Verfasst von: dietauschlade | 11 März 2017

nebenbei berlin [2o9]

…eine apotheke entsorgt und mir fallen drei zitate ein:

Heute setzt sich ein neuer Typ des Fachmannes für angewandte Medizinwissenschaft durch: er befaßt sich zunehmend eher mit Fällen als mit Personen; er befaßt sich mit den Störungen eines Falls, nicht mit den Beschwerden des einzelnen Menschen; er wahrt eher die Interessen der Gesellschaft als die des Individuums. (Ivan Illich: ‹Schöpferische Arbeitslosigkeit oder Die Grenzen der Vermarktung› in: Fortschrittsmythen)

Klar: Diagnose, Prognose, Therapie, es wird beinhart aufgeklärt, aber wirklich miteinander gesprochen wird nicht. Dabei könnte man allein dadurch helfen, dass man mit den Menschen spricht, zu Gedanken animiert oder nach Ängsten und Wünschen fragt. Dann wäre der Kranke wieder am Prozess beteiligt, dann wäre er aus dieser Statik befreit, die einem die Krankheit aufzwingen versucht. (Christoph Schlingensief: So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein.)

[A]uf der [Intensivstation weiß man nichts] von den Einsichten der neueren Medizin, von der heilenden Kraft der Gedanken, die man in dem Kranken wecken müßte, und wo gerade das fehlt, was der Heilende dem Leidenden entgegenbringen müßte: Einfühlung, Ehrfurcht. (Christa Wolf: Rede, daß ich dich sehe.)

 

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Responses

  1. „oooh Christoph Schlingsie“…wie unser damals 3 jähriger sagte…und auch ein großes Ooooh von mir….wie wahr. Und man kann nicht früh genug damit anfangen, mit dem Sprechen und nachfragen. Zum gesundbleiben.Einen lieben Samstagsgruß, Taija

    • Ja, das stimmt. Ich freue mich sehr, dass ich bei Dir mal wieder über den Begriff ‚Salutogenese‘ gestolpert bin. Im Studium hatte ich mal dazu ein Buch gefunden, mich aber nicht intensiv damit beschäftigt. Vor ein paar Monaten dachte ich nochmal daran & dass ich mich in die Thematik gerne mal (wieder) reinlesen möchte…
      Herzliche Grüße! Mirjam

      • Schön, dass wir uns gegenseitig inspirieren :-)
        Salutogenese ist sehr spannend, denn so allumfassend und aif verschiedenen Ebenen. Gesundheit als Kohärenz. Und in Resonanz :-)….

  2. so passend die zitate. kürzlich wieder beim arzt stellte ich fest, dass er nur auf seinen pc sah und mir nicht in die augen.
    lieben gruß
    mano


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