Verfasst von: dietauschlade | 24 Mai 2014

okay, kleine… du kannst reinkommen…

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Ich will nur Bücher verlegen, deren ich mich auf dem Totenbett nicht schämen muss. Bücher toter Autoren, an die wir glauben. Bücher solcher lebender Schriftsteller, die ich nicht anzulügen brauche. Zeit meines Lebens sind mir zwei Elemente als die schlimmsten, eigentlich unvermeidlichen Belastungen des Verlegerbesuchs erschienen: Das Belügen der Autoren und das Vorschwindeln nicht vorhandener Kenntnisse im Grunde beides also eine traurig unwahrhaftige Haltung. […] Mögen wir uns irren, das ist wohl unvermeidlich, aber bedingungsloser Glaube, die Überzeugung vom echten Wort und Wert des Gewählten sollte immer Voraussetzung jedes einzelnen Buches sein. (Kurt Wolff)

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gestern startete in berlin die aktion 24 stunden buch, bei der auch der reprodukt verlag in dem faszinierenden exRotaprint gebäude seine pforten öffnete. nach der fahrt mit einem sehr alten und ruckeligen aufzug [klack] (oder für sportliche, einem etwas längerem treppensteigen), dem gang durch einen weißen flur und einem klopfen [T-TOCK TOCK] an der zweiten (oder dritten?) tür rechts, wurden wir freundlich [OKAY, KLEINE… DU KANNST REINKOMMEN…] in die zwei zimmer des verlages eingelassen. hier lernten wir einen teil der belegschaft (sowie der protagonisten!) kennen, wurden mit trockenfrüchten [A·P·R·I·K·O·S·E·N], snacks sowie getränken bewirtet und erhielten einen spannenden einblick in die über 2ojährige verlagsgeschichte. so manches buch wurde aus den vollen regalen geholt und mit einer anekdote versehen. wir staunten darüber, dass bei der übersetzung eines comics jede einzelne sprechblase per hand (!) mit den neuen wörtern gefüllt wird und bewunderten die ‹butterbrotpapiere›, auf denen völlig sauber und akkurat letteringbeispiele zu sehen waren. in den regalreihen entdeckten wir ein paar bekannte, viele neue bücher, manch (fremdsprachige) inspiration und füllten gedanklich geburtstags-, hochzeitstags- & weihnachtslisten (leise fluchend ob ihrer begrenztheit). nachdem auch die letzte frage beantwortet, die letzte originalzeichnung und das letzte buchplakat bewundert waren, traten wir den heimweg an. zum glück verliefen wir uns im gebäude (obwohl die anweisungen klar waren [DEN GANG RUNTER UND DANN LINKS, MS CORRICAN…]) und fanden dadurch am hinteren ende des gangs noch einen verschnörckelten bilderrahmen (incl. beleuchtung), der zu einem letzten erinnerungsphoto einlud. dann ging es aber tatsächlich die treppen abwärts [TAPP TAPP TAPP   TAPP TAPP TAPP] und der (aufgezeichnete) vorhang schloss sich hinter uns. herzlichen dank (auch im namen des begeisterten liebsten) für die gastfreundschaft!

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Responses

  1. Cool, was du immer für Veranstaltungen entdeckst und so viele Eindrücke sammelst und wahrnimmst.

    Schönes Zitat. Ehrlich, wahrhaftig.

  2. […] Dank an dieTauschlade für den Bericht über den Besuch bei Reprodukt anlässlich “24 Stunden […]

  3. sieht gut aus!!


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