Verfasst von: dietauschlade | 16 April 2017

…genügt ihr.

7 sonntage. 7 mal ballast abwerfen.

Denn was will ich heit machen mit den Geld? Brauch‘ ja nix, weil a Mensch, welcher nix brauch‘, hat alles. Weil zeit meines Lebens hab‘ ich mir das so eingericht, daß ich immer bissel weniger brauch‘, als ich zu Verfiegung hab‘, und so kommt das, daß ich immer was zuviel besitze. Umgekehrt wie die Leit hier. Brauchen immer bissel mehr wie sie haben, und davon kommt das, daß sie immer zu wenig besitzen und nich zufrieden sein könn. (Janosch: Sacharin im Salat)

Gemessen an Luxus und Bequemlichkeit lebten die Weisen immer einfach und ärmlicher als die Armen. Den alten Philosophen in China, Indien, Persien und Griechenland kam niemand an äußerer Armut und innerem Reichtum gleich. (H.D. Thoreau: Walden oder Leben in den Wäldern)

Ich komme immer mehr davon ab, Dinge zu besitzen, nicht wegen einer politischen Richtung, wie etwa der Ideologie von Henry George, sondern einfach aus praktischen Gründen. Besitz wird immer mehr zu einer Belastung und Verschwendung wird daher obsolet. (Richard Buckminster Fuller: Bedienungsanleitung für das Raumschiff Erde)

Der Mensch brauchte ein Dach über dem Kopf, der Mensch brauchte Brot, der Mensch brauchte etwas zum Anziehen, doch alles, was darüber hinaus ging, war überflüssig. (Shulamit Lapid: Lokalausgabe)

Wahrhaftig, je mehr ihr von solchem Trödel habt, desto ärmer seid ihr. (…) Es ist fast so, als würde dieser ganze Plunder einem Mann an den Gürtel gehängt und er könnte nicht durch das rauhe Land ziehen, (…) ohne dies alles mitzuschleppen – seine eigene Falle. (…) Ist es verwunderlich, daß der Mensch seine Beweglichkeit verloren hat? (H.D. Thoreau: Walden oder Leben in den Wäldern)

Schon vom bloßen Augenschein hätte man also von Hrdlak sagen können: Alles, was ihm gehört, trägt er bei sich. Er – Hrdlak – steht hier mit leeren Händen am Rande der Ewigkeit. (Janosch: Von dem Glück, Hrdlak gekannt zu haben)

Wo sie auch wohnt, wohnt sie alleyn
Hat nur sich selbst, nicht Schrank noch Schreyn,
Ihr ganzer Schatz sich selbst zu seyn
Genügt ihr.
(William Cowper: Die Schnecke)

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Responses

  1. So gute Texte… Hach, und Thoreau liebe ich, seit er mir in einem Seminar vor bald 10 Jahren über den Weg lief. Lieben Gruß Ghislana


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