Verfasst von: dietauschlade | 5 Dezember 2016

kleinste Gärten [2]

kleinste-gaerten_salatband

(…) – ja, an diesem Nebensächlichen wie an einem Seil die ganze
vorher nicht erinnerte Szene aus den tiefen des Gedächtnisses heruafzuziehen (…)
(Christa Wolf: Rede, daß ich dich sehe)

als ich vor einiger zeit auf dem balkon wäsche aufhing, fiel mein blick nach unten und ich entdeckte diese kleinen pflänzchen in einer der bodenfugen. nach genauerem hinsehen stellte ich fest, dass hier der sommersalat wächst (kopfsalat und romana-salat forellenschluss), der sich wohl selbst ausgesät hatte. dabei fiel mir ömchens salatband ein. ich hatte es aus ihrem nachlass mitgenommen, doch verlief das wachstum nicht ganz erfolgreich. ein, zwei pflänzchen zeigten ihre köpfe, aber der rest der pflanzen kam nie zum vorschein. nun freue ich mich, dass wenigstens in diesem kleinsten garten salat am (laufenden) band wächst. (oder zumindest bis zu den ersten frosttagen zeigte, was in ihm steckt.)

apropos band. gestern legte sich bei dem beitrag des adventskalenders in der streichholzschachtel eine güldene banderole um das papierne häuschen. werfen sie doch mal noch einen blick in diese…

Verfasst von: dietauschlade | 1 Dezember 2016

novemberFreuden

novemberfreuden_blaugrau

Die Wintersaat war ausgebracht. Natur und Mensch zogen sich zurück zum Winterschlaf und würden erst im Februar mit den Schneeglöckchen wieder erwachen. (Monika Maron: Endmoränen)

novemberfreuden_gruen

auch ich habe heute gewissermaßen meine wintersaat ausgebracht und drei stoffbeutel voller adventskalender [4] zur post gebracht. ein guter abschluss eines schönen allerdings auch arbeitsreichen monats. aus diesem grunde heute nur eine knappe auflistung der novemberFreuden:

* mit freunden bei eisigen temperaturen einen sonntagsspaziergang im park gemacht [6;11];
* und dabei mandarinenten [1] in der panke entdeckt;
* endlich die letzten geburtsanzeigen [2] fertiggestellt und verschickt;
* dem sommerkind bei den ersten drehversuchen zugeschaut [3];
* bei einem gang durch pankow ein paar spatzen bei ihrem bade beobachtet [5];
* mit zwei kolleginnen tee getrunken und ein fachbezogenes mitbringsel bekommen [7];
* und von verlagskolleg|innen einen leuchtenden blumenstrauß zugestellt bekommen;
* mamuschkas adventskranz [8] ausgepackt, der unser wohnzimmer nun mit tannenduft füllt ♥;
* noch ein paar adventskalenderbeiträge fertiggestellt und 1oo doppelschachteln gefüllt* [9];
* die letzte frühlingszwiebel und ein paar schnittlauchstengel geerntet [1o];
* mich auf die rückkehr des liebsten gefreut, der vier tage lang unterwegs war
(denn ohne ihn ist das frische krüstchen mit butter essen nur halb so schön [12]);
* das selbstgemachte müsli der liebsten schwägerin genossen [13];
* in weiser voraussicht das probieren der heißen kartoffeln mit butter und salz [14] bewusst zelebriert
(denn das eigentliche essen war nach dem dazwischenkommenden stillen nur noch lauwarm…);
* die besuche von freunden bei kürbissuppe und wein|saft genossen [15].

novemberfreuden_braun

* ärgerlicherweise habe ich zwei beiträge übersehen, die nun bei einem (oder zwei) adventskalender(n) fehlen – sollten sie einen oder beide beiträge vermissen, melden sie sich doch kurz bei mir – ich schicke sie dann nach!

Verfasst von: dietauschlade | 27 November 2016

n°1o.

adventskalender2016

zehn | mal schon | die doppelten streichholzschachteln | zum advent gefüllt mit | winzigkeiten.

…und anlässlich dieses jubiläums habe ich zehn der adventskalender für dieTauschlade reserviert. fünf biete ich zum tausch an und fünf verlose ich. wer bis montag nacht einen kommentar hinterlässt (und mir ggfs am dienstag möglichst schnell seine adresse an dietauschlade[ätt]gmx[punkt]de zusendet), der findet möglicherweise zum 1. dezember ein kleinod im briefkasten. einen schönen ersten advent!

edit: meine damen, ein paar von ihnen stehen sowieso schon auf der liste und aus den anderen möchte ich ungerne auslosen, wer beschenkte und wer tauschende sein soll. fühlen sie sich alle als beschenkte und senden sie mir doch einfach ihre adresse. heute oder spätestens morgen schicke ich dann die adventskalender auf reise. herzlichst, mirjam

Verfasst von: dietauschlade | 17 November 2016

grüne tomaten.

chutney

Sie züchte im Gemüsebeet Tomaten. Seit 5o Jahren pflanze sie die Früchte an, und jeden Spätsommer, wenn sie reif waren, würden sie geerntet und hinten im Hof in einem großen Topf zusammengekocht – bis das Wasser verdampft war und die Masse eindickte. Dann gebe sie Salz, Pfeffer und eine Prise Zucker hinein und fülle alles in Einmachgläser, als Reserve für den Winter. (…) Das Geheimnis ihrer Tomatensoße sei die Erinnerung. Mir war nicht ganz klar, was sie damit meinte, also erklärte sie es mir: Wenn man sein ganzes Leben lang Tomaten züchte, gebe man an jede Tomate das Gedächtnis früherer Ernten weiter. Im gusseisernen Kessel stecke die Erinnerung an den letzten Herbst und in jedem Tomatenglas alles Vergangene und Gegenwärtige. (Joel Haahtela: Der Schmetterlingssammler)

in diesem sommer konnten wir eine reiche tomatenernte genießen. und doch blieben im herbst viele grüne tomaten an den pflanzen hängen, die nicht mehr rot wurden. bisher habe ich diese immer in eierkartons nachreifen lassen. da dies mal mehr, oftmals aber eher weniger erfolgreich war, habe ich in diesem jahr beschlossen, aus den restlichen, unreifen tomaten ein chutney zu kochen. im netz findet man unglaublich viele unterschiedliche rezepte – so dass ich irgendwann den überblick verlor und einfach ein eigenes zusammengestellt habe: etwa 78og grüne (vorgekochte!) tomaten, 2 zwiebeln, 1 saurer apfel in kleinste würfel schneiden und mit 7el weißem balsamicoessig sowie dem saft einer ½ limette in einem topf erhitzen. 2 knoblauchzehen, 2cm einer ingwerwurzeln sowie 1o getrocknete datteln fein hacken und dazugeben. das ganze mit 8el rohrzucker, 1tl salz, 1tl cayennepfeffer und 1tl schwarzem curry würzen. de masse mindestens 3o minuten einkochen lassen und anschließend in sterile gläser füllen. das süßsaure chutney schmeckt hervorragend zu einem herbwürzigen käse!

Verfasst von: dietauschlade | 12 November 2016

12von12

112016_blau

Wenn das Herz nur warm ist und schlägt, wie es schlagen soll, dann friert man nicht.
(Astrid Lindgren: Pippi Langstrumpf)

112016_gelb

auch heute wieder 12 bilder vom 12ten (dieses mal sehr kalten) tag des monats. nach einer ruhigen nacht weckt mich der augustjunge um sechs uhr zum morgendlichen stillen. glücklicherweise schlafen wir danach beide nochmal ein, so dass wir erst endgültig aufstehen, als die herbstsonne ihre strahlen ins zimmer wirft [1]. während der liebste noch eine runde liegen bleibt, strampelt und brabbelt das sommerkind auf seinem schafsfell [5] und ich gönne mir den ersten kaffee des tages und schreibe ein paar zitate in meine schwarzen hefte ab [6]. als ich irgendwann aus der balkontür hinaus gucke, entdecke ich eine nebelkrähe und einen kleineren greifvogel, die sich umfliegen. sie verschwinden schon bald wieder aus meinem blickfeld und trotz des vogelbestimmungsbuchs kann ich nicht herausfinden, was das für ein vogel war [8]. nach dem zweiten stillen des morgens schneide ich ein paar fingernägel [2] und schmeiße ich eine fuhre wäsche in die maschine [9]. später hänge ich sie auf und trage den wäscheständer mit dem liebsten auf den balkon [4]  – die sonne soll beim trocknen helfen (da wir die wäsche aus versehen erst abends wieder hereinholen war dies vergebene liebesmüh; die hälfte der wäsche ist nun von kleinen eiskristallen überseht und ziemlich steif). als der liebste aufgestanden ist, holt er gemeinsam mit dem augustjungen brötchen für ein (zweites) verspätetes frühstück [7] und ich nutze die gelegenheit und springe unter die dusche. nachmittags machen wir gemeinsam einen spaziergang durch pankow [1o]. als wir zurückkommen, gibt es ein spätes mittag- bzw. frühes abendessen. anschließend trage ich den kleinen von magenschmerzen geplagten menschen eine weile herum, reibe und wärme das bäuchlein [11]. als er sich beruhigt hat, machen wir alle eine erholsame pause auf bett | sofa | bauch. am abend gibt es dann ein mit pflaumenmus gefüllten pfannkuchen samt kaffee [3] und jetzt gleich zum abschluss des tages noch ein paar werkeleien am adventskalender [12].

112016_gruenblau

Verfasst von: dietauschlade | 7 November 2016

oktoberFreuden

oktoberfreuden_braun

Im Herbst sahen wir uns seltener, und dann ging sie für eine Weile fort. Sie stand eines Morgens, schon im Wintermantel, vor meiner Tür und sagte: »Mein Lieber, ich muß verreisen und hätte gern noch eine Tasse Tee.«
(Judith Hermann: Sommerhaus, später.)

oktoberfreuden_gruen

in den letzten beiden oktoberwochen gab es hier auf dem blog nur wenige lebenszeichen. wir waren in südwestdeutschland unterwegs und kamen erst anfang november zurück. während unserer reise habe ich noch fleißig oktoberfreuden gesammelt, die ich ihnen nun gebündelt, mit etwas verspätung aber sehr gerne präsentiere. falls es etwas länger dauert – nehmen sie sich doch eine tasse tee.

oktoberfreuden_rose

der oktober begann mit einem vorzüglichen rotweinkuchen [2] (den der liebste ‚einfach so‘ gebacken hat) und so manchem spaziergang durch den schlosspark [1o]. außerdem besuchte uns der dichterbruder, der delikaten rotwein und (für die stillende schwester) exquisiten traubensaft [18] mitbrachte. wir durften bei einer hochzeit in berlin [13] ein glückliches brautpaar feiern und in heidelberg den schrat bei einem (im doppelten sinne) runden geburtstag hochleben lassen – mit mamuschkas wunderbaren herbstkränzen als tischdekoration [11;15]. den anlass nutzen wir sogleich für ein kleines mehrtägiges geschwistertreffen bei der sör –  mit langen abenden und frühen morgenden rund um den küchentisch [12]. und natürlich, um dem sommerkind tante, onkels und die fidelen cousinen vorzustellen [14]. nach diesem langen wochenende ging es noch weiter gen westen. hier erwarteten uns gespannte großeltern, spaziergänge durch den pfälzer herbstwald [4;6;8;17;2o], bunte pilzfunde [5;7;19], geröstete und gekochte maronen [1], ein spontaner dia-nachmittag mit der belle-sœur und ihrem liebsten [9] sowie gemütliche nachmittagskaffees und leckere frühstücke [16] bei der mamuschka und dem schrat. außerdem fand ich tatsächlich immer mal wieder zeit, um am kalender herum zu werkeln und – ganz nebenbei – eigene marks [erklärung siehe ganz unten] herzustellen, die ich hier gerne zeige [3]. auch wenn heute gar kein mittwoch und schon längst nicht mehr oktober ist.

oktoberfreuden_rotbraun

Verfasst von: dietauschlade | 20 Oktober 2016

nebenbei berlin [2o5]…

baumscheibe_kuerbis

…oder berliner baumscheiben (2).

spazierend | entdecke ich | am trüben oktobertag | die leuchtende blüte des | kürbisgewächses.

Verfasst von: dietauschlade | 16 Oktober 2016

6o schön.

grossvaterschrat
»Was soll ich machen?«, sagte der Großvater. »Je älter ich werde, desto schöner werde ich auch.«
(Klaus Kordon: das Sofa-Schaf)

Liebster (Groß-)Vater Schrat,

von Herzen gratulieren wir Dir zu Deinem Geburtstag und Deiner wachsenden Schönheit!
Wir freuen uns, Dich schon bald zu sehen, Dir dann persönlich zu gratulieren und
gemeinsam mit Dir sowie Deiner Gästeschar zu feiern und in Erinnerungen zu schwelgen.

À bientôt ♥

Verfasst von: dietauschlade | 12 Oktober 2016

12von12

102016_hell

Früher? Vorgestern. Luisa hatte ihr eigenes Verhältnis zur Zeit.
(Christa Wolf: Sommerstück)

102016_braun

wenn man (wie der liebste und ich momentan) krank ist, fließen die minuten und stunden des tages fast unbemerkt ineinander über. deswegen heute nur eine kurze, knappe, photographisch geordnete und chronologisch ungeordnete zusammenfassung vom zwölften tag des monats: nach einer langen nachtruhe mit dem zum glück gesunden und fidelen augustjungen noch ein wenig im bett liegen bleiben. lindenblütentee trinken. mit dem liebsten auf dem sofa gemütlich serien gucken, dabei kekse und apfelschnitze essen. papiersterne falten. wickeln. den ersten kaffee mit dem kleinen bruder trinken, der uns für ein paar tage mit seiner anwesenheit beehrte und sich heute morgen auf die weiterfahrt machte. kaffeebohnen umfüllen. warme schuhe bereitstellen. wieder und wieder papierne schmetterlinge anpusten und zum fliegen bringen. taschentücher bereitlegen. den augustjungen in das tragetuch packen. bei einem spaziergang frische luft schnappen und das abendessen besorgen.

102016_blau

Verfasst von: dietauschlade | 11 Oktober 2016

nebenbei berlin [2o4] oder kleinste Gärten [1]

kleinstegaerten1
Wenn Räume es wert sind, werden sie genutzt.
(Jan Gehl: Leben zwischen Häusern)

anne bloggte zuerst darüber, herr ackerbau übernahm die idee und ich schließe mich der suche nach kleinsten gärten: pflanzen, die sich ihren weg bahnen gerne an. erster fund: breitwegerich im asphalt.

Verfasst von: dietauschlade | 6 Oktober 2016

fahrradfahrerin

Sie ging hinaus, kramte im vorderen Gepäckkorb ihres Fahrrades und brachte ein Glas Marmelade zum Vorschein. Quittengelee, verkündete sie, für euch. Ich breche bald auf, doch wenn ich darf, möchte ich erst noch ein wenig spazierengehen. Sie lehnte ihr Fahrrad gegen die Treppe draußen. Als sie eine halbe Stunde später wiederkam, hatte sie ein Bündel Primeln mit Wurzeln bei sich, die sie sorgsam im vorderen Gepäckkorb verstaute. Es ist ein bißchen spät, um noch so weit zu fahren, sagte ich. Manchmal fahre ich auch bei Nacht. Haben Sie keine Angst? Ich habe doch mein Fahrrad! Als sie aufbrach und die Straße hinabfuhr, winkte sie, doch sie blickte nicht zurück. Sie trat langsam und beständig in die Pedale. Eine Vagabundin ohne Bedürfnis zu betteln, aber mit dem Bedürfnis zu geben. (John Berger: Mann und Frau unter einem Pflaumenbaum stehend)

Unabhängig, unerschrocken, sorgfältig, achtsam, beständig, vorwärts blickend
(und in Begleitung des Schrats) fährst Du auf Deinem roten Rad durchs Leben.
Nebenbei kochst Du Marmelade, pflückst Blumen und verteilst großzügig Deine Gaben.
Du bist Schusters Mädchen, Fährfrau mit ♥ und meine Mamuschka.
Von Herzen gratuliere ich Dir heute aus der Ferne zu Deinem Geburtstag!
Hab einen wunderbaren Tag!
Deine Mirjam

PS Obige Karte und ein Paket mit der Reiseausstattung für das kommende Jahr machen sich bald auf den Weg zu Dir.

Older Posts »

Kategorien