Verfasst von: dietauschlade | 13 Januar 2012

all die iche

Auf die Platten die Iche
tuschend mit Hilfe des Lichts,
die Gestalten, die Strieche
Ihres – Linsengerichts:
dort die Braue, die Wange
hier –, erblicken Sie nicht
hinter den Masken im Zwange
fliehend das eine Gesicht?
Es sind Augen, die schliefen,
Stirn, die das Große gedacht,
es sind Lippen, die riefen –
aber was ist vollbracht?
die Gestalten, die Striche
tief in der Tusche des Lichts,
auf der Platte die Iche –
Züge des Nichts.
(gottfriedBenn)


dieses – nein letztes – jahr war ein weihnachten der photobände. ich habe dem liebsten diesen geschenkt, von ihm jenen erhalten und von meiner tante den wunsch, nämlich günter karl boses photomaton, erfüllt bekommen. letzterer (griffbereit auf einem sessel liegend) regt zu immer neuen entdeckungs- und inspirationstouren auf. frauen, männer und kinder aus den späten 192oer und den 193oer jahren. in alltagskleidung, uniformen, dienstkleidung, kostümiert oder (ein junger herr) auch mal oben ohne. mit hund, puppe, teddybär oder blumenstrauß im arm ebenso wie mit rassel, zigarette oder telephonhörer in der hand. die gesichter fröhlich, ernst, erschöpft oder auch quicklebendig. eben lauter iche, die dem betrachter bzw. der betrachterin einen kleinen einBlick in ihr leben gewähren. (und wie schön, daß in berlin noch so einige alte photoautomaten herumstehen!)

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