Verfasst von: dietauschlade | 19 September 2017

12von12

„Ich schlepp‘ mich ins Bett, die Füße schwer wie Blei.“

…sang reinhard mey vor vielen jahren und genauso ging es mir vor einer woche. denn eigentlich wollte ich abends den bericht mit den zwölf bildern vom zwölften des monats schreiben, aber dann bin ich sehr früh und sehr müde ins bett gefallen. jetzt nach dem sortieren aller gemachter bilder, verwundert mich das auch nur wenig, denn…

…der tag beginnt bereits um 5 uhr mit einem (um diese zeit) ungewöhnlich wachen augustjungen, der nach dem stillen einfach nicht mehr einschlafen und lieber ein wenig im schlafzimmer rumkruschen möchte [9]. also stehe ich auch irgendwann auf, wickle das putzmuntere kind und mache mich im badezimmer fertig (und freue mich über meinen neuen alten ring [1], den ich vor vielen jahren in paris kaufte und den mir die liebste schwägerin neulich reparieren ließ). in der küche koche ich mir einen kaffee und schmiere mir ein paar stullen [7] für meinen allerersten ‹richtigen› schultag (in der vergangenen woche fand bei uns an der schule eine vorbereitungswoche – ohne fachunterricht – statt), während der liebste und der augustjunge im wohnzimmer schon bücher lesen und bauklötze bauen. um kurz vor sieben verabschiede ich mich von den beiden und radle in richtung sbahnhof. dort winke ich dem mond [12] zu, der hoch über dem bahnhofsdach am morgenhimmel steht, und genieße dann knapp vierzig minuten fahr- und somit auch lesezeit. in der schule schnapp ich mir meine bereits letzte woche vorbereiteten materialien und unterrichte sechs schulstunden langen in neuen und alten klassen. dazwischen habe ich noch hausaufsicht und promeniere dabei durch unseren schönen altbau [11]. nach der letzten stunde fahre ich nach hause und freue mich sehr, den liebsten und den augustjungen wiederzusehen. während ersterer sich direkt daran macht, das essen zu kochen, bin ich mit letzterem in der wohnung und dem balkon unterwegs – es müssen schubladen begutachtet [6] und tannenzapfen sortiert [4] werden. dazwischen pflücke ich ein paar frische kräuter für den gemüse-nudel-eintopf und lege noch einen schwung wäsche zusammen [2]. nach dem nachmittagessen schläft der augustjunge eine runde und der liebste und ich nutzen die zeit für eine kaffeepause [3] (samt leckerer nussecken, die uns die frau schwiegermama letztens per post zukommen ließ) und ein paar minuten mittagsschlaf [8]. danach gehe ich mit dem augustjungen noch ein wenig durch pankow spazieren, entdecke immer mehr herbstzeichen [1o] und bringe ein paar dinge, die ich in letzter zeit aussortiert habe, an dem verschenkeregal hier im kiez vorbei. wieder zu hause beginnt so langsam das abend- und ins-bett-bring-programm. trotz (oder wegen?!) des frühen aufstehens schläft der augustjunge überhaupt nicht gut ein, so dass ich (die füße schwer wie blei) irgendwann im bett verschwinde, während der augustjunge noch eine halbe stunde mit dem liebsten im wohnzimmer spielt. dann stille ich ihn nochmal und gemeinsam schlafen wir ein. herrliche neun stunden bis zum nächsten morgen.

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Responses

  1. tannenzapfensortieren mach ich auch bald wieder ;-)! aber erstmal ist blätterrascheln und -pressen an der reihe. ich finde, dein augustjunge hat jetzt ein tolles alter. alles wird untersucht, alles ist aufregend. schubladen auf und zumachen und sie zu untersuchen ist eh viel spannender als jedes spielzeug.
    liebe grüße
    mano

    • ja, das alter ist großartig. den lieben langen tag ist er am entdecken und sortieren und helfen und beobachten. es ist eine wonne, ihm zuzusehen! :o)

  2. Liebe Mirjam,
    immer, wenn ich deine Nachlese zum 12ten lese, denke ich daran, wie achtlos ich die 12ten verstreichen lasse…
    Wie wertvoll ist mir da dein Fotographieren und Notieren!

    Seit gestern Abend bin ich wieder zu Hause und habe auch einen „Augustjungen“. Er kam heute mit seiner großen Schwester.
    Den ganzen Tag heißt es:….“Oma, was machst du?“ „Oma komm!“
    Das Singen gefällt den Beiden besonders gut. Nun schlafen sie und ich tu es ihnen gleich.
    Gute Nacht, ihr Lieben in der großen Stadt!
    Schlaft gut!

    Herzliche Mamuschkagrüße

    • spät kommt meine antwort – doch vielleicht rechtzeitig, um dich an den zwölften (übermorgen) des oktobers zu erinnern?! wie schön, dass die beiden kleinen so eine tolle zeit bei euch hatten. und wie schön, dass du auch den augustjungen so verlässlich in den schlaf singen konntest!

  3. Oh ja, ich kann mich gut erinnern. Erst in der Nachlese wird einem bewusst, wie voll die Tage waren. Gerade mit kleinen Kindern. Es ist gut, sich das bewusst zu machen und zu geniessen. LG Gitta

    • ja, die tage sind tatsächlich voll. man kommt nicht mehr zu so viel. aber wenn man dazu kommt, ist es gut und schön. und tatsächlich erlebe ich die einzelnen augenblicke und tagesabschnitte noch viel bewusster als früher. (die anstrengenden aber auch die wunderbaren ;o))


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