sich an den letzten ringelblumen erfreuen [6]. die sonnenblume, die uns ein|e unbekannte|r vor die wohnungstür stellte [9]. und die buschbohnen, die zu einem richtigen wald heranwachsen [15].

augustFreuden_grün

Verfasst von: dietauschlade | 14 August 2016

sonntagsfreude.

sonntagskind

sonnabend, 6. august 2o16. auf den straßen pankows sind an diesem frühen abend viele leute unterwegs. eine mutter kommt mit ihrer tochter vom spielplatz. ein ehepaar erledigt die letzten wochenendeinkäufe. ein anderes macht einen spaziergang bevor der abend heraufzieht. der liebste und ich sind ebenfalls – mit rucksack und tasche – bepackt unterwegs. alle drei minuten halten wir an. machen eine kurze pause. schnaufen durch. gegen halb sieben betreten wir das krankenhaus.

sonntag, 7. august 2o16. die straßen pankows sind an diesem frühen sonntag morgen so gut wie leer. ein busfahrer läuft zur arbeit. ein älteres ehepaar führt seinen hund spazieren. die sonne zieht langsam am gewölkten himmel auf. vögel zwitschern in die sonntägliche ruhe hinein. der liebste und ich verlassen gemeinsam mit unserem kleinen sohn das krankenhaus. gemütlich und ganz in ruhe spazieren wir nach hause. gegen halb sieben kommen wir an. herzlich willkommen, sonntagskind!

Verfasst von: dietauschlade | 31 Juli 2016

juliFreuden (3)

juliFreuden_hell

Ich habe immer ein Ei in Reserve, sinnierte Sven, für den Fall, daß ich mehr Farbe anrühren muß.
(John Berger: Mann und Frau, unter einem Pflaumenbaum stehend)

eine große freude war in diesem sich dem ende zuneigenden monat das balkongärtchen (in dem mir so manche tomatenpflanze schon über den kopf wächst [1o]), welches auch für spontan erdachte oder herausgesuchte gerichte manch notwendige zutat in reserve hatte – den mangold für ein curry-mangold-nudelgericht [7], die kleine gurke [8] und die feingehackten borretschblätter für einen schnellen kartoffelsalat [9] oder auch den erfrischenden minzzweig für mamuschkas&schrats rhabarbersirup, welcher uns die heißen sommertage versüßt [5]. außerdem erfreute ich mich in diesem gleichzeitg ‹öffentlich› so gehetzten, aufreibenden und ‹heimisch› so verlangsamten, ruhigen monat an der winzigen bunten feder [1], die sich eines morgens auf einem tomatenblatt niedergelassen hatte, an dem kiefergesäumten blick in den berliner sommerhimmel in freundes garten [6] und an dem fertigen möbelaufsatz [2;3], der nun (behütet von ein paar freundlichen gefährten [4]) auf den benutzer wartet.

juliFreuden_grün

Verfasst von: dietauschlade | 30 Juli 2016

samentütchen aus papier.

samentütchen

Je rêve d’un monde heureux. Je veux que ma vie soit comme une orange toute douce.
(Auriane Noël Matsi, 13 ans*)

wer von einer besseren welt träumt, sollte nicht knausern. und wer so wunderbare kommentatorinnen hat, erst recht nicht. deswegen sende ich einfach an alle fünf kommentatorinnen die samentütchen zu. und wer noch ein paar mehr benötigt, kann gerne meine schablone nutzen, um aus alten zeitungen | büchern | briefumschlägen | etc. weitere tütchen herzustellen: umriss auf das papier übertragen [1] und ausschneiden [2]. seitenlaschen einknicken [3]. untere kante bis zum obersten punkt der seitenlaschen falten, so dass eine falz entsteht [4]. wieder öffnen. die seitenlaschen mit leim bepinseln [5]  und erneut die untere kante an der falz nach oben falten [4]. obere lasche umknicken [6]. samentütchen füllen.

*in: Katharina Müller (Hg.): Ma vie sera une orange toute douce. Jeunes femmes au Cameroun d’aujourd’hui.

Verfasst von: dietauschlade | 26 Juli 2016

juliFreuden (2)

juliFreuden_violett

Nicht sich selbst einbauen, sondern die Erde bewohnbar machen, ein Dach decken, ein Haus instand setzen, auch wenn man jeden Tag daran denkt, daß es in wenigen Jahren zerstört werden könnte. Nun gerade Blumen säen, dachte ich dieses Frühjahr, und säte viel mehr als sonst, nun gerade Bilder an die Wand hängen, sagten wir uns, und kauften Bilder, und oft fragte ich mich, wie an diesem Morgen, ob Schönheit – ein Wort, das für mich, so gebraucht, in unsichtbaren Anführungszeichen steht – unter der realen, nahen Bedrohung der Vernichtung aller Zeugnisse unserer Kultur, der häßlichen wie der »schönen«, nicht eine neue Bedeutung bekommen hat. (Christa Wolf: Ein Tag im Jahr. 196o-2ooo)

wie christa wolf, ghislana oder sebastian möchte auch ich allen düsteren meldungen und neuigkeiten ein trotz dem entgegensetzen. trotz dem freue ich mich an den seidenen blüten der auberginenpflanze und an dem wachstum der schlesischen himbeeren, deren samen gitta mir vor zwei jahren zusandte.  trotz dem stelle ich mit hilfe einer schablone sowie den seiten eines alten pflanzenbuches kleine samentütchen für die diesjährigen pflanzensamen her, so dass ich auch im nächsten jahr wieder säen kann. trotz dem genieße ich frisch vom strauch gepflückte haselnüsse und den anblick der blühenden malven im garten urlaubender freunde, die diesen für den pankower freundeskreis großzügig zur verfügung stellten. trotz dem unterstütze ich (soweit es geht) den liebsten und einen verweilenden freund, die mit den rädern holzbretter, schmiergelpapier sowie leinöl besorgten und über mehrere stunden auf unserem balkon werkelten, um für ein möbelfundstück einen passenden aufsatz zu bauen, und bewirte sie mit getränken und abendessen. trotz dem bin ich, wie in jedem jahr, freudig überrascht über die ersten sich färbenden tomaten. trotz dem verbringe ich eine wunderbares abschiedsfrühstück mit der freundin, die bald wieder in ihr heimatland zurückkehrt und genieße gespräche und unsere verbundenheit. trotz dem staune ich über die kleinen paprikapflanzen, die über und über mit früchten behängt sind. trotz dem zelebriere ich die erste tomatenernte in diesem jahr. und trotz dem (oder gerade wegen all dem) möchte ich freude weitergeben und verlose drei mal fünf samentütchen unter all denjenigen, die bis freitag abend an dieser stelle einen kommentar hinterlassen.

juliFreuden_grünOrange

Verfasst von: dietauschlade | 19 Juli 2016

BREAK.

break_1

BREAK ist eine Ausstellung, eine Lesung, ein Magazin. Du besuchst heute die Ausstellung. Im Zentrum stehen Menschen aus Syrien und ähnlich im Alter, Geschlecht und Beruf Menschen aus Deutschland. Alle wurden mit Polaroids, Sounds und einem Logbuch gefragt: Was bedeutet Alltag vor und im Krieg in Syrien und Alltag hier in Deutschland? […] Nimm jetzt einen Stein aus der Emaileschale. Das ist dein Stein für eine gewisse Zeit deines Weges. Du wirst ihn bis nach oben in die vierte Etage zu BREAK tragen und ihn in das Gefäß, wo sich der Baum der Lebens befindet, ablegen. Keine Angst! Du wirst den Baum des Lebens erkennen. Achte auf dein Gehen Achte auf deine Atmung Gehe drei Schritte, atme ein. Gehe drei Schritte, atme aus. Tue dies langsam und kontinuierlich bis zu zum Baum des Lebens kommst. Wir wünschen Dir alles Gute auf deinem Weg, [RodewaldFoest Produktion: Begleitblatt zur Ausstellung]

break_2

vorletzten sonntag bin ich zu einer spielstätte im prenzlauer berg gefahren. dort habe ich eine freundin und alte bekannte (wieder)getroffen. ich habe einen stein aus der emaileschüssel genommen und bin stufe für stufe, ein- und ausatmend, durch das alte treppenhaus bis in den vierten stock zu dem sonnendurchfluteten raum gelaufen. alle fenster waren geöffnet. ein leichter wind verfing sich in einem klangspiel. ich habe den baum des lebens gefunden und meinen stein abgelegt. an den wänden im rechten teil des raumes hingen polaroid von acht menschen. vier aus syrien, vier aus deutschland. auf regalbrettern neben den photos standen bögen aus dickem papier. darauf die geschichten der menschen. ich habe diese eingesammelt. im linken teil des raumes schwebten luftballons an der decke. an jedem ein faden und daran ein polaroid. kaffeetasse, moped, polizeiauto, haus mit himmel, briefkasten, baum mit sonne, katze, gulli, innenhof. ich bin von bild zu bild gelaufen. auf den bögen mit den geschichten habe ich gedanken, assoziationen, erinnerungen der acht menschen zu den motiven gelesen. ich habe mich auf das rote sofa gesetzt. ich habe einen  heißen, süßen schwarzen tee getrunken und die lebensgeschichten der acht menschen gelesen. erinnerungen an ihre kindheit, an ihre heimat, an klänge, an stille, an wege, an menschen. bei der begrünten wand habe ich mich auf den alten baumstamm gesetzt. ich habe nacheinander drei geräuschkulissen angehört und habe die gedanken, assoziationen und erinnerungen der acht menschen zu den klängen gelesen. noch einmal bin ich zu den polaroids der acht menschen gegangen. ich habe sie anders betrachtet, nachdem ich ihre gedanken, assoziationen, erinnerungen und lebensgeschichten kennengelernt habe. auf dem weg durch das treppenhaus nach unten, habe ich über all die menschen in unserer großen stadt nachgedacht. menschen, die hier wohnen. menschen, die hier rasten. menschen, die hier bleiben.

Tout homme a le droit de vivre, nous rappelait Jean-Paul II, au  camp de Phanat Nikkom, en 1988, devant des milliers de réfugiés cambodgiens, vietnamiens, laotiens, etc. Et s’il ne peut pas vivre chez lui, pour des raisons diverses, il a le droit de vivre ailleurs. Et cet ailleurs «a le devoir de le recevoir». (Père Ceyrac: Mes racines sont dans le ciel)

menschen, die diese stadt mit all ihren geschichten bereichern.

[…] unimaginable how many small  stories people all over this city carried around with them.
(Teju Cole: Open City)

geschichten, die diesen raum über jahrzehnte füllten.

Verfasst von: dietauschlade | 13 Juli 2016

nebenbei berlin [199]

mosaikblume

wer
wissen möchte,
was hier wächst,
schaue auf den kübel:
blumen.

Verfasst von: dietauschlade | 12 Juli 2016

12von12

072016_blau

Vor dem Einschlafen denke ich, daß aus Tagen wie diesen das Leben besteht. Punkte, die am Ende, wenn man Glück gehabt hat, eine Linie verbindet. Daß sie auch auseinanderfallen können zu einer sinnlosen Häufung vergangener Zeit, daß nur eine fortdauernde unbeirrte Anstrengung den kleinen Zeiteinheiten, in denen wir leben, einen Sinn gibt… (Christa Wolf: Ein Tag im Jahr. 196o-2ooo)

072016_gelb

heute war ein ziemlich unspektakulärer 12ter juli. er beginnt im morgengrauen mit einem besuch in herzhausen. auf dem rückweg ins bett öffne ich fenster und balkontür, um die kühle luft herein zu lassen [9]. endgültig wird die nachtruhe dann durch den paketboten beendet, der heute ungewöhnlich früh klingelt. er bringt einen blau-weiß gestreiften gruß [1] der mamuschka (danke ♥). nach dem aufstehen gieße ich wie jeden morgen die pflanzen auf dem balkongärtchen [11], sammle die bereits gereiften klausen der borretschpflanze [1o] (bevor sie auf nimmerwiedersehen in die erde oder die balkonfugen fallen) und freue mich an den rufen der mauersegler, die trotz des wolkenbedeckten himmels pfeilschnell um den häuserblock und am himmel kreisen [2]. nach dem frühstück (lindenblütentee, naturjoghurt mit bergpfirsisch sowie ein brot mit hollergelee [3]) arbeite ich an einem stundenentwurf für mitarbeitende, der ende der woche fertig werden soll. meine schwarzen hefte [4] helfen mir das thema teilen und danken unter  verschiedenen gesichtspunkten zu betrachten und zu strukturieren. dennoch fällt es mir heute schwer, mich auf die schreibarbeit zu konzentrieren; immer wieder lasse ich mich zur lektüre von tweets oder artikeln im netz (zB diesem anrührenden text), zu einer pause auf dem bett oder zu einem besuch auf dem balkon hinreißen. dort gibt es immer etwas zu tun: ein paar unkräuter oder geiztriebe rupfen, eine walderdbeere pflücken oder die unterschiedlichen tomatenformen bewundern (heute die reisetomate von herrn ackerbau [12]). zum mittagessen brate ich mir die restlichen nudeln von gestern an [6] und irgendwann komme ich tatsächlich in einen schreibfluss. am frühen abend beende ich die schreibtischarbeit und gehe einkaufen. die bewegung tut mir gut und ich lade neben obst, gemüse, getränken, knabbereien, joghurt und käse auch zwei gläser apfelkompott, ein gutes kilo kartoffeln sowie zwiebeln [5] in den rucksack. (als mir um die mittagszeit ein entsprechender duft um die nase wehte, beschloss ich, heute reibselback zum abendessen zu machen.) ich reibe die kartoffeln, der liebste schneidet die zwiebel in feinste würfel, dazu kommen eier, etwas mehl, salz und pfeffer [7]. nach einer guten stunde am heißen herd mit kartoffelmasse in die pfanne klecksen, plattdrücken und wenden, erfreuen die kartoffelpuffer leib und seele [8].

072016_grün

Verfasst von: dietauschlade | 11 Juli 2016

juliFreuden (1)

juliFreuden_grünTürkis

Tatsachen! An Tatsache halten. Und darunter in einer Klammer: Aber was sind Tatsachen?
Die Spuren, die die Ereignisse in unserem Innern hinterlassen.
(Christa Wolf: Nachdenken über Christa T.)

juliFreuden_blauBeige

die ersten freuden des juli habe ich aus dem südwesten der republik mitgebracht, wo der liebste und ich eine woche weilten. der gang durch den garten der schwiegereltern mit der belle-sœur und ihrem liebsten [1] – dabei das verputzen frisch gepflückter walderdbeeren und gepulter erbsen. die wunderbare, selbstgehäkelte decke [2], die die sommertante uns beim gemeinsamen familienbrunch [8] überreichte. die tüte mit aussortiertem nähzubehör der schwiegermama, in der ich grünes garn fand, welches ich gerade benötigte [3]. das planschen mit den beiden kleinen menschen [4; 12], die einige tage das leben der mamuschka und dem schrat auf den kopf stellten. der nachmittag, an dem ich eine ausgiebige pause einlegen durfte, während der liebste mit seiner mutter eine unerwartete weiterGabe schrubbten und putzten [5]. gemeinsame kaffee- und teestündchen bei der mamuschka und dem schrat [6]. das spielen und kuscheln mit den beiden kleinen nichten [7]. die frisch gebackene himbeertarte auf dem balkon der sör [15] und auch der ausflug zum wasserspielplatz (samt kirschenpflückerei [16] auf dem hinweg). die möglichkeit, endlich mal wieder ein bißchen musik zu machen [8]. das johannisbeeren- und himbeerpflücken [13] in mamuschkas garten und das abschiedsfrühstück unterm kirschbaum [14]. bei unserer rückkehr der erfrischende gruß der liebsten pankowfreunde [1o] (die das gießen des balkongärtchens übernahmen – danke ♥). das staunen über den pflanzenurwald, der sich uns bot (und den ich endlich mal wieder in meinem gartenbüchlein festhielt [11] – seit dem frühjahr hat sich viel gewandelt). und die freude, wieder zu hause zu sein.

juliFreuden_rot

Verfasst von: dietauschlade | 10 Juli 2016

mundraub. miniaTour.

mundraub_miniatur_grün

Er [=der junge Mensch] braucht deshalb seinesgleichen – nämlich Tiere, überhaupt Elementares, Wasser, Dreck, Gebüsche, Spielraum. Man kann ihn auch ohne das alles aufwachsen lassen, mit Teppichen, Stofftieren oder auf asphaltierten Straßen und Höfen. Er überlebt es – doch man soll sich dann nicht wundern, wenn er später bestimmte soziale Grundleistungen nie mehr erlernt, zum Beispiel ein Zugehörigkeitsgefühl zu einem Ort und Initiative. Um Schwung zu haben, muß man sich von einem festen Ort abstoßen können, ein Gefühl der Sicherheit erworben haben. (Alexander Mitscherlich: Die Unwirtlichkeit unserer Städte. Anstiftung zum Unfrieden.)

vor kurzem durfte ich mal wieder auf den gar nicht mehr so kleinen nachbarsjungen aufpassen. und da er mit seinem laufrad mittlerweile ziemlich mobil ist, haben wir einen kleinen ausflug zu einem der vielen grünräume pankows gemacht. vorbei an alten häusern [7], einer feuerwanzenversammlung [9] und schrebergärten [5] erreichten wir irgendwann den mauerweg, der von zierkirschen [1] gesäumt ist. zu unserem glück fanden wir neben einem alten eisenpfeiler [6] mit schneckenmotiv [1o] auch einen winzigen sauerkirschenbaum [3], dessen kleine früchte uns an diesem sommermorgen erfrischten [8]. anschließend beobachteten wir noch schmetterlinge, die über einem blütenmeer flatterten [2], sammelten einen kleinen strauß lindenblüten [4] und machten uns dann zufrieden auf den heimweg.

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