Verfasst von: dietauschlade | 12 Oktober 2016

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Früher? Vorgestern. Luisa hatte ihr eigenes Verhältnis zur Zeit.
(Christa Wolf: Sommerstück)

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wenn man (wie der liebste und ich momentan) krank ist, fließen die minuten und stunden des tages fast unbemerkt ineinander über. deswegen heute nur eine kurze, knappe, photographisch geordnete und chronologisch ungeordnete zusammenfassung vom zwölften tag des monats: nach einer langen nachtruhe mit dem zum glück gesunden und fidelen augustjungen noch ein wenig im bett liegen bleiben. lindenblütentee trinken. mit dem liebsten auf dem sofa gemütlich serien gucken, dabei kekse und apfelschnitze essen. papiersterne falten. wickeln. den ersten kaffee mit dem kleinen bruder trinken, der uns für ein paar tage mit seiner anwesenheit beehrte und sich heute morgen auf die weiterfahrt machte. kaffeebohnen umfüllen. warme schuhe bereitstellen. wieder und wieder papierne schmetterlinge anpusten und zum fliegen bringen. taschentücher bereitlegen. den augustjungen in das tragetuch packen. bei einem spaziergang frische luft schnappen und das abendessen besorgen.

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Responses

  1. Gute Besserung! Ich erinnere mich sehr intensiv an eine Grippe, die der Vater meines Ältesten gleichzeitig mit mir hatte, als wir recht frische Eltern waren.(Früher, ganz früher:-)) Das war enorm anstrengend- allerdings hatten wir beide auch hohes Fieber und es war unmöglich länger als zwei Stunden durchzuhalten. So schliefen und versorgten das Baby wir im Zweistundentakt.
    Da hört sich Euer Kranksein doch gemütlicher und dreisamer an.
    Lieben Lisagruß!

  2. O weh, ich bekomme ein schlechtes Gewissen, hätte euch nicht erkältet besuchen sollen. Schnelles gesundwerden wünsch ich! Liebe Grüße Barbara

  3. Die kleine Angina
    – Mascha Kaléko –

    Als ich noch im Halswehalter war
    Und ziemlich stolz auf mein Fieber,
    Mama stand Wacht, und das Haus stand Kopf,
    Und es roch nach Jelängerjelieber

    Da kam der Doktor Rosenpracht
    Und zwinkerte mit der Brille:
    „Was Schule? – Kommt nicht in Betracht!“
    Und verschrieb mir ne Hustenpastille.

    Nun gabs Bicuits und Apfelpüree …
    Wie die Eiskompresse mich schreckte!
    Und ich trank unentwegt den verordneten Tee,
    Der, wie Weihrauch, nach Kirche schmeckte.

    Zum Kaffee um vier erschien Tante Lou
    Und von nebenan Frau Professor.
    Sie sprachen dem Napfkuchen ordentlich zu
    Und wußten alles viel besser.

    Und versäumte das „Klassische Altertum“
    Und die Verben bis Seite dreißig.
    Ich dachte mir: Gott, sind Erwachsene dumm!
    War faul und gurgelte fleißig.

    Sooft ich mehr Bücher hatte als Zeit,
    – Es klappte fast automatisch –
    War die „kleine Angina“ auftrittsbereit.
    Heut nennt man das „psychosomatisch“.

    Als ich noch im Halswehalter war.
    Das ist hundert Jahr her, mein Lieber.
    Und das Halsweh ist fort. Doch das „Alter“, wie’s scheint,
    Ist noch immer nicht restlos vorüber.

    Liebe Grüße und gute Besserung!

    Mamuschka

  4. ich hoffe die nase trieft nicht mehr so stark und ihr könnt wieder längere spaziergänge machen. falls nicht, wünsche ich baldige besserung!
    herzlichen gruß,
    mano


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