Verfasst von: dietauschlade | 17 Februar 2017

nebenbei berlin [2o8]

 

ferkelchen

mein reizender blog- und pankownachbar, herr ackerbau, veranstaltet heute ein berlin-quiz. da ich letzthin überlegte, worum es sich wohl bei obigem objekt handelt, steuere ich einfach eine frage bei.

ist das…
a) ein einzementiertes ferkelchen?
b) eine steckdose für elektrofahrräder?
c) ein wegweiser zum nächsten kirschbaum?
d) ein halter für geburtstagskerzen? (herzlichen glückwunsch, lieber andreas!)

Verfasst von: dietauschlade | 15 Februar 2017

12von12

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[…] das Bedürfnis nach autonomem Handeln wird ignoriert,
während die Bedürfnisse nach Waren, die man besitzen kann, vervielfacht werden.
(Ivan Illich: Fortschrittsmythen)

022017_rot

welch wunderbare erfindung, solch ein sonntag. ohne waren. mit viel zeit. wenn auch dieses mal nicht genug, um direkt die 12 photos des 12ten tag des monats zu bündeln und zu veröffentlichen. nun aber. bereits des nachts begann ich – träumend – mit den zwölf photos. eines der traumbilder [5] stellte ich morgens nach. beim aufwachen begrüßten mich zwei kleine füße [1], die ihren weg aus dem schlafanzug gefunden hatten. nachdem der liebste den augustjungen gewickelt und angezogen hatte, legte er sich nochmal hin und ich schrieb bei der ersten tasse kaffee [9] obiges zitat in die schwarzen hefte. danach bereitete ich das frühstück. käse- und marmeladebrote für mich sowie brotkanten und bananenschnittchen für das söhnchen [1o]. dazu tee und wasser. und dann gingen die aktivitäten des tages in meiner erinnerung ineinander über: spülmaschine ein- und ausräumen [8]. ein paar kleidungsstücke flicken [2]. einen kleinen marmorkuchen backen [6] und danach eine siesta auf dem sofa machen[3]. bücher angucken [12] und sterne falten [11]. dem liebsten zuhören, der uns das fliegende klassenzimmer vorliest [7] und als abschluss des tages den passenden film schauen [4].

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Verfasst von: dietauschlade | 1 Februar 2017

nebenbei berlin [2o7]

vogelhaus

Die Geschichten offenbarten allesamt, daß die Welt aus Menschen besteht,
die wie Vögel in einem strengen Winter auf die eine oder andere Weise gefüttert werden müssen.
Manche waren Krähen. Manche waren Finken.
(John Berger: Mann und Frau, unter einem Pflaumenbaum stehend)

Verfasst von: dietauschlade | 28 Januar 2017

januarFreuden

januarfreuden_hellbraun

Wer nicht sammelt, kann nicht leben.
(Titel eines Farbtiefdruckes von Tina Flau)

im ersten monat des jahres habe ich trotzdem viele kleine freuden gesammelt: die wunderbare ausstellung Im Kleinen und Ganzen. Miniaturen der Gegenwartskunst, die ich mit der unbekannten nachbarin in der galerie um die ecke besucht habe [1;5]; der besuch in der schule mit den vielen freudestrahlenden kindern, die den augustjungen bestaunt und vorsichtig gestreichelt haben [2]; das bleistiftspitzen, das mit dem anspitzer, den mir der liebste zu weihnachten schenkte, doppelt freude macht [3]; die selbstgemachten schupfnudeln [4]; der spaziergang zu dritt im park mit wärmender mütze (danke, angela!), anregenden gesprächen und der ein oder anderen entensichtung [6;1o]; der erste schnee auf dem balkon [7]; der verlorene schuh des augustjungen, den jemand geschützt in einem mäuerchen zum wiederfinden deponierte [8]; der wärmende besuch im café rosenrot mit der pankowfreundin und dem großen kleinen nachbarsjungen während es dicke flocken schneite [9].

januarfreuden_schneebraungrau

Verfasst von: dietauschlade | 22 Januar 2017

Tag der urbanen Schönheit.

tagderurbanenschoenheitbruecken

Bei Ihnen lernte ich, daß man äußerst skeptisch sein kann »gegenüber den menschlichen Verhältnissen«, wie ja auch Ihr Lehrer Sigmund Freud es war, und doch nicht griesgrämig werden muss: heiter, freundlich, souverän das Leben genießen, von sich selbst und den Mitstreitern [und Mitstreiterinnen; m.f.] eine moralische Anstrengung verlangen, ohne sich zu verkrampfen, erkennen, wie viel von dieser Anstrengung scheinbar erfolglos bleibt, und doch nicht bitter werden, sondern der Aufklärung verpflichtet bleiben. Einen »moralischen Anarchisten« haben Sie sich gelegentlich genannt, einen fröhlichen Anarchisten würde ich Sie nennen. (Christa Wolf an Paul Parin in: Rede, daß ich dich sehe)

nach ausführlichen berechnungen, rief herr ackerbau heute erneut zum tag der urbanen schönheit auf. während es bei dem ersten um das motto menschen, die auf schienen starren ging, sollten die teilnehmenden dieses mal brücken unter die lupe nehmen (bzw. vor die linse bekommen). meine beitragsbrücke* befindet sich am sBahnhof wedding und die aufforderung, die sie seit ein paar jahren ziert, scheint mir in anbetracht der politischen großwetterlage außerordentlich passend – doch bitte gerne in verbindung mit dem zitat christa wolfs zu paul parin, dessen wahlspruch »Inseln von Vernunft in einer irrsinnig selbstgefährdeten Welt schaffen« ja irgendwie auch etwas mit brücken zu tun hat…

* welche ich (jedoch von der anderen seite) bereits für den ersten tag der urbanen schönheit photographierte – was ich allerdings erst beim verfassen dieses beitrags bemerkte.

Verfasst von: dietauschlade | 12 Januar 2017

12von12

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Schneeflöckchen, Weißröckchen, wann kommst du geschneit?
Du wohnst in den Wolken, dein Weg ist so weit.

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im gegensatz zu gestern konnte ich heute leider kein schneetreibe beobachten beobachten. dennoch habe ich am 12. des monats 12 (und ein paar mehr) dinge gemacht. dieses mal nicht in chronologischer sondern nach photographischer reihenfolge:

1) ich habe des öfteren den augustjungen gestillt. danach (und auch sonst sehr gerne) betrachtet er das bücherregal über meine schulter hinweg.
2) die dritte strophe des winterliedes bekomme ich nicht mehr ganz auf die reihe. ich schlage sie schnell in meinem alten kinderliederbuch nach.
3) beim wickeln brabbelt und erzählt der augustjunge begeistert. besonders wenn er das wunderbare mobile von taija sieht.
4) nachmittags mache ich ein ausgedehntes schläfchen auf dem sofa.
5) ich packe die schublade auf, die gitta mir zugesandt hat. danke!
6) nach mehreren wochen kann ich heute endlich ein kleines nähprojekt fertigstellen.
7) ich beobachte den augustjungen, der (wenn er nicht gerade fleißig durch die gegend rollt) den holzelefanten erkundet, den ihm der schrat zu weihnachten ausgesägt hat.
8) ich trinke einen kaffee und fülle (zitat für zitat) meine schwarzen hefte.
9) nach dem essen falte ich noch ein paar sterne. papierstreifen habe ich mehr als genug.
1o) nach dem aufwachen lese ich dem augustjungen, wie fast jeden morgen, das gedicht der woche vor.
11) bei tageslicht nehme ich noch ein photo auf, für das es gestern abend zu dunkel war.
12) während der liebste kocht, räume ich die küche auf und spüle ein paar sachen, die nicht in die spülmaschine kommen.

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Verfasst von: dietauschlade | 8 Januar 2017

Stunde der Wintervögel

stunde-der-wintervoegel

Sie hatte mit Spatzen, Buchfinken, Meisen, Amseln, Staren usw. Freundschaft geschlossen. Die Vögel bekamen Futter, ganz ihrem Geschmack entsprechend: die kleinen Meisen Fett- und Speckstückchen, auch Nüsse, die zu jener Zeit knapp und teuer waren, sodaß ich nicht allzuviel beschaffen konnte. Starenkästen ließ sie von Klara Zetkin senden, kurz, sie tat alles, den Tierchen Liebes zu erweisen, wie es ihre Art war. Strahlend erzählte sie dem Staatsanwalt von den vielen Besuchern, die ohne seine Erlaubnis zu ihr kämen.
(Mathilde Jacobs in: Rosa Luxemburg im Gefängnis)

wenn ich wie heute (mit dem dick eingemummelten augustjungen im tuch) vögel beobachte und zähle (4 kohlmeisen, 17 haussperlinge, 3 amseln, 3 ringeltauben, 2 nebelkrähen, 1 turmfalke), denke ich immer an rosa luxemburg und schicke ihr in gedanken ein zizi bä. (im mai waren es übrigens diese.)

Verfasst von: dietauschlade | 6 Januar 2017

dezemberFreuden (2)

dezemberfreuden_sw
Jedes Geschenk war ein großes Wunder, dass man etwas bekam, bedeutete, dass einer da war, der einen mochte.
(Astrid Lindgren: Rasmus und der Landstreicher)

und dann waren da noch all die geschenke, die mir im dezember so viel freude bereitet haben [1-7]. un calendrier de l’Avent de ma chère amie qui me manque sowie besagte schoko-erdnuss-karamel-kekse. viele wunderbare päckchen unterm weihnachtsbaum bei der liebsten sœur (wo wir unser diesjähriges familienfest feiern durften). ein kleinod von mano, dass ich bereits bei der ausstellung vor zwei jahren bewundert hatte. der ritterstern, den der koseng & seine liebste im november mitbrachten und der in der adventszeit endlich aufblühte. der paketstapel, der uns bei unserer rückkehr aus dem südwesten erwartete und uns ein zweites weihnachten bescherte (von herzen dank an alle absender|innen ♥). die engelsfiguren, die lisa uns zusandte (und mich – mitsamt der beigefügten worte – sehr anrührten!). und das zarte vögelchen, welches sich in der wunderschachtel verbarg. merci!

dezemberfreuden_rot

Verfasst von: dietauschlade | 5 Januar 2017

dezemberFreuden (1)

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Wenn das Herz nur warm ist und schlägt, wie es schlagen soll, dann friert man nicht.
(Astrid Lindgren: Pippi Langstrumpf)

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auch wenn der letzte monat in 2o16 bereits rum ist (und so schnell vorbeiging) möchte ich noch ein paar der dezemberFreuden zeigen, die die dunkelsten tage des jahres erhellt und das herz erwärmt haben. das adventspaket der schwiegereltern [1;9], leckere schokoladen-erdnuss-karamell-kekse der pankowfreundin [3], das geräusch der rassel, die (ich bereits als baby und nun) der augustjunge fleißig schüttelt und in den mund nimmt [7], das kaffeetrinken mit zwei freundinnen und deren söhnen [6], ein wunderbarer gruß aus münchen [8], die gemütlichen stunden bei der mamuschka und dem schrat [2], der vanilletee auf der früher als geplanten, aber sehr entspannten rückfahrt aus dem südwesten [1o], die vielen stunden am ende des jahres, in denen der liebste uns aus alten und neuen büchern vorgelesen hat [4], und der gemütliche jahresausklang zu dritt mit sekt, einem weiten blick über die stadt mitsamt all seiner feuerwerke und einem tief schlafenden augustjungen im tuch [5].

Verfasst von: dietauschlade | 4 Januar 2017

nebenbei berlin [2o6]

freundlicherherr

gemeinsam mit diesem freundlichen herrn, den ich bei einem spaziergang entdeckte, möchte ich ihnen ein fröhlich-fidel-famoses neues jahr wünschen. schön, dass sie hier mitlesen.

Verfasst von: dietauschlade | 18 Dezember 2016

baumGeschichten

baumgeschichten

In den ersten Jahren meiner Krankheit hatte ich unzählige Stunden auf einer Bettcouch in meinem Bauernhaus verbracht, das in den 183oer Jahren erbaut wurde, und zu den von Hand behauenen Deckenbalken hinaufgeschaut. Ihre warmen, goldbraunen Farbtöne waren Balsam für meine Seele gewesen. Die Astlöcher erzählten Geschichten von Bäumen und einstiger Wildnis (…).
(E.T. Bailey: Das Geräusch einer Schnecke beim Essen)

heute befindet sich im adventskalender ein kleiner baumanhänger mitsamt zwei baumgedichten und einem hinweis auf diesen blog. im sommer hatte ich aus einem alten stoff die bäume ausgeschnitten, mit hilfe eines korken und grüner stempelfarbe die krone gefärbt, per hand zweifarbig umnäht und mit einem klein wenig watte gestopft (manche noch während der ersten wehen, manch andere wiederum beim stillen in den ersten wochen). da ich ein paar mehr als 1oo bäume gemacht habe, würde ich an dieser stelle gerne die verbleibenden drei anhänger verlosen – entweder an sie selbst oder an eine andere person ihrer wahl. hinterlassen sie einfach bis montag um 18 uhr einen kommentar mit gültiger emailadresse. die gewinner|innen kontaktiere ich dann per mail.

unterdessen könnten sie mit hilfe dieser schablone selbst einen baumanhänger nähen. oder sie falten und|oder gestalten ein kleines minibüchlein mit baumgedichten und -zitaten. oder sie entdecken im internet weitere baumgeschichten und|oder ergänzen die meinigen hinweise um eigenen…

wussten sie, dass in diesem jahr die winterlinde der baum des jahres ist? und 2o17 die fichte?

sollten sie nicht ganz sicher sein, wie winterlinde oder fichte aussehen, können sie diese seite bei der baumbestimmung zu rate ziehen.

und wer gezielt (obst-)bäume in seiner näheren umgebung sucht, die teil der allmende sind, findet eine (gerne ergänzbare!) karte bei den mundräubern.

natürlich kann man nicht nur die früchte eines baumes verzehren. auch manche blätter sollen wohl hervorragend schmecken (überhaupt gibt die baum- und waldküche so einiges her, wenn sie mal auf die rechte leiste gucken).

wenn man schon einmal im wald und unter bäumen auf nahrungssuche ist, kann man auch noch so manch andere aktivität durchführen. zum beispiel äste für zweigsterne sammeln; oder eicheln, um eichen zu pflanzen.

wie in dem letzte artikel (und bereits in einem der vorherigen adventskalender als buchtipp) erwähnt, kann man sich beim bäume pflanzen elzéard bouffier als vorbild nehmen. die geschichte dieses schäfers wird hier in einem sehr feinen kurzfilm gezeigt (in der videoleiste lassen sich alle möglichen untertitel einstellen).

wie wichtig bäume nicht nur in der provence sondern ebenso in städtischer umgebung sind, hat marc wilde in einem ausführlichen artikel dargelegt.

und wenn sie auch etwas für die stadtbäume tun wollen, dann pflegen sie doch deren baumscheiben. (berlin hat übrigens besonders schöne!)

(unerwartete baumbegegnungen in der stadt sammelt übrigens herr ackerbau. er trifft nicht nur direkt nach weihnachten, sondern auch schon mal ein kurz davor oder mitten im jahr auf entsorgte tannenbäume.)

sollten sie solche begegnungen kennen, empfiehlt es sich eine gartenschere dabei zu haben.

bäume fördern nicht nur das städtische klima, sondern können auch augen und seele erfreuen – sei es in natura oder in künstlerischer form. hier mag ich insbesonders die vielen verschiedenen und stets wunderbaren birkenexemplare von lisa.

und wer jetzt immer noch nicht genug von bäumen und ihren geschichten hat, sollte unbedingt noch einen blick auf ghislanas blog werfen. unter der überschrift mein freund der baum postet und sammelt sie regelmäßig baumiges.

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