Verfasst von: dietauschlade | 10 Juli 2016

mundraub. miniaTour.

mundraub_miniatur_grün

Er [=der junge Mensch] braucht deshalb seinesgleichen – nämlich Tiere, überhaupt Elementares, Wasser, Dreck, Gebüsche, Spielraum. Man kann ihn auch ohne das alles aufwachsen lassen, mit Teppichen, Stofftieren oder auf asphaltierten Straßen und Höfen. Er überlebt es – doch man soll sich dann nicht wundern, wenn er später bestimmte soziale Grundleistungen nie mehr erlernt, zum Beispiel ein Zugehörigkeitsgefühl zu einem Ort und Initiative. Um Schwung zu haben, muß man sich von einem festen Ort abstoßen können, ein Gefühl der Sicherheit erworben haben. (Alexander Mitscherlich: Die Unwirtlichkeit unserer Städte. Anstiftung zum Unfrieden.)

vor kurzem durfte ich mal wieder auf den gar nicht mehr so kleinen nachbarsjungen aufpassen. und da er mit seinem laufrad mittlerweile ziemlich mobil ist, haben wir einen kleinen ausflug zu einem der vielen grünräume pankows gemacht. vorbei an alten häusern [7], einer feuerwanzenversammlung [9] und schrebergärten [5] erreichten wir irgendwann den mauerweg, der von zierkirschen [1] gesäumt ist. zu unserem glück fanden wir neben einem alten eisenpfeiler [6] mit schneckenmotiv [1o] auch einen winzigen sauerkirschenbaum [3], dessen kleine früchte uns an diesem sommermorgen erfrischten [8]. anschließend beobachteten wir noch schmetterlinge, die über einem blütenmeer flatterten [2], sammelten einen kleinen strauß lindenblüten [4] und machten uns dann zufrieden auf den heimweg.

mundraub_miniatur_rot

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Responses

  1. Was für ein schöner Textabschnitt und auch die Fotos sind mir eine Freude!

  2. Das freut mich :o)

  3. Da lass ich mich doch endlich auch mal wieder blicken. Am kommenden Freitag wird mein Flüchtlingsmädchen das erste Mal mit ihrem Vater, der mittlerweile ein Freund geworden ist, bei mir zu Besuch sein. Die Tiere sehen, mit dem Hund spielen, mit Wasser pantschen, vielleicht schaffe ich es auch noch einen Sandkasten zu organisieren. Es wird höchste Zeit. Danke für den passenden, wunderbaren Text.

    • Sehr gerne. Und Dir einen wunderbaren Freitag mit Deinen Gästen im Garten!

  4. Ein schöner Ausflug für dich un den Jungen! Den Text habe ich in meiner MA zitiert, die sich um Naturerfahrung drehte… Und die letzten zwei Wochen war ich mit einem Mädchen zusammen, für das Draußensein noch so verständlich ist, viel ist möglich, wenn alle wollen, einschließlich der Stadt(teil)väter. Liebe Grüße Ghislana

    • Schön, dass Du den Text wiedererkennst. Ich war von dem ganzen Buch sehr angetan und mache mir seitdem noch mehr Gedanken um Stadt-, Natur- und Umweltgestaltung (oder gerade nicht-Gestaltung…). Herzliche Grüße!

  5. […] himmels pfeilschnell um den häuserblock und am himmel kreisen [2]. nach dem frühstück (lindenblütentee, naturjoghurt mit bergpfirsisch sowie ein brot mit hollergelee [3]) arbeite ich an einem […]


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