Verfasst von: dietauschlade | 4 April 2014

subversion.

Heldenseit einiger zeit hängen die photos dieser drei menschen in direkter sichtweite hinter meinem schreibtisch. als ermutigung. aber auch als mahnung an mein ängstliches ich. aus gründen. und mit einem ganzen satz gedachter fußnoten*

Ich persönlich finde, die Situation der Alten, die nicht mehr mitmachen müssen, die nicht mehr verwertbar gemacht werden können, bietet eine subkulturelle Chance. Da sind Möglichkeiten emanzipatorischer Gegennorm und Subversion. (Goldy Parin U. Rütten: Im unwegsamen Gelände.)

»Man hüte sich vor den alten Männern«, sagte Feuchtenberger zu Richard Zurek und dessen Sohn als sie sich von ihren Plätzen erhoben, »alte Männer sind immer gefährlich. Sie haben ihr Leben gelebt, sie haben nichts mehr zu verlieren und nichts mehr zu befürchten. Und sie schrecken nicht einmal davor zurück, die Wahrheit zu sagen.« (Christoph Hein: In seiner frühen Kindheit ein Garten)

Ein Kurzschluss habe eine Explosion (…) ausgelöst und die Maschine zum Absturz gebracht, so die offizielle Unglücksursache. Aber genau das bestreitet nun eine Gruppe von sechs Experten, die – mittlerweile im Ruhestand – damals zum Kreis der Ermittler gehörten. Heute werfen sie den Behörden Unterschlagung von Beweisen und Vertuschung vor: Der Absturz von TWA 8oo sei tatsächlich durch eine Explosion von außen ausgelöst worden. „Es war entweder ein Terrorangriff, den man nicht zugeben wollte, oder ein Unglück durch Fehler des eigenen Militärs“, so der ehemalige NTSB-Experte Hank Hughes. (tagesschau.de; 21.o6.2013; 11.15)

Laura sagte, sie hätte gerade gelesen, dass der Mensch im Alter radikal zu dem werde, was er sowieso sei, weil der Mensch sein Leben lang vorwiegend das zur Kenntnis nehme, was ihn in seinem Verhalten und seinen Ansichten bestätige, und je länger dieser Prozeß dauere, umso extremer forme sich der Charakter, extrem herrisch oder extrem milde, extrem geizig oder rechthaberisch, grob und allgemein als Altersstarsinn bezeichnet, aber eigentlich nur die zwangsläufige Folge aller Jahre davor. (Monika Maron: Ach Glück)

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Responses

  1. Eine schöne Erklärung für den Altersstarrsinn. Auf was wird man sich selbst im Alter zusammengeschnurrt haben?

    • Das ist tatsächlich die Frage! (Und Ansporn sich schon in jungen Jahren mit einer guten und gesunden Lebenseinstellung auf das Alter vorzubereiten. Möge es weniger ‚Starr‘ und mehr ‚Sinn‘ beinhalten!)

      • Irgendwo habe ich mal gelesen, dass manche Menschenim Alter zu Rosinen schrumpeln oder sich verfestigen , andere aber zu guten Wein werden. Ich würde mir auch den Wein erhoffen:)

      • Ich auch :o)

  2. Der erste und der letzte Ausschnitt gefallen mir besonders gut. Es ist tatsächlich eine große Erleichterung, bei manchen Dingen nicht mehr mitmachen zu müssen und sich an manchen ‚Wettbewerben‘ nicht mehr beteiligen zu müssen. Es macht frei, sich den wesentlichen Dingen zu widmen (oder denen, die man dafür hält) ;-)

  3. ich stimme franka voll zu!
    liebe grüße!

  4. Was keiner wagt, das sollt ihr wagen
    was keiner sagt, das sagt heraus
    was keiner denkt, das wagt zu denken
    was keiner anfängt, das führt aus.

    Wenn keiner ja sagt, sollt ihr’s sagen
    wenn keiner nein sagt, sagt doch nein
    wenn alle zweifeln, wagt zu glauben
    wenn alle mittun, steht allein.

    Wo alle loben, habt Bedenken
    wo alle spotten, spottet nicht
    wo alle geizen, wagt zu schenken
    wo alles dunkel ist, macht Licht.

    Lothar Zenetti
    Musik: Reinhard Mey/Konstantin Wecker


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