Verfasst von: dietauschlade | 2 Juli 2017

im museum auf burg stargard

In dieser Beschreibung [von Otto Friedrich Bollnow, 1963] aus dem 2o. Jahrhundert offenbart sich ein grundlegender Wandel der Erwartung an das Wohnen. Das Haus als Rückzugsraum aus dem Arbeitsalltag und als Insel des Friedens zu definierenm wurde erst möglich, nachdem die Funktionstrennung von Arbeits- und Schlafplatz vollzogen war – und das Arbeiten als etwas Entfremdetes definiert wurde, von dem man sich zu erholen und getröstet zu werden hatte. Ein Bauer oder ein Schreiner, der seine Werkstatt in einem Haus hatte, wo Wohnen und Arbeiten ineinander übergingen und auch keine Ladenschlusszeiten galten, dürfte Probleme mit dieser bürgerlichen Sicht auf Arbeit und Wohnen haben; das Arbeiten war für ihn Teil des Wohnens im althochdeutschen Sinn des Wortes ab wuan, was nicht nur »da bleiben«, sondern auch »zufrieden sein« heißt. (Niklas Maak: Wohnkomplex. Warum wir andere Häuser brauchen.)

sollten sie in mirow verweilen und lust auf einen tagesausflug haben, dann fahren sie doch einfach zur burg stargard (im gleichnamigen ort). holen sie sich am besten ein kombiticket, so dass sie nicht nur die burg und den turm besichtigen, sondern auch dem museum einen besuch abstatten können. dort gibt es allerlei alte werkzeuge, möbel und haushaltsgegenstände zu bewundern. in einem rundgang über zwei etagen (der gerade die richtige länge hat), können sie sich über alte handwerke, das leben in früheren zeiten und über deutschlands nördlichstes weingebiet informieren. (und falls sie auch einen kleinen, krabbelnden menschen dabei haben, kann es sein, dass sie außerdem hier und da unter manch absperrung hindurchkriechen und ihr kind zurückholen müssen.)

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Responses

  1. Ein viertel Werbeschild und schon kommen Erinnerungen an Oma hoch: „Du bist ja Urbin!“

    Ja, die Trennung von Wohnen, Arbeit, Beziehung zu Kunden ist für den, der das hatte, ein Auseinanderreißen. Aber auch in früheren Zeiten hatten nicht alle das Privileg, etwas eigenes zu haben und dort zu arbeiten.
    Allerdings sind in der heutigen Zeit die Entfernung zum Arbeitsplatz und auch
    der (meist nicht vorhandenen) Beziehung zwischen „Hersteller“ und Käufer enorm. Und wenn ich etwas herstelle und weiß nicht für wen, trägt das natürlich nicht zur Zufriedenheit bei.

  2. Immer wieder schön : Deine fein gewählten Zitate und die schönen Fotos, zusammen mit den liebevollen Erzählungen über Beobachtungen und Erlebnissen. Das ist so nett, wie Du das machst. Hab vielen Dank für Deine zweite Collagenkarte — Überaschung und Inspiration zugleich. LG Gitta

  3. […] sie einen blick von oben auf das stargarder land werfen möchten, können sie im anschluss an ihren museumsbesuch einfach den burghof [4;5] überqueren (einen abstecher in die wunderschöne schlichte kapelle [8] […]


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