Verfasst von: dietauschlade | 30 September 2015

kräuterworkshop n°3 & n°4

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Herbsttag | Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß. | Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren, | und auf den Fluren lass die Winde los. | Befiehl den letzen Früchten voll zu sein; | gieb ihnen noch zwei südlichere Tage, | dränge sie zur Vollendung hin und jage | die letzte Süße in den schweren Wein. | Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.  | Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben, | wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben | und wird in den Alleen hin und her | unruhig wandern, wenn die Blätter treiben. (Rainer Maria Rilke)

vierterKräuterworkshop_3

über mehrere jahreszeiten erstreckte sich die workshopreihe mit burkhard bohne. bei n°1 im frühling ging es um die grundlagen des kräutergärtnerns und das aussäen der ersten kräuter; bei n°2 im frühsommer ging es um ernte und lagerung der kräuter; bei n°3 im sommer haben nochmal unser wissen über diverse kräuter vertieft und ganz praktisch gelernt stecklinge zu vermehren. bei n°4, dem letzten workshop in dieser reihe, hatte der herbst bereits einzug in den prinzessinengarten gehalten: hier und da hingen bereits die ersten samenschoten zum trocknen, zwischen grünen blättern entdeckten wir leuchtende früchte und ein kalter wind blies uns um die ohren. da war es sehr passend, dass wir uns die mischung für eine kräutertinktur (1tl pfefferminze, 1tl salbei, 1tl fenchelsamen, 1tl anissamen, 1tl kümmel, 1/2tl koriandersamen im mörser zerrieben und mit korn oder aber einem hochwertigem öl auffüllen) zusammen- und eine ringelblumensalbe (5og bienenwachs, 25oml oliven- oder anderes kaltgepresstes öl, 5og shea- oder kakaobutter, 2 hände voll getrockneter ringelblumen) herstellten. und (um das gartenjahr abzurunden) erhielten wir noch einige tipps für die pflanzen- und bodenpflege im herbst und winter:

  • freie beete (oder erdkisten) mit einer zwischenkultur (rucola, feldsalat, senf, lupinen, phacelia, leguminosen, …) bepflanzen. diese dienen als windschutz, helfen die bodenaktivität zu erhalten (und liefern teilweise noch ein paar vitamine). erfrieren sie beim ersten frost, bilden sie eine schützende mullschicht und halten die bodentemperatur konstant.
  • zweijährige pflanzen nicht aus versehen herausreißen (im nächsten frühjahr kommen sie wieder)! ist der boden hier nicht flächendeckend bepflanzt, die zwischenräume mit kompost bedecken.
  • sowieso möglichst viele pflanzen stehen lassen (auch wenn diese nicht mehr so schön aussehen) – sie dienen insekten weiterhin als schutz- und nahrungsort.

ein wunderbarer abschluss einer fabelhaften und sehr interessanten workshopreihe!
(die, berliner|innen aufgepasst, im nächsten jahr wiederholt werden soll!)

vierterKräuterworkshop_2

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Responses

  1. ha, da war ich im Sommer mit den Töchtern! Die Kräutertinktur, ist die für außen oder für innen?Und bevor Er die Winde losläßt, bitte erst noch ein bißchen dies:

    Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
    Die Luft ist still, als atmete man kaum,
    Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
    Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.
    O stört sie nicht, die Feier der Natur!
    Dies ist die Lese, die sie selber hält,
    Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
    Was von dem milden Strahl der Sonne fällt.

    C.F. Hebbel

    Schöne Sonnentage Dir und herzliche Grüße von
    Lisa

    • Herzlichen Dank für das schöne Gedicht!
      Die Tinktur ist für die innere Anwendung gedacht (d.h. mit dem korn entweder als eine art kräuter-verdauungsschnaps oder mit dem öl einfach als aromatisiertes speiseöl) – wobei sicherlich auch eine äußere nicht schadet :o)

      Liebste Grüße!

  2. Danke für die letzte Email (Update von WordPress), das lässt so richtig Herbstszimmung aufkommen.

    VG aus Kanada, HaJo und Caro


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