Verfasst von: dietauschlade | 12 April 2016

12von12

042016_Drittel2

Man muß aufschreiben, und sei es, jeden Tag nüchtern zu registrieren. Nicht »schön« schreiben wollen. Stichworte, Tatsachen. Keine Seelenergüsse. (Christa Wolf: Ein Tag im Jahr. 196o-2ooo)

042016_Drittel3

auch wenn es nicht jeden tag, ja noch nicht mal jeden monat ist, so doch heute mal wieder 12 photos vom zwölften tag des monats. der morgen beginnt sehr früh, noch vor der dämmerung. nach dusche und frühstück bleibt mir etwas zeit meine schwarzen hefte [9] zu ergänzen und die keimenden pflänzchen auf der fensterbank [1o] zu gießen. auf dem weg zur sBahn erfreue ich mich am zwitschern, zirpen und tirilieren der pankower vogelschar und bewundere die gefiederten blütenstände des ahorn (?!) [4]. es ist gar nicht schlimm, dass ich heute meine fahrtlektüre vergessen habe – bei dem blick aus dem fenster entdecke ich gerne grünende, blühende sträucher, hecken und bäume entlang der bahntrasse. als ich bei der arbeit ankomme, sehe ich, dass auch der kleine kirschbaum auf dem schulhof [5] endlich viele filigrane blüten trägt. da die zweite stunde unverhofft ausfällt, kann ich heute schon früh mein zweites frühstück genießen: eine tasse chai-tee sowie eine der stullen, die der liebste mir täglich schmiert. der rest des arbeitstages verläuft routiniert. bei der mittagsaufsicht erheitert mich die wäscheklammerschar an dem leeren ausstellungsgitter [2]. dienstags ist mein kurzer tag, so dass ich bereits mitte des nachmittags wieder in pankow bin. auf dem heimweg entdecke ich das plakat der gartengalerie [3] und frage mich, ob die gar nicht mehr so unbekannte nachbarin wohl lust hätte, mit mir dorthin zu gehen. als ich zu hause ankomme, sind vom kartoffelsalat [12], den der liebste gestern zubereitet hat, noch genau zwei portionen da, die wir gemeinsam (und mit je einem tofuwiener) genießen (er schmeckt noch besser als gestern!). da es die letzten tage zwar bewölkt war, jedoch nicht (oder nur unmerklich) geregnet hat, gieße ich noch meine pflanzen auf dem balkon und stelle fest, dass nun auch unsere felsenbirne [1] blüht. beim zweiten gang des tages zum fensterbankbeet entdecke ich, dass über mittag die ersten korianderkeime [8] den weg ans tageslicht gefunden haben. willkommen! da die letzte nacht eher kurz war, machen der liebste und ich einen mittagsschlaf, trinken anschließend eine tasse tee [11] mit einem stück sonntagskuchen. dann setze ich mich an den schreibtisch, bastle ein wenig an einer kleinen aktion [7] zum welttag des buches, esse ein tomatenbrot zum abendessen und verfasse diesen beitrag, bevor es nun ins bett geht. gute nacht!

042016_Drittel1

Advertisements

Responses

  1. Hach, da ist ja noch eine so spät dran ;-)…mit der Guten Nacht und dem 12 von 12…ein kleiner Gruß, ich mag heute bereits Deine Bilder, den Text hebe ich für die Morgenlektüre auf.Liebe Grüße, Taija

    • Ja, so ein Tag will ja vollständig dokumentiert sein ;o)
      Liebe Grüße zurück!

  2. Morgenlektüre bei Tauschlade ;-). Und ich bin länger geblieben als vorgesehen, die „Schwarzen Hefte“ haben mich verführt weiterzuklicken…, anregend, wie so oft bei dir. Lieben Gruß Ghislana

    • Ja, diesmal eine ganz ausführliche Lektüre :o)
      Schön, dass Du Dich auch ein wenig ins Archiv eingetaucht bist!
      Liebe Grüße! Mirjam

  3. Ja, die schwarzen Hefte haben es in sich. Ich bin sehr angetan von der Idee, etwas ähnliches zu machen. Jetzt, wo mein Leben neue Bahnen einschlägt. dankeschön LG Gitta

    • Sehr gerne! Schön, wenn sich die Idee weiterträgt. Für mich ist das ein sehr bereicherndes (allerdings auch ziemlich zeitintensives) Unterfangen! :o)

  4. wie schön Du Deinen Alltag beschreibst! Vor allem nicht als lästig, sondern als Geschenk. Das freut mich!

    • Wie singt schon Reinhard Mey in seinem Lied ‚Das war ein guter Tag‘:

      Das ist ein guter Tag, der über den Dächern der Stadt aufgeht,
      Wie all die unerwähnten, in Erinnerung verschwomm‘nen.
      Denn auch über dem unscheinbarsten, alltäglichsten weht
      Der Hauch des Einzigen und das Versprechen des Vollkomm‘nen
      Ich bin bereit, zu lernen, seine Kostbarkeit zu sehn,
      Mich auf ihn einzulassen und ihm jede Chance zu geben,
      Ich bin bereit, den langen Weg bis ans Ende zu gehn
      Und bis zum allerletzten Ton den Ausklang zu erleben.
      Im Wissen, daß ich eines Tages nichts anderes mehr
      Erbitten und ersehnen, daß ich gar nichts auf der Erde
      So sehr wie einen neuen Morgen, eine Wiederkehr
      Des unscheinbarsten, alltäglichsten Tags erflehen werde.
      Ich weiß, was ich sag –
      Das ist ein guter Tag!

      Gruß und Kuß!

  5. ja, der Schrat hats mir aus der Feder, besser der Tastatur, genommen. Ein 12ter als Geschenk. Und Deine schwarzen Hefte faszinieren auch mich.
    Grüß das kleine Grün und sei umarmt von
    Lisa

    • :o)
      Eine herzliche Umarmung zurück! Die Grüße richte ich gerne aus (das kleine Grün wird jeden Tag größer und größer).

  6. die felsenbirne gehört zu meinen liebsten sträuchern. im frühjahr in zartes weiß gehülllt, im sommer die leckeren früchte und im herbst das schönste bunt der blätter. ein genie! schön, dass du sie auf dem balkon genießen kannst!
    liebe grüße von mano

  7. […] mag das Unspektakuläre, das Feine an diesem Blog. Es scheint mir auch ein feiner Mensch dahinter tätig zu […]

  8. […] zu [7], die wir gemeinsam bei einer serienfolge verspeisen. frisch gestärkt setze ich mich auch heute an meine schwarzen hefte und ergänze diese mit einigen zitaten [8] (der bücherstapel, der noch […]


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: