Verfasst von: dietauschlade | 6 März 2015

von schatten. und letzten worten.

wieeinBAUMdenmanfällt[klick!]
ob der letzte schatten eines baumes vergleichbar ist mit den letzten worten eines menschen?

Die unbegreifliche und unannehmbare Katastrophe, daß, was immer man von der Unzerstörbarkeit von Energie erhoffen, denken, wissen mag, wie immer man die Dauer von Erinnerung beschwören mag, doch mit jedem Toten der ganze Kosmos, den er im Laufe seines Lebens in sich aufgenommen hat, entwickelt, ständig erweitert, im wörtlichen Sinn verkörpert hat, für immer dahingeht. Ein unersetzlicher Verlust. (Christa Wolf: Rede, daß ich dich sehe.)

I needed to look out onto trees like I do here. I like the privacy of having trees. I love looking at the trees and watching the seasons pass. It’s a luxury and it’s something I cherish wholeheartedly. (Marcelo Krasilcico Brasilian in: apartamento #o8)

Städte sind bisher langsam gewachsen, in einem sehr intensiven Verständigungszusammenhang ihrer Bürger. Es ist eigentlich ein schlechtes Bild, heute noch in Anlehnung an Organisches vom Städtewachstum zu sprechen. Städte werden produziert wie Automobile. (Alexander Mitscherlich: Die Unwirtlichkeit unserer Städte. Anstiftung zum Unfrieden)

Bei der Umrundung sieht man die ganze Zeit das Meer [oder die Brachflächen inmitten der Stadt mit Bäumen, Sträuchern und Blumen; m.f.], die Ausblicke sind zum Sterben schön. […] Man erkannte sofort, wieso ein Investor nur einmal hinschauen musste, um in großen glänzenden Lettern das Wort GOLDGRUBE zu sehen. Mehr sähe er nicht. (Keri Hulme: Steinfisch)

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Responses

  1. Großartig ! Liebe Grüße Gitta

  2. Berührend, liebe Mirjam. Es tut mir weh die Bilder zu sehen, jedes Mal tut es mir weh, wenn ich einen Baum fallen sehe. Wenn ein Baum fällt, mit seinem ganzen Gewicht, mit seiner ganzen Geschichte, mit seinem Krachen, ist das für mich jedes Mal ein ganz schmerzlicher Abschied. Den letzten Schatten eines Baumes mit den letzten Worten eines Menschen zu vergleichen, ist ein ganz stimmiges Bild. Bäume und Menschen, so ein großes Thema, das hoffentlich bleibt.

  3. oh ja, diese goldgruben für einige wenige. und die anderen leiden und betrauern den verlust.
    in der nachbarschaft wurden drei sehr alte bäume wegen eines carports gefällt. geht’s noch??

    • ja, der spaziergang durch eine sterile neubausiedlung inmitten des alten kiezes machte diese erfahrung noch frustrierender und (mich) erzürnender!

  4. Wir betrauern auch grad zwei Bäume, eine große Kastanie, die wohl einer Baustelle für Eigentumswohnungen weichen musste, und meinen Lieblingsbusch auf dem Arbeitsweg, der immer so schön geblüht hat. Mir tut es um jeden weh.

    • Ja, das geht mir auch so! Und je mehr Bäume und Brachflächen verschwinden, umso mehr verschwindet das (berliner?!) Flair, um dessentwillen Bauplätze gekauft und Einheitshäuser gebaut werden…

      • Ja, genau… Und dann werben sie für ein „klimaneutrales Berlin“. Nachdem sie wieder einen Haufen Bäume gefällt haben. Einfach traurig.

      • Ja!

  5. […] (und immer mehr) ‹gestylte neubauten›. sie entstehen an stadträndern, entlang der spree, auf brachflächen und ersetzen alteingesessene kleingartenparzellen. so manches mal ließen sie mich schneller gehen, […]

  6. […] nun ist es soweit. erdberge türmen sich auf, matschige reifenspuren durchziehen das gelände und wieder fallen bäume. ein investor hat bestimmt: möbelhäuser und ein riesiges einkaufszentrum sollen es […]


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