Verfasst von: dietauschlade | 11 Dezember 2012

handArbeit

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(…) aber dieses Kleid habe ich getragen, bis ich fünfzehn war, meine Mutter hat es so genäht, dass jedes Mal, wenn sie den Saum um ein Stückchen gelöst hat, ein neues Muster zum Vorschein gekommen ist, und als kein Saum mehr da war, hat sie ein bisschen Spitze ans Kleid genäht (…), und als ich wirklich nicht mehr ins Kleid passte, hat sie aus dem Stoff Kissenbezüge gemacht, und heute habe ich, ich kann euch nicht sagen warum, die Kissen aus ihren Bezügen genommen, ich bin mit meiner Hand über den Stoff gefahren, und erst heute ist mir aufgefallen, dass meine Mutter etwas in den Stoff gestickt hat, so fein, dass man es nur sieht, wenn man den Stoff schräg gegen das Licht hält, für meine geliebte Tochter, das habe ich heute gelesen, an meinem fünfzigsten Geburtstag (…). (Melinda Nadj Abonji: Tauben fliegen auf, 2o6)

auch wenn es sehr viel mehr zeitAufwand bedeutet, greife ich doch immer wieder gerne zu nadel&faden und nähe dinge mit der hand. ich mag die vorstellung, dass die guten gedanken (und gebete), die einem währenddessen durch den kopf gehen, mit eingenäht und eingestickt werden und so das kleidungsstück unsichtbar prägen. gerade eine lange zugfahrt lässt sich so gut und sinnvoll verbringen. (und wenn die liebsten eltern ein glas mit kordelumwickelten kerzen – die farblich mit den stulpen harmonieren – als willkommensgeschenk neben das bett stellen, dann ist das ein schönes ende eines langen tages).

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