Verfasst von: dietauschlade | 21 April 2017

beobachtungen während einer zugfahrt…

…von berlin nach waren (müritz)

° der weiß-hellgrün leuchtende birkenhain vor wolkig-blauem frühlingshimmel.
° ein verwitterter bahnübergang mit treppengerüst. die stufen fehlen schon lange.
° lila tupfen am bahndamm. primeln? vergißmeinnicht? (zu schnell fuhr der zug.)
° hellgrün schimmern die heidelbeerpflanzen durch das dickicht des kiefernwaldes.
° zwischen den gleisen des rangierbahnhofs sprießt ein meer gelber blumen.
° mitten auf einer wiese ein hochsitz. doch nicht auf stelzen sondern auf rädern.
° eine schwarz-weiß gescheckte kuhherde, die mittagspause macht.
(später noch eine schwarze rinderherde.)
° an einer wäscheleine hängen einsam hemd und hose.
° über einem feld fliegt – nur wenige meter hoch – ein greifvogel.
° eine alte bahnlampe ist umgekippt und hängt nun in der astgabel eines baumes.
(ob sie des nachts in die fenster der vorbeifahrenden züge leuchtet?)
° ein weißer blumenteppich überzieht das unterholz eines buchenwäldchens.
° braunrot und dunkelgrün die fichten. davor die munteren farben der birken.
° das dunkelrote schiffchen mit den weißen holzbalken, das an einem havelpier vor anker liegt. (kurz darauf das bahnhofsgebäude von fürstenberg. in gleichen farben.)
° über der schneise (für stromleitungen durch den wald) kreisen zwei greifvögel.
° drei holzkähne. im schatten der bäume am rande eines waldsees festgemacht. (ganz schwach lässt sich bei einem noch erkennen, dass er mal hellblau gestrichen.)
° eine ente fliegt über eine wiese. drei blicke weiter ein watender graureiher.
° unzählige pfützen auf einer wiese zeugen von einem (vielen?!) regenschauer.
° tiefe reifenspuren im sandweg. bis dieser (und somit auch die spuren) plötzlich endet.
° die dunkelgrüne holzbank vor der kleinen grauen felsenkirche.

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Responses

  1. Liebe Mirjam,

    …deine Beobachtungen lehren mich ‚ganz neu‘ Zug zu fahren.
    Also nicht gleich Buch und die Teekanne herauszuholen, sondern hinauszuschauen…

    …und schnell bin ich -nicht nur auf dieser Strecke-
    in längst vergangenen Zeiten
    .
    – abgeblätterte Schriftzüge an der Hauswand erzählen von einem gutgehenden Einzelhandelsgeschäft
    – halbverfallene Bahnhöfe -in denen noch vereinzelt Gardinen an den Fenstern der Bahnhofsgaststätten hängen- zeugen davon, dass sich Menschen hier Geschichten aus der nahen Umgebung und der weiten Ferne erzählten
    – vereinzelte Stellwerke erinnern an die lebenswichtige Aufgabe der Weichenwärter.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Stellwerk

    Danke!

    Liebe Grüße
    Mamuschka

    • Liebste Mamuschka,
      herzlichen Dank für Deine Beobachtungen! Ja, so schnell können Reisen in andere Dimensionen ‚abdriften‘ :o)

      Gruß und Kuß
      Mirjam

      PS Die Teekanne würde ich trotzdem schon herausholen. Mit einem warmen Tee (und zweiten oder dritten Frühstück ;o)) in Hand und Bauch lässt es sich noch viel gemütlicher schauen :o)

      • ja das stimmt und das genießen wir ja auch sehr.

        Nachdenklich stimmte mich der Absatz über das ‚Essen unterwegs‘ Seite 21
        in dem Buch: „Berlinreise“ von Hanns-Josef Ortheil, da dachte ich so bei mir…
        … wenn man ohne Essen reist, erlebt man alles viel intensiver: Gespräche, Eindrücke, Erlebnisse und auch das ‚aus dem Fenster schauen’…

        Herzliche Grüße aus der Ferne
        die Mamuschka die gerade von einer Zugreise -ohne Essen- zurückkam.


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