Verfasst von: dietauschlade | 12 Juni 2015

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062015_Drittel3Nichts geht verloren, sagt er, alles, was du je gesehen hast, ist immer bei dir.
(John Berger: Mann und Frau, unter einem Pflaumenbaum stehend)

heute: *der garten in der frühen morgensonne [1], den ich ausnahmsweise nicht gießen muss, da es in der letzten nacht wohl geregnet hat. *die gurkenpflanze, die mich heute morgen mit geöffneten zarten gelben blüten begrüßt [2]. *die blätter der litschitomaten [5], die mittlerweile von vielen kleinen, festen stachelreihen bedeckt sind. *die radieschensprossen [7], die ich – trotz regen – wie jeden morgen wässern muss. *der artikel, den ich heute vormittag endlich fertig schreibe [1o], so dass ich danach einen herrlich freien tag vor mir habe. *der mittagsschlaf mit dem liebsten [9], der (nach einer sehr kurzen nacht) gut tut. *das postkartenschreiben auf dem balkon (die der liebste noch in letzter minute zum briefkasten bringt) [8], bei einem glas rhabarbersirup und einer handvoll felsenbirnen. *die vier großen skulpturen [12], die im nachbarhof vor einer werkstatt vom laster geladen werden. und die mich an den roman von toni mahoni erinnern. *das aufwickeln von wollsträngen [11], während wir eine folge friends gucken. *der vorgestern eingekochte rhabarbersirup [6], den ich noch beschrifte. *und das frische hollergelee [3], welches beim abkühlen glücklicherweise nochmal wesentlich fester geworden ist, und das ich in den alten küchenschrank räume. *und dann in der abenddämmerung der erste, ausschließlich im balkongärtchen geernteter salat [4]. mit raukenblättern und raukenblüten, löwenzahn, spargelpflücksalat, dill, schnittlauch, zitronenbasilikum und borretsch.

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und dazwischen (ganz ohne photos): *ein grünfink, der in der regenrinne vor meinem fenster herumhüpft und den ich das erste mal (hier und überhaupt) bewusst wahrnehme. *die crêpes, die noch vom gestrigen spargelessen übrig sind und die der liebste zum mittagessen mit der leckersten kichererbsen-bohnen-mischung füllt. *meine ständigen aufenthalte auf dem balkon: tomatenpflanze umtopfen, ziegel unter einen metalltopf legen,  gießen, alte blätter abrupfen, töpfe umstellen, auf läusejagd gehen. *das entdecken des nachbars auf dem balkon gegenüber (den man nur äußerst selten sieht), der sich mit hingabe und nur mit einer blauen feinrippunterhose bekleidet um seine blumen kümmert. *die abendliche frische auf dem balkon. *und das mitpfeifen der reinhard mey-lieder, die aus dem wohnzimmer klingen. * die kleine open-air filmvorführung (als es endlich dunkel ist) im garten nebenan, deren klänge und geräusche im laufe des abends und dieses textes immer wieder zu mir nach oben wehen. *und dann die vorfreude auf den liebsten, der hoffentlich bald von einem nächtlichen konzert nach hause kommt. ein guter tag.

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Responses

  1. Das hört sich wirklich nach einem guten Tag an.
    Dann wünsch ich noch ein schönes Wochenende!

    Der Schrat

    • Ja, das war es!
      Danke sehr, Euch auch ein schönes Wochenende. G+K

  2. Ich bewundere, mit welch guten Worten und wie bildlich du schreibst. Das ‚dazwischen (ganz ohne photos)‘ war vor meinem inneren Auge so deutlich wie die Photos.

    Eine gesegnete Woche mit genuegend Regen und Sonne fuer deinen Balkongarten.

    Liebe Gruesse,

    matthew

    • Oh, danke schön :o)
      Es gab zumindest schon ein ‚gesegnet-beregnetes‘ Wochenende, das den Pflänzchen und Pflanzen ganz gut tat.

      Dir auch eine gute Woche, Bruderherz!

  3. Die Litschitomate piekst bei mir inzwischen auch – allerdings bislang nur am Stiel. Bin schon mal gespannt, wie die Früchte aussehen.

    • Ich bin noch am hoffen, dass bei meiner überhaupt Früchte erscheinen – noch sind diese Tomatenpflänzchen recht klein (dafür umso pieksiger…) :o)

  4. die oberste karte steht jetzt bei mir im blickfeld und erfreut sehr!
    ich bin ja ganz froh, dass du den herrn in der blauen feinripphose nicht abgelichet hast – da gefallen mir die bilder von deinem balkon doch besser ;-)! mein holundergelee musste ich noch ein zweites mal kochen – es war sirup geworden. aber den möchte ich ja noch zusätzlich machen!
    liebe grüße und weiter so schöne balkontage!
    mano

    • ;o)

      dann wünsche ich dir viel erfolg beim zweiten geleeversuch. ich musste dieses mal auch mit etwas agaragar nachhelfen, da der gelierzucker nicht mehr richtig gut funktionierte…

  5. […] andere kräftig und robust. manche wie ein filigraner lampenschirm und eine – die blüten der litschitomaten – mit einem langen wehenden weißen rock). und während man sich noch an der leuchtenden […]

  6. […] wenn es nicht jeden tag, ja noch nicht mal jeden monat ist, so doch heute mal wieder 12 photos vom zwölften tag des monats. der morgen beginnt sehr […]


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