Verfasst von: dietauschlade | 12 April 2017

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Das Ziel aller Einrichtungszeitschriftenträume ist kein heiteres, wildes Leben, sonder Entspannung, Schlaf und Abschottung. […] Hier geht es trotz riesenhafter Küchentische, die wie Monumente einer unerfüllten Sehnsucht den Raum versperren, nicht mehr darum, Gäste einzuladen und gemeinsam zu feiern, sondern um ungestörten, quastenumbaumelten Schlaf. Gibt es eine einzige Einrichtungszeitschrift, in der man fünfzehn Menschen an einem verwüsteten Tisch, auf Sofas und in Küchen feiern sieht? Eben. Die Einrichtungsgegenstände und Dekorationsideen erzählen von der Überforderung des Bewohners: Das Haus ist eine Wellnesslandschaft für den burnoutgeplagten, weil überarbeiteten Immobilienbesitzer, eine Comfort Zone, in der alles auf Erholung, Abschottung und Trost ausgerichtet ist – und vergessen lässt, dass das Haus, der Stress und die Kosten, die es produziert, selbst ja einer der Erschöpfungsgründe ist. (Niklas Maak: Wohnkomplex. Warum wir andere Häuser brauchen.)

der zwölfte tag des vierten monats war wuselig und chaotisch und wild und voll und überraschend und laut und lustig und alles in allem wunderbar. denn heute habe ich

º (ebenso wie der liebste und der augustjunge) den wecker überhört und bin viel später als geplant aufgestanden. während der liebste ein bananenbrot für den augustjungen schmierte, habe ich diesen gewickelt und angezogen [1].
º mich sehr darüber gefreut, dass der belle-sœur und ihrem liebsten (die für einige tage bei uns weilten) dies nicht passiert war und die beiden bereits den frühstückstisch gedeckt hatten [9].
º noch während des verspäteten frühstücks den gar nicht mehr so kleinen nachbarsjungen begrüßt, auf den wir für ein paar stunden aufpassten, und ihm ein tellerchen mit apfelschnitzen und mandeln bereitgestellt [5].
º mehrmals den augustjungen ins tuch genommen und (mal mehr mal weniger erfolgreich) in den schlaf gewippt [3].
º die kartoffel-thymian-suppe, die der liebste spontan kochte, mit sechs weiteren großen und kleinen menschen um unseren esstisch herum genossen [1o] und danach leider die belle-sœur und ihren liebsten verabschiedet.
º nach dem mittagessen noch einen tee mit dem liebsten und der pankowfreundin getrunken [8] während der augustjunge schlief und der gar nicht mehr so kleine nachbarsjunge spielte.
º als aller besuch am späteren nachmittag weg war, die wohnung aufgeräumt, gespült [11], saubere wäsche zusammengelegt und dreckige wäsche gewaschen [7].
º den liebsten und den augustjungen beim spielen beobachtet [4] (und beim plappern zugehört).
º osterpost [6] von franziska geöffnet (♥lichen dank).
º für künftige vogelbeobachtungen ein überraschungsgeschenk vom liebsten überreicht bekommen [12] und direkt in gebrauch genommen (in den verregneten büschen und bäumen war zwar kein federvieh zu entdecken, doch just als ich durch das fernglas auf den balkon blickte, landete dort eine taube, die ich gründlich inspizieren konnte).
º das schwarze heft des augustjungen [2] und nun auch diesen blog mit den neusten beobachtungen und entwicklungen gefüllt. und nun – gute nacht!

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Responses

  1. *♥lichenDANKfürdieunterhaltsameLektüremitfröhlichemGRUßdazustell*

  2. Ein aufregender und schöner, erfüllter Tag. Und der Text zu Anfang ist ja Klasse! Lieben Gruß Ghislana

  3. ich bin gespannt, was du demnächst noch alles mit dem fernglas beobachen wirst. ich bin meist zu langsam damit – gestern sah ich einen ganz besonderen vogel in meisengröße auf dem nachbargrundstück. leider war er verschwunden, als ich endlich das fernglas in der hand hielt… aber dank des guten bestimmungsbuches entdeckte ich ihn dort als schwarzkehlchen!
    viel freude damit und weiter so gute tage am küchentisch! das zitat ist wirklich so zutreffend und erinnert mich daran, dass ich wohnzeitschriften, wohnbücher und diese lifestylewohnblogs nicht mehr ansehen mag. meine sammlung an büchern löse ich -bis auf lieblingsexemplare – gerade auf…
    liebe grüße
    mano

  4. Das Zitat erinnert mich daran, dass ich mir wieder mehr Leben in der Bude wünsche, auf die wilden Tage!

  5. Glückwunsch zu diesem Tag!
    Und Dank für die schöne Zitatesammlung, die mir aus dem Herzen spricht.
    (All die armen Hüllenbewohner.)
    Es lebe das Besucherchaos.
    Herzliche Osterdienstagsgrüße von
    Lisa

  6. […] diesen kleinen geschöpfen genauere aufmerksamkeit zu widmen und nun bei jeder gelegenheit mit dem fernglas zu beobachten. (in diesem monat: spatzen, amseln, nebelkrähen, kohl-, blau- sowie eine sumpf- oder […]


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