Verfasst von: dietauschlade | 7 April 2014

neue nachbarn.

star

in den vergangenen jahren lebten wir in einträchtiger nachbarschaft mit einer spatzenfamilie, die neben unserem schlafzimmerfenster nistete. doch in diesem frühling haben wir neue neue nachbarn bekommen. ein starenpaar ist in den freigewordenen nistplatz gezogen  und nun eifrig am bauen. (die spatzen wohnen nun eine etage tiefer). in einem etwas älteren vogelbestimmungsbuch habe ich schon so einiges über die neuen mitbewohner|innen erfahren. (♥lich willkommen!)

Zwei Schwarzröcke beleben unsere nächste Umgebung, Star, Sturnus v. vulgaris L., 21 cm, und Amsel, Turdus m. merula L., 25 cm, doch beide nach Temperament und Gestaltung grundverschieden. Ruhevoll sitzt die Amsel auf hoher Warte und läßt ihr volltönendes Flöten gleichmäßig orgelnd erschallen, dagegen der Star sein fistelndes Pfeifen, Quietschen, Schmatzen und Schnurren, sein »Spriehn« und »Schwett« unter lebhaften Flügelschlägen und Drehen und Wenden mühsam hervorpreßt, als wolle er die mangelnde Tonfülle durch Gesten ersetzen; denn nur selten gelingt ihm ein schönerer Flötenpfiff, der aber auch nur dem Ruf des Pirols, der Drossel oder des Bussards nachgeahmt ist. – Umgekehrt verhalten sich beide am Boden, wo sie ihre Nahrung suchen. Gravitätisch, fast bedächtig schreitet und watschelt Meister Star daher, aufmerksam nach den Seiten sich wenden und im Boden stochernd, dagegen die Amsel in ungestümen Sätzen beidfüßig springt oder wie losgeschossen dahinrennt, plötzlich hochaufgerichtet mit steilgestelltem, gefächertem Schwanz und zuckenden Flügeln stehen bleibt, um im nächsten Augenblick wieder hastig mit Schnabel und Füßen das Genist zu durchwühlen, daß das Fallaub zur Seite fliegt. […] Der Star schnurrt in reißendem Fluge gleichmäßig schnell dahin und wirkt, wenn er kurze Strecken ausgebreitet schwebt, ob seines kurzen Schwanzes wie ein kurzgestieltes, gleichseitiges Dreieck, dagegen hat der Flug der Amsel trot des raschen Starts und der Wendigkeit im Gebüsch auf längeren freien Strecken etwas unsicher Flatterndes. […] Prächtig stahlblau, mit giftgrünen und purpurnen Lichtern schillert im Frühjahr das Starengefieder, während es im Herbst mit weißen Tupfen übersät ist (»Perlstar«), nur die Jungvögel sind unscheibar dunkel graubraun mit hellerer Kehle. Der größte Teil der Amseln überwintert bei uns, während die letzten Stare im Spätherbst verschwinden. (Dr. Hans Joachim Müller: Gefiederte Freunde in Haus, Hof und Garten. 1948)

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Responses

  1. Ich würde mal sagen, da kommt keine noch so gute Fernsehsendung mit!
    Live ist halt Live!


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