Verfasst von: dietauschlade | 12 Januar 2018

12von12

Die Geschichten offenbarten allesamt, daß die Welt aus Menschen besteht, die wie Vögel in einem strengen Winter auf die eine oder andere Weise gefüttert werden müssen. Manche waren Krähen. Manche waren Finken.
(John Berger: Mann und Frau, unter einem Pflaumenbaum stehend)

die 12 bilder vom 12ten des monats gibt es dieses mal nur in reduzierter form. seit vier tagen liege ich krank im bett oder auf dem sofa und ähnle immer mehr einer zerrupften nebelkrähe (der augustjunge würde jetzt sofort krkrkr machen). da ich heute morgen allerdings so gut wie fieberfrei war, beschloss ich, dennoch den tag so gut es geht zu dokumentieren. bei der bildbeschreibung der einfachheit halber allerdings nicht chronologisch, sondern der reihe nach. heute habe ich…

[1] ein müsli zur stärkung gegessen.
[2] ein teelicht angezündet (und den augustjungen das streichholz auspusten lassen).
[3] pellkartoffeln mit quark und leinöl gegessen.
[4] viele tassen heißen ingwersud (den der liebste topfweise angesetzt hat) mit einem schuss orangensaft getrunken.
[5] mich über das wunderschön illustrierte gedicht in dieser woche gefreut.
[6] mich gefreut, dass der augustjunge mittlerweile fast gefahrlos auf unsere großen stühle hoch- und auch wieder runterklettern kann.
[7] meine beobachtungen (2 kohlmeisen, 6 haussperlinge, 3 blaumeisen, 1 amsel, 2 elstern, 1 mäusebussard, 57 nebelkrähen – leider ließ sich der schwarm stieglitze, die momentan täglich in birke, ahorn oder ulme sitzen, während dieser zeit nicht blicken) , die ich während der stunde der wintervögel machte, in die datenbank eingespeist.
[8] mit dem augustjungen den vögeln auf unserem balkon futter hingestreut.
[9] dem augustjungen und dem liebsten gewunken, die gemeinsam spazieren und einkaufen waren; während ich
[1o] mich wieder ins bett verkrochen habe.
[11] dem augustjungen (der nun klopft, wenn er aus einem raum hinausmöchte) die wohnzimmertür geöffnet.
[12] mal wieder so viel dankbarkeit empfunden: dass der liebste sich heute und die ganzen letzten tage wie selbstverständlich um den augustjungen kümmert, einkauft, kocht, die küche macht, aufräumt, wäsche wäscht und zusammenlegt und erst abends, wenn er den jüngsten mitbewohner ins bett gebracht hat, eine kleine pause auf dem sofa einlegt – so dass ich kranke krähe in ruhe gesund werden kann. ♥

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Verfasst von: dietauschlade | 6 Januar 2018

2o18 in Schachteln


Wohin entschwindet das Erlebte? Und inwiefern prägt es uns doch?
(Christa Wolf: Ein Tag im Jahr.)

bei der mamuschka entschwindet das erlebte oftmals in einem kleinen schwarzen notizbüchlein, in das sie gehörtes, gesehenes, gelesenes, gesungenes, gedachtes, besprochenes, gegessenes, gefundenes – kurz: erlebtes – notiert. in diesem jahr kann sie all das zusätzlich in zwölf kleinen schachteln sammeln. 12 schachteln für die frau,

  • die bei spaziergängen so gerne wiesengräserblumensträuße pflückt;
  • deren mutter in halle an der saale geboren wurde;
  • die so gerne alte waagen mag;
  • die jährlich für einen arbeitseinsatz bei bergbauersleuten in die schweiz fährt;
  • die viele lieder und gebete auswendig lernt;
  • die mit ihrem liebsten und mir an einem schönen herbsttag eine fahrradtour zum kloster chorin machte;
  • deren vater ein schuhmacher war (und deren mutter viele fuhren wäsche gewaschen, aufgehangen und geflickt hatte);
  • die mit ihrem liebsten und uns vor knapp zwei jahren einen winterurlaub in der schweiz genossen hatte, bei dem wir täglich mit einem herrlichen blick ins tal gefrühstückt haben;
  • die mit ihrem liebsten und uns kindern ein jahr in frankreich wohnte;
  • die esel so gerne mag;
  • die nicht nur dem augustjungen, sondern auch ihren drei anderen enkelkindern eine wunderbare großmutter ist;
  • die in einer stadt im bergischen geboren wurde.

in jeder schachtel (die ich netterweise von frau nahtlust zugeschickt bekam, die noch einige schächtelchen von ihrem faszinierenden projekt übrig hatte) liegt ein winziges heft (dessen weißes innenleben nur eingelegt ist, so dass man bei bedarf – diese faltung erlaubt es – noch die rückseite nutzen kann). außerdem finden sich in der zigarrenschachtel noch ein paar papiertütchen mit den verschiedensten materialien – wörter | briefmarken | farbkreise | bilder | miniaturklammern – welche die notizen und fundstücke ergänzen können.

da ich genug schachteln und papierreste hatte, habe ich noch zwölf weitere schachteln gestaltet. falls eine*r von ihnen gerne eine davon hätte, hinterlassen sie doch einfach einen kommentar mit ihrer wunschschachtel (falls diese bereits genannt wurde, müssen sie leider mit einer anderen vorlieb nehmen). die kann dann mit impressionen eines monats oder des gesamten jahres 2o18 gefüllt werden (oder mit etwas komplett anderem. natürlich!). ich schicke ihnen diese samt materialtütchen dann bald zu.

Verfasst von: dietauschlade | 1 Januar 2018

nebenbei berlin [226]

Every crystal was a masterpiece of design
and no one design was ever repeated.
When a snowflake melted, that design was forever lost.
(Wilson Bentley in ‹ARCTIC›)

gesegnetes neues jahr!
mögen die tage still, leise, friedlich und einzigartig
ihren alltag in 2o18 bestücken und beglücken.

Verfasst von: dietauschlade | 31 Dezember 2017

dezemberFreuden [2]

[…] die wenigen Habseligkeiten (was für ein Wort!), die er in einem mehr als neunzigjährigen Leben ansammeln konnte… (Christa Wolf: Ein Tag im Jahr. 196o-2ooo)

als meine ersatzgroßeltern in diesem jahr recht plötzlich in ein altenheim ziehen mussten, war berlin leider zu weit weg, um bei der wohnungsauflösung noch die ein oder andere habseligkeit mitzunehmen (oder mich von der wohnung zu verabschieden* – was ich sehr sehr bedauere). dementsprechend war meine freude groß als meine eltern uns das waffeleisen anboten, welches sie im sommer unter den besitztümern der beiden überneunzigjährigen gefunden hatten. es lag an heiligabend unterm bäumchen und erfreute uns (dank des fleißigen liebsten) am zweiten weihnachtstag mit leckersten waffeln [16]. auch die belle-sœur und ihr liebster sorgten mit selbstgemachtem haselnuss-dattel-feigen-konfekt [18] für viel begeisterung (insbesondere beim augustjungen, der gar nicht genug davon naschen konnte). und es gab auch so manche nicht-kulinarische freude: beispielsweise der besuch meiner schwiegermama, die am ersten adventswochenende bei uns weilte – und sich an einem abend gemeinsam mit dem liebsten an fröbelsternen [12] versuchte (während ich bei meinen miniatursternen [1] blieb). oder immer mal wieder ein paar flocken schnee [2], die fröhlich vom himmel tanzten (aber leider nur kürzeste zeit liegenblieben). ich freute mich über den wunderschönes briefumschlag der mamuschka [3], der nicht nur ein paar briefmarken, sondern auch eine handvoll lorbeerblätter enthielt, die der liebste bei vielen dezemberlichen rotkohlkochereien verwendete. überhaupt konnte ich den ganzen monat hindurch immer wieder (große!) kleinode aus dem briefkasten fischen (allein manche umschläge [13] …): von mano [6], daniela [8], melanie [14], taija [15] und sybille [17]. habt von herzen dank, ihr fabelhaften damen! eine wohltat war die kleine gemeinsame radtour nach einer durchwachsenen nacht und einem anstrengenden tag. wir fuhren zu einem etwas weiter entfernten spielplatz [4], konnten ein paar enten am nahen see beobachten und sogar ein paar letzte sonnenstrahlen [5] genießen. nachdem alle adventskalender verpackt, verteilt und verschickt waren, freute ich mich unglaublich über die viele freie zeit, um endlich wieder meine schwarzen hefte zu füllen [7]. dann fand sich an heiligabend in den paketen der eltern und schwiegereltern manch zeitungsseite als füllmaterial. und auf einer dieser seiten war sogar ein unerledigtes kreuzworträtsel [1o], welches ich am ersten weihnachtsfeiertag zu meinem ersten kaffee ausfüllte (wie so oft bei den schwiegereltern am frühstückstisch). und dann war da noch der augustjunge, der mein ♥ erfreute: wie er den ganzen tag völlig wörterlos vor sich hinplappert und -singt, bücher durchblättert, schlüssel in der wohnung versteckt, die waschmaschine ein- und die spülmaschine ausräumt, mit begeisterung kerzen und streichhölzer auspustet, auf dem sofa lümmelt, korken von einer schüssel in die andere schüttet, wasserexperimente in- und außerhalb der badewanne durchführt, uns von hinten umarmt, sobald wir auf dem boden sitzen, auf stühle, tische und bänke klettert, dem liebsten ‚rührend‘ beim kochen hilft und mit großer ausdauer meine schals in die unterwäscheschublade räumt [11].

* Ein Haus ist ein gebautes Psychogramm. […] Im seit langen Jahren bewohnten Haus sedimentiert sich das gelebte Leben wie in Jahresringen: Die übereinander gestapelten, zerkratzten, vergilbten Dinge erzählen die Geschichte der Bewohner. (Niklas Maak: Wohnkomplex. Warum wir andere Häuser brauchen.)

Mit sechzig, siebzig Jahren verstehst du plötzlich, daß der Garten und das Haus nicht mehr Orte sind, wo du aus Bequemlichkeit oder aus Zufall oder wegen ihrer Schönheit lebst, sondern daß sie zu dir gehören wie die Muschelschalen zu dem Weichtier, das in ihnen wohnt. Du hast mit diesen Absonderungen die Muschel gebildet, in ihre Windungen ist deine Geschichte eingegraben, das schützende Haus hüllt dich ein, ist über dir, um dich herum, vielleicht wird nicht einmal der Tod es von deiner Gegenwart befreien, von den Freuden und Leiden, die du in ihm empfunden hast. (Susanna Tamaro: Geh, wohin dein Herz dich trägt.)

Die Wohnungen abwesender Menschen, ging mir durch den Kopf, können zu einer Art Negativabdrücken ihres Lebens werden. Ungefähr wie jene harten, innen mit Samt ausgeschlagenen Futterale, in denen man Flöten oder Klarinetten verwahrt, oder gar Waldhörner. (Lars Gustafsson: Frau Sorgedahls schöne weiße Arme)

Verfasst von: dietauschlade | 30 Dezember 2017

dezemberFreuden [1]

»Jetzt fehlt nur noch der Tannenbaumschmuck«, sagte Pettersson. »Ich frag mich, ob die Kiste nicht unter meinem Bett steht.« »Frag du dich ruhig«, sagte Findus. »Aber die Kiste steht tatsächlich auf dem Dachboden.« »Auf dem Dachboden?! Ach du Schreck, ich kann doch mit diesem Fuß nicht auf den Dachboden gehen!«, protestierte Pettersson. »Und du kannst die Tür nicht aufmachen!« »Das ist der Kiste egal, die steht jedenfalls da oben«, sagte Findus. »Ja, ja, dann müssen wir uns wohl was anderes einfallen lassen.« (Sven Nordqvist: Pettersson kriegt Weihnachtsbesuch)

als ich unser kleines tannenbäumchen mit der sBahn [2] durch halb berlin kutschierte und der liebste das bäumchen dann auf dem fahrrad noch quer durch pankow schob, wussten wir bereits, dass wir überhaupt keine kiste mit christbaumschmuck besitzen. weder auf dem dachboden noch im keller. die anhänger [15] wollte ich selbst ganz frisch hergestellen. doch dass die echten bienenwachskerzen sich nicht auf den zu hochgebogenen ästen platzieren lassen würden – damit hatte ich nicht gerechnet. der liebste hat das direkt gesehen. doch da war es schon zu spät. wir mussten uns also mit zwei lichterketten [5] behelfen und an den freistehenden stamm ein kleines holzhäuschen (welches uns die bodenseefreunde vor ein paar jahren zu weihnachten fabrizierten), drei pilze und ein häschen [13] platzieren. nichtsdestotrotz war das bäumchen eine dezemberFreude. zu diesen zählten außerdem die spatzen [1], die uns fleißig besuchen kommen. die stängelchen lauch [3], die ich für unser weihnachtsessen ernten konnte. die blüte [4], die an der wildgewachsenen auberginenpflanze aufging. so mancher spaziergang, der mich an dem haus von c.w. vorbeiführte. (und auch nach mehreren wochen liegt noch mamuschkas kranz vor dem gedenkstein [6]. frisch und grün.) die rose [7], die ich entdeckte, als ich unseren kompost wegbrachte. die vier walderdbeeren [8], die ich genau an ömchens hochzeitstag ernten konnte. und die karotte [9], die ich aus der erde zog und an der der augustjunge den ganzen tag knabbern konnte [11]. die ringelblume [1o], die im balkongärtchen noch nicht erblüht ist, doch morgen beim jahresabschlussfrühstück hoffentlich unseren tisch zieren kann. der stern [12], den ich mir schon lange gewünscht habe und der seit diesem jahr endlich auch bei uns im fenster hängt und in die nacht hinausleuchtet. die vielen päckchen und pakete [14], die wir in diesem jahr gepackt und glücklicherweise alle noch rechtzeitig zur post gebracht haben. der wunderschöne adventskranz der mamuschka [15], dessen kerzen uns zu fast jedem frühstück leuchteten. das kleine radieschen [17], das ich gestern noch geerntet habe und das der augustjunge noch an ort und stelle verspeiste. und lisas fröhliche ramilleta – herzlichen dank! ♥

Verfasst von: dietauschlade | 29 Dezember 2017

nebenbei berlin [225]

Eines bleibt, um nicht durchzudrehen: Rausklettern, dem Himmel entgegen.
(Juli Zeh: Die Stille ist ein Geräusch)

…oder sich an einen luftballon hängen…

Verfasst von: dietauschlade | 24 Dezember 2017

Gesegnete Weihnachten!

Verfasst von: dietauschlade | 22 Dezember 2017

schnipselpoesie.

[…] ich schloß die Augen und sah einen Augenblick in die Dunkelkammer, sah das Bild des einzigen Menschen, von dem ich weiß, daß er noch nie gebrüllt, noch nie einen Menschen angeschrien hat – des einzigen Menschen, dessen Frömmigkeit mich überzeugt hat: Ich sah Vater. Vor ihm stand der Zettelkasten, eine blaue Holzdose, in der wir früher unsere Dominosteine aufbewahrten. Die Dose ist immer prall gefüllt mit Zetteln gleicher Größe, wie Vater sie sich aus Papierresten zurechtschneidet. Papier ist das einzige, mit dem er geizt. Von Briefen, die er anfängt, dann verwirft, aus Schulheften, die nicht vollgeschrieben wurden, schneidet er die unbeschriebenen, von Verlobungs- und Todesanzeigen schneidet er die unbedruckten Teile ab, und jene feierlichen Drucksachen, auf Bütten gedruckte Aufforderungen, zu irgendwelchen Manifestationen zu kommen, auf Leinen gedruckte Einladungen, endlich etwas für die Sache der Freiheit zu tun – diese Drucksachen erfüllen ihn mit einer kindlichen Freude, weil er aus jeder von ihnen mindestens sechs Zettel gewinnt, die er in dem alten Dominokasten wie Kostbarkeiten birgt. (Heinrich Böll: Das Brot der frühen Jahre)

seit ein paar jahren sammle ich viele alte papiere, um damit die adventskalender in der streichholzschachtel zu erstellen: schmierblätter, pack-, geschenk- und füllpapiere, briefumschläge und briefmarken, bildbände und bücher vom trödelladen oder veraltete atlanten und landkarten. als ich vor ein paar jahren aus dem bildband so lebt man heute in rußland briefumschläge bastelte, schnitt ich aus den verbliebenen schriftseiten die einzelnen worte aus und verwahrte sie in einer kleinen blechdose. in diesem jahr holte ich sie endlich hervor, legte und klebte immer mal wieder ein kleines schnipselgedicht. bis ich 6o stück zusammen hatte. die originale fanden dann ihren weg in je einen adventskalender. die eingescannten exemplare habe ich in verschieden thematischen reihen zusammengesetzt:

einen augenblick mal!
ferien!
gut gekleidet.
grenzgänger.
habSeligkeiten.
im und am wasser.
licht und schatten.
strand und mehr.
subVERSives.
tonFolgen.
vom dasein.
von berufen und berufungen.
von büchern und staben.
von der heimkehr.

von fahr- und flugzeugen.

von reisenden.
zwischen obst und gemüse.

Verfasst von: dietauschlade | 14 Dezember 2017

nebenbei berlin [224]


…soviel dozu.

Verfasst von: dietauschlade | 12 Dezember 2017

12von12

Die güldene Sonne, bringt Leben und Wonne, | vorbei ist die Nacht. | Ich kriech aus den Decken, gieß Wasser ins Becken, | dann Frühstück gemacht. || Ich atme die Kühle. Wie wohl ich mich fühle! | Der Duft von Kaffee. | Ich lasse mir schmecken die leckeren Wecken | mit Apfelgelee. || Wie oft lag am Morgen ein Berg voller Sorgen | wie Blei auf der Brust. | Nichts wollte gelingen. Mir fehlte zum Singen | und leben die Lust. || Hab tränenverschwommen kein Licht wahrgenommen, | doch die Sonne stand da. | Gott ließ aus den Pfützen die Strahlen aufblitzen | und war mir ganz nah. || Ach wenn ich doch sähe das Licht in der Nähe | jeden Augenblick. | So steh ich mitunter wie blind vor dem Wunder, | dem täglichen Glück. || Die güldene Sonne bringt leben und Wonne. | Ich bin übern Berg. | Nun will ich beginnen mit hellwachen Sinnen | mein heutiges Werk. (Gerhard Schöne: Die güldene Sonne)

durch die fahrplanumstellung der berliner verkehrsbetriebe beginnt der zwölfte tag des monats noch ein paar minuten früher als sonst. da der augustjunge heute nicht zeitgleich mit mir aufwacht, sondern noch neben dem liebsten weiter schläft, kann ich in ruhe in meine klamotten und die warmen puschen [7] schlüpfen, mir einen kaffee kochen, eine kerze anzünden, den adventskalender lesen und eine liste mit den fehlenden weihnachtsgeschenken erstellen [3]. zehn minuten früher als sonst muss ich aus dem haus. ich verabschiede mich von dem kleinen und dem großen mann (die zwischenzeitlich aufgewacht sind) und fahre mit meinem rad zum sBahnhof. die neue sBahn fährt nicht nur zehn minuten früher, sondern ist zu meinem leidwesen auch wesentlich voller. glücklicherweise ergattere ich einen sitzplatz und kann in meinem buch weiterlesen [6]. nach der anschließenden fahrt mit der straßenbahn komme ich bei meiner arbeitsstelle an und der schultag nimmt seinen lauf. mit den kleinsten unternehme ich eine kleine reise zu einer der bekanntesten brücken im nachbarland [5], von einer mittleren schülerin erhalte ich ein leckeres stück kuchen anlässlich ihres geburtstages [8] und mit einer älteren schülerin führe ich ein gutes und klärendes gespräch (das mir im vorfeld wie blei auf der brust lag). in der mittagspause habe ich aufsicht und genieße dabei die stulle [4], die der liebste mir am abend vorher geschmiert hat. nach sechs stunden unterricht steht noch eine sitzung an, bevor ich endlich meine siebensachen packen und zur tram eilen kann (die eile ist allerdings nicht nötig; ich stehe sogar noch ein paar minuten im kalten nieselregen [2]). auf dem weg zum ostkreuz entdecke ich einen laden, in dem winzige tannenbäume im topf [9] verkauft werden. ich mache ein photo und schicke es dem liebsten – vielleicht wäre eines der bäumchen ja der richtige weihnachtsbaum für uns. zuhause angekommen begrüße ich den liebsten, der (mit dem schlafenden augustjungen auf dem bauch) auf dem sofa liegt. als dieser aufwacht, stille ich ihn und dann entzünden wir zwei kerzen am adventskranz [11], trinken kaffee und essen selbstgebackenen stollen von der schwiegermama. anschließend spiele ich ein wenig mit dem augustjungen (der u.a. versucht, mit meinem fahrradschlüssel den küchenschrank aufzuschließen [1]), während der liebste in der küche das abendessen kocht [12]. wir genießen die hirse-curry-pilze-gemüse-pfanne, spielen noch eine runde mit dem augustjungen (der heute leider gar nicht so zeitig wie sonst müde ist) und räumen ein wenig auf. gegen acht bringt der liebste den jüngsten menschen der familie ins bett und ich telefoniere noch eine runde mit der sommertante; wir plaudern über den alltag, den winter, weihnachten und irland [1o]. dann gibt es für den liebsten und mich die letzte tasse kaffee des tages und ich setze mich an diesen eintrag. (und nun: gute nacht!)

Verfasst von: dietauschlade | 10 Dezember 2017

kerzentiertreffen.

heute steht neben der kleinen bienenwachslicht und dem sternenglas
eine kleine graugans mit einer kerze auf dem kopf.

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