Verfasst von: dietauschlade | 9 Juni 2017

karten statt kommentare

Matjev blieb noch lange sitzen; er hatte keine Lust zum Schlafen, und als er mit der letzten Seite fertig war, holte er aus der Truhe einen Bleistift und schrieb auf das Buch: »Selbiges Buch habe ich, Matjev Terechov, gelesen und finde es von allen von mir gelesenen Büchern als das beste, worüber ich dem Unteroffizier der Gendarmerie-Verwaltung der Eisenbahnen, Kuma Nikoleev Žukov meine Anerkennung darbringe, als dem Besitzer selbigen unschätzbaren Buches.« Derartige Aufschriften auf fremden Büchern zu machen hielt er für eine selbstverständliche Pflicht der Höflichkeit. (Anton Čechov: Der Mord)

so wie manch andere tagaus, tagein ihre zeitung lesen, stöbere ich fast täglich und sehr gerne in blogs. nicht immer, aber ab und zu, hinterlasse ich dann einen kommentar, ein zitat und/oder einen gruß. doch seit ich vor ein paar wochen den alten laptop des liebsten übernommen habe, werden meine kommentare (bei einem bestimmten bloganbieter) nicht mehr angenommen. weder mit der schreibmaschine geschriebene oder mit der presse gedruckte. weder mit wasserfarben noch mit ölkreiden gemalte. weder als tonaufnahmen festgehaltene noch mit brieftauben gesendete nachrichten kamen bei den empfänger*innen an. und so habe ich es wie früher gemacht und auf die gute alte post zurückgegriffen. karten statt kommentare. (eine der extra angefertigten postkarten habe ich noch übrig. falls jemand von ihnen – auch ohne blog oder mit funktionierender kommentarfunktion – diese gerne demnächst im briefkasten vorfinden würde, hinterlassen sie einfach bis heute abend einen kommentar. gegebenenfalls wird gelost.)

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Responses

  1. Derartige Aufschriften auf ,auf solcheart fleißigste gestalteten Postkarten, halte ich für eine ausgesprochene Freundlichkeit.
    :-D
    Lieben Lisagruß!

  2. Das ist eine nette Idee. Und gute Vorbereitung für die Zeit, wenn das Internet nicht mehr funktioniert….

    • …ich habe auch noch mein gutes altes Adressbuch, in dem auch werte Bloggerkolleg*innen notiert sind – für alle Fälle!

  3. So vielen herzlichen Dank für die nette Karte mit Urtümlichem und mit dem kleinen Findus. Eine schöne Mischung. Die mir gerade so ins Konzept passt. Hab mich sehr gefreut und werde die Idee mal aufnehmen. Gute Idee ! LG Gitta

    • Sehr gerne!

    • Oh, dann hat diese Karte aber lange gebraucht. Tja, für die Post sind wohl mehrere hundert Kilometer manchmal einfacher zu bewältigen als mehrere hundert Meter. Tsss.

      Sehr gerne :o)

  4. Anton Čechov: Eine alte Schreibweise und so anrührend geschrieben. Vielen Dank für das Zitat. Was würde wohl passieren wenn man diese ‚Pflicht der Höflichkeit‘ nachahmen würde?

    Der Schrat brachte eben die Post herein und da lag obenauf deine Karte. Die Nummer 3! Wie schön!!!

    Beim Betrachten der Karte denke ich über den Weg vom Erstellen bis zum Versenden nach…

    – Stempel hergestellt mit der Aufschrift: ‚Karte statt Kommentare“
    – Allerlei Pappen gesammelt
    – Schwarz-Weiße Motive aus Büchern ausgeschnitten
    – Ein bemaltes Peterssonbuch für 10 Cent erworben
    – Motive daraus, mit Kutter, sorgfälltig ausgeschnitten
    – Collagen geklebt
    – Tinte aufgefüllt
    – Persönliche Grüße verfasst
    – Beim Postamt geduldig in der Schlange gewartet und nach schönen nassklebenden Briefmarken gefragt
    – zwischenzeitlich:
    den zum wiederholten Male, auf den Balkon entwischten, Augustjungen eingefangen, ihn gestillt, gefüttert gebadet, geherzt, ihm vorgelesen und gesungen…

    Welch wertvolles Kleinod diese Karte!
    Ich freue mich sehr!

    Das war mein Kommentar statt Karte!

    Liebe Mamuschkagrüße

    • Ach Mamuschka, wie Du die Arbeitsschritte alle vollständig aufgelistet hast. Du! (Allerdings habe ich zum Ausschneiden lediglich ein Schere benutzt. Und der Füller war zum Glück noch gefüllt. Aber nach den schönen nassklebenden Briefmarken habe ich tatsächlich gefragt – und als sie mir sagten, dass die mit den Gänsen erst ab dem nächsten Tag verkauft werden dürfen … bin ich am nächsten Tag nochmal hingegangen :o))
      Gruß und Kuß und danke für den Kommentar!

  5. oh ja, ich empfinde sie auch als kleinod, das ich sehr schätze. so liebevoll gestaltete werke nehme ich immer so gern in empfang. vielen dank, liebe mirjam, dass du an mich gedacht hast!
    herzliche grüße und einen wunderschönen sommer mit dem krabbelnden augustjungen! so groß ist er nun schon!
    mano

    • sehr gerne!
      ja, groß ist er tatsächlich. und schwer. aber immer noch sehr süß ;o)

  6. Sehr schön, gibt ja noch andere Wege. Und ich sende auch gen ein Kärtchen zurück ;-)

    • Sehr gerne. Dann sollst Du die letzte Karte bekommen! Würdest Du mir grad noch Deine Adresse mailen?

      • oh, da freu ich mich! Schau mal in deinen Tauschladenbriefkasten, da findest du gleich meine Adresse. Liebe Grüße, Ina.

  7. Und heute lag die Karte bei mir im Briefkasten! Vielen lieben Dank dafür!

    Andreas

  8. …gerade erst gesehen und für eine ganz fabelhafte Idee gehalten!!!
    Mach ich auch manchmal und selbige bekommen ist auch fein;o)!

    Liebe Grüße
    j.

    • :o) Danke.
      (Nun ist die letzte Karte leider schon weg – aber vielleicht ja beim nächsten Mal…)

      Liebe Grüße!


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