Verfasst von: dietauschlade | 12 Dezember 2017

12von12

Die güldene Sonne, bringt Leben und Wonne, | vorbei ist die Nacht. | Ich kriech aus den Decken, gieß Wasser ins Becken, | dann Frühstück gemacht. || Ich atme die Kühle. Wie wohl ich mich fühle! | Der Duft von Kaffee. | Ich lasse mir schmecken die leckeren Wecken | mit Apfelgelee. || Wie oft lag am Morgen ein Berg voller Sorgen | wie Blei auf der Brust. | Nichts wollte gelingen. Mir fehlte zum Singen | und leben die Lust. || Hab tränenverschwommen kein Licht wahrgenommen, | doch die Sonne stand da. | Gott ließ aus den Pfützen die Strahlen aufblitzen | und war mir ganz nah. || Ach wenn ich doch sähe das Licht in der Nähe | jeden Augenblick. | So steh ich mitunter wie blind vor dem Wunder, | dem täglichen Glück. || Die güldene Sonne bringt leben und Wonne. | Ich bin übern Berg. | Nun will ich beginnen mit hellwachen Sinnen | mein heutiges Werk. (Gerhard Schöne: Die güldene Sonne)

durch die fahrplanumstellung der berliner verkehrsbetriebe beginnt der zwölfte tag des monats noch ein paar minuten früher als sonst. da der augustjunge heute nicht zeitgleich mit mir aufwacht, sondern noch neben dem liebsten weiter schläft, kann ich in ruhe in meine klamotten und die warmen puschen [7] schlüpfen, mir einen kaffee kochen, eine kerze anzünden, den adventskalender lesen und eine liste mit den fehlenden weihnachtsgeschenken erstellen [3]. zehn minuten früher als sonst muss ich aus dem haus. ich verabschiede mich von dem kleinen und dem großen mann (die zwischenzeitlich aufgewacht sind) und fahre mit meinem rad zum sBahnhof. die neue sBahn fährt nicht nur zehn minuten früher, sondern ist zu meinem leidwesen auch wesentlich voller. glücklicherweise ergattere ich einen sitzplatz und kann in meinem buch weiterlesen [6]. nach der anschließenden fahrt mit der straßenbahn komme ich bei meiner arbeitsstelle an und der schultag nimmt seinen lauf. mit den kleinsten unternehme ich eine kleine reise zu einer der bekanntesten brücken im nachbarland [5], von einer mittleren schülerin erhalte ich ein leckeres stück kuchen anlässlich ihres geburtstages [8] und mit einer älteren schülerin führe ich ein gutes und klärendes gespräch (das mir im vorfeld wie blei auf der brust lag). in der mittagspause habe ich aufsicht und genieße dabei die stulle [4], die der liebste mir am abend vorher geschmiert hat. nach sechs stunden unterricht steht noch eine sitzung an, bevor ich endlich meine siebensachen packen und zur tram eilen kann (die eile ist allerdings nicht nötig; ich stehe sogar noch ein paar minuten im kalten nieselregen [2]). auf dem weg zum ostkreuz entdecke ich einen laden, in dem winzige tannenbäume im topf [9] verkauft werden. ich mache ein photo und schicke es dem liebsten – vielleicht wäre eines der bäumchen ja der richtige weihnachtsbaum für uns. zuhause angekommen begrüße ich den liebsten, der (mit dem schlafenden augustjungen auf dem bauch) auf dem sofa liegt. als dieser aufwacht, stille ich ihn und dann entzünden wir zwei kerzen am adventskranz [11], trinken kaffee und essen selbstgebackenen stollen von der schwiegermama. anschließend spiele ich ein wenig mit dem augustjungen (der u.a. versucht, mit meinem fahrradschlüssel den küchenschrank aufzuschließen [1]), während der liebste in der küche das abendessen kocht [12]. wir genießen die hirse-curry-pilze-gemüse-pfanne, spielen noch eine runde mit dem augustjungen (der heute leider gar nicht so zeitig wie sonst müde ist) und räumen ein wenig auf. gegen acht bringt der liebste den jüngsten menschen der familie ins bett und ich telefoniere noch eine runde mit der sommertante; wir plaudern über den alltag, den winter, weihnachten und irland [1o]. dann gibt es für den liebsten und mich die letzte tasse kaffee des tages und ich setze mich an diesen eintrag. (und nun: gute nacht!)

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Responses

  1. Ein 12. der bei mir Inspirationskreise hinterlässt. So mag ich das Anfangszitat, das Buch von Paul Hawken kommt unbedingt auf meine Leseliste und das keltische Buch liegt hier bereits seit längerem ;-)….Gerhard Schönes Bergwanderung schenkt Licht, und die Weise, wie Du durch Deinen Alltag wanderst ebenso. Liebe Grüße, Taija

  2. ach, ein schönes Bild diese ‚Inspirationskreise‘.
    (Allerdings lese ich gerade gar nicht das Buch von Paul Hawken – dessen Buch allerdings auch sehr sehr spannend klingt – , sondern das von Margrit Kennedy…). Herzliche Grüße zurück! Mirjam


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