Verfasst von: dietauschlade | 27 Mai 2015

nebenbei berlin [163] oder: sieben sachen.

7sachen

vor einigen monaten warf greta mir ein stöckchen zu und seitdem überlege ich, welche sieben sachen ich denn über mich erzählen könnte | möchte. da ich derzeit krank im bett liege und hier keine neuigkeiten aus den straßen berlins präsentieren kann, habe ich so ganz nebenbei sieben sachen über berlin und mich zusammengestellt (wer via kommentar oder auf dem eigenen blog ebenfalls sieben (berliner) sachen präsentieren möchte, sei dazu herzlich eingeladen!):

sehenswürdigkeiten. wenn ich nicht zur arbeit (oder für letztere zumindest nicht aus dem haus) muss, lese ich morgens nach dem aufwachen eine gute zeit lang. dabei sitze ich im bett mit: *dem liebsten neben mir; *einem kissen im rücken; *meiner ersten tasse kaffee; *dem aktuellen buch bzw. dem aktuellen artikel auf einem kleinen kissen vor mir; *einem bleistift in der hand; *blick auf den fernsehturm in der ferne. daran erfreue ich mich auch nach fast vier jahren noch sehr.

stadtteile. tatsächlich bin ich nur äußerst selten in westberlin unterwegs. wohnung, arbeit, die meisten freunde sowie die nötigsten einkaufsmöglichkeiten befinden sich in den östlichen bezirken. und doch sind drei meiner lieblingsplätze in berlin im westlichen teil der stadt situiert: der prinzessinengarten, die domäne dahlem und das haus am waldsee.

geschichte. die bewegte vergangenheit der stadt habe ich von kindesbeinen an ganz nebenbei in musikalischer form kennengelernt. so manchen geschichtsträchtigen ort erkenne ich einzig aufgrund einer oft gehörten liedzeile. und doch kam ich bis jetzt immer noch nicht an den platz, den ich als fliegertochter eigentlich schon so lange mal besuchen wollte. vielleicht endlich in diesem sommer…

politik. als ich meinen ersten wahlbescheid in berlin erhielt, musste ich lächeln. das wahllokal kannte ich bereits. ich hatte davon bei christa wolf gelesen: «Wir gehen zur Wahl, zu der Schule im Stiftsweg» (Ein Tag im Jahr. 196o-2ooo).

berühmtheiten. einmal lief mir gerhard schröder mit zwei leibwächtern in der friedrichsstraße entgegen. er sah sehr klein und müde aus. das will aber nichts heißen. das bin ich dort auch immer.

flora und fauna. manch tier (füchse, hausrotschwänzchen, eichelhäher, einen grünspecht, nachtigallen) und manch pflanze (sanddorn, steinklee, kirschpflaumen, platterbsen) habe ich in berlin zum ersten mal (bewusst) in freier wildbahn gesehen oder gehört.

kunst und kultur. ich bin keine große freundin von ‹standardisierten smalltalk› (beispielsweise bei größeren feierlichkeiten). ich weiß nicht, was ich da so erzählen soll. zusammenkünfte bei denen es allerdings keine konventionen und sich das miteinander nach und nach er-|gibt, finde ich umso spannender. berlin bietet zum glück viele solcher möglichkeiten, die ich völlig unbefangen (!) nutze: raubzüge, wohnzimmerkonzerte, opernaufführungen in wohnungen oder performative abendbrote.

apropos: marie rodewald und holger foest zeigen im juli ihre neue produktion an meinen toten vater. ich habe bereits karten reserviert und kann ihnen die inszenierung(en) nur empfehlen. [mir fehlen gerade die – nicht kitschig klingenden oder klischeebehafteten – worte, um meine erfahrung angemessen zu beschreiben. ich versuche es trotzdem.] die themen, die die beiden behandeln sind schwer. und bleiben dies. dennoch zeigen sich leichte, helle seiten. weil es eben nicht [nur] um das große, ganze thema geht. sondern um einen unwiederholbaren, vielseitigen und geliebten menschen.

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Responses

  1. Gute Besserung :)

  2. Ein schönes, schlaues und lyrisches Berlinportrait. Das macht dann doch Lust nochmal hinzuschauen, denn meine letzten BerlinErfahrungen waren eher kalt und fremd.
    Die Tomate aus dem Prinzessinnengarten gedeiht hier ganz ordentlich und wünscht Dir zusammen mit mir eine gute Besserung und baldige Gesundung. LG Gitta

    • Danke sehr! Und ja, auch Dir eine gute Besserung! Herzliche Grüße
      Mirjam

  3. Danke für den schönen Berlin-Text! Wo ich das Stöckchen schon wieder ganz vergessen hatte, vor allem, dass es da noch herumlag! Liebe Grüße Greta

    • mich piekte es immer wieder und ich bin sehr froh, dass ich jetzt eine passende idee gefunden hab ;o)
      herzliche grüße!

  4. Werd schnell gesund und dann viel Spaß in Deiner Stadt, die Du so ganz anders zu zeigen und beschreiben in der Lage bist, als es üblich ist.
    Liebe Grüße
    Lisa

    • Danke! Ich bin guter Dinge und hoffe auch, dass ich ab nächster Woche wieder durch die große Stadt flanieren kann!
      Herzliche Grüße!

  5. einer meiner (neu entdeckten) lieblingsorte in berlin: dersüdwestkirchhof stahnsdorf. ein wunderbarer ort zum ruhefinden, zum wandeln, zum staunen und lauschen. und – schon oft besucht – der große jüdische friedhof in weißensee. bei meinem nächsten besuch erkunde ich dann die domäne dahlem!
    liebe grüße, ich hoffe, du bist wieder gesund!
    ps: das tempelhofer feld hat sich bei zwei besuchen trotz vieler menschen leer und weit angefühlt und einen kleinen garten gibt es auch!

    • ja, ein besuch auf dem jüdischen friedhof ist schon geplant und die route nach stahnsdorf werde ich mal heraussuchen :o)
      und die domäne dahlem ist auf jeden fall einen besuch wert!
      herzliche grüße!

  6. 7 Sachen über dich, diese, sind nur mit großen Worten zu beschreiben

    Du Achtsame von A bis Z
    von Aludeckelsammlerin bis Zeitungsverkäuferbegleiterin (Maria)
    Du Detaileentdeckerin & Aufmerksammacherin
    Du Belesene & Zitateverschenkerin
    Du wunderbare -hoch oben in der großen Stadt- Balkongärtnerin
    Du Alltagskünstlerin von hunderten Streichholzschachteladventskalendern und einmaligen Collagen
    Du, leckere Stullenzubereiterin & liebevolle Briefe & Päckchenverschickerin

    Du -zu Hause- Klavierspielende und Reinhard Mey Lieder Singende

    Herzliche Mamuschkagrüße

    • liebste mamuschka, herzlichen dank für diese 7 herzlichen (und zu herzen gehenden) zeilen. ich sende dir allerliebste grüße zurück!

  7. […] stricken ließen und die nun an kühleren herbsttagen winzige hände wärmen [8]. die wahl im stiftsweg [3] und der spaziergang danach [4]. und schließlich noch eine besondere freude, die sich im laufe […]


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