Verfasst von: dietauschlade | 31 März 2017

märzFreuden

Und hier war sie nun und hatte sich kopfüber in den Frühling gestürzt. So herrlich war er um sie herum, ja, auch sie selber war ganz erfüllt von seiner Herrlichkeit, und sie schrie wie ein Vogel, laut und gellend, bis sie es Birk erklären mußte. »Ich muß einen Frühlingsschrei schreien, sonst zerspringe ich. Hör doch! Du hörst doch wohl den Frühling!« Eine Weile standen sie schweigend da und lauschten dem Zwitschern und Rauschen, dem Brausen und Singen und Plätschern in ihrem Wald. Alle Bäume und alle Wasser und alle grünen Büsche waren voller Leben, von überall her erscholl das starke, wilde Lied des Frühlings. »Hier stehe ich und spüre, wie der Winter aus mir herausrinnt«, sagte Ronja. »Bald bin ich so leicht, daß ich fliegen kann.«
(Astrid Lindgren:Ronja Räubertochter)

in diesem monat haben wir endlich den frühling begrüßt. der augustjunge (der gerade mit großer begeisterung seine stimme ausprobiert) mit entzückenden frühlingsschreien. der liebste mit picknicken, die er für unsere spaziergänge durch pankow und den schlosspark packte [7]. und ich mit den ersten arbeiten für den bzw auf dem balkon (äste sammeln für die pflanzkisten [9], balkonfugen, pflanztöpfe und -kisten reinigen und befüllen [2], samen säen und setzlinge pickieren [4]). außerdem haben wir die ersten zarten blättchen an der balkonbirke [5], die blüten an bäumen und büschen [8] und bei freunden im nachbarbezirk einen neuen, winzigen erdenbürger [6] begrüßt. ich habe endlich wieder l’amie bei tee und vietnamesischen spezialitäten [1] und einen freund aus meiner fsj-zeit (der mich mit einem selbstgemachten windlicht für den balkon erfreute [14] – aus einem alten schlossbalken sowie einer ehemaligen essigflasche gemacht) in berlin begrüßen und umarmen dürfen. und nicht zuletzt freute ich mich heute morgen sehr auf die begrüßung mit der unbekannten nachbarin vor der galerie am amalienpark und unser gemeinsames treffen ‹mit› einer alten bekannten [3;1o;11;12;13;15]

Verfasst von: dietauschlade | 29 März 2017

nebenbei berlin [213]

Später tranken sie einen sehr starken Tee und aßen Obst und Datteln dazu, weil der Tee im Magen ein Bett brauchte. Den Tee ließen sie in sich eingehen, bis sie die Sonne flimmern sahen. Wie die Vögel sangen! »Es gibt Freunde, mit denen kann man keinen Tee trinken. Du bist einer von den ganz wenigen, mit denen ich Tee trinke, Balle.«
(Janosch: Von dem Glück, Hrdlak gekannt zu haben.)

Verfasst von: dietauschlade | 28 März 2017

nebenbei berlin [212]

Vlad sah mich verständnislos an. »Nur so? Nichts nur so! Leben ist Kunst! Machst du nur so: Nichts!« Er stellte die Bierflasche neben seinen Stuhl und richtete sich im Sitzen auf. »Nichts nur so!«, rief er verärgert. »Machst du Liebe – nur so? Trinkst du Schnaps – nur so? Lebst du – nur so? Bist du verloren! Bist du – nur so!« Er machte eine wegwerfende Geste und lehnte sich wieder zurück.
(Toni Mahoni: Alles wird gut, und zwar morgen!)

Verfasst von: dietauschlade | 26 März 2017

einen moment bitte… [1]


«Ein Moment sind drei Augenblicke.»
…stellte das kind von frau augengeblicktes weise fest. 


drei augenblicke im schlosspark.
der liebste beobachtet mit dem augustjungen
die enten, die in der panke schwimmen.

Verfasst von: dietauschlade | 25 März 2017

nebenbei berlin [211]

ins
gespräch vertieft
mit ihrem kumpanen
(der von der straßenecke
gegenüber)

Verfasst von: dietauschlade | 25 März 2017

nebenbei berlin [21o]

als
ich letzthin
durch berlins mitte
spazierte, entdeckte ich eine
katze

Verfasst von: dietauschlade | 14 März 2017

12von12

Es war noch früh, als ich aufstand. Sonntags fühlten sich die Morgen anders an, man merkte es gleich. Die Luft hatte eine andere Beschaffenheit, sie war schwerer, und alles erschien dadurch ein wenig verzögert. Selbst vertraute Geräusche klangen anders. Gedämpfter und zugleich eindringlicher. Sicher lag das am fehlenden Autolärm, vielleicht auch am fehlenden Kohlenmonoxid in der Luft. Vielleicht lag es auch nur daran, dass man sonntags auf Lüfte und Leute achtete, worauf man alltags nicht eine Sekunde seiner Zeit vergeudete. Aber das glaubte ich eigentlich nicht, denn selbst in den Ferien fühlten sich die Sonntage so an. (Katharina Hagena: der Geschmack von Apfelkernen)

auch in diesem monat kommen die 12 photos vom 12ten tag des monats mit etwas verspätung (aber von herzen). der tag beginnt sehr früh dank eines (nach dem notwendig gewordenen wickeln) putzmunteren kindes; doch das hereinfließende licht der aufgehenden sonne [5] und das vogelkonzert, das mir beim lüften entgegen weht, versöhnen mich mit dieser ungewohnten uhrzeit. nachdem wir beide angezogen sind, gibt es wasser für meine setzlinge [9], einen kaffee für mich und ein bananenbrot [7] für den augustjungen. gerne hätte ich mich dann wie gewohnt an meine schwarzen hefte gesetzt, doch stattdessen ärgere ich mich mit meinem tragbaren telefon herum, das sich weigert neue photos aufzunehmen, da die speicherkarte voll ist. als das problem behoben ist, gucken wir (zum ersten von vielen malen an diesem tag) das derzeitige lieblingsbuch an [1]. da der augustjunge irgendwann müde wird, beschließe ich, schon etwas früher als geplant zum gottesdienst aufzubrechen. ich nehme ihn ins tuch und spaziere gemütlich durch das sonntagsruhige pankow, lausche dem zwitschern der vögel (einen eichelhäher habe ich inmitten der vogelschar entdeckt), erfreue mich an den ersten grünen tupfen im gebüsch [11] und steige irgendwann in den bus gen wedding. an der gemeinde befreie ich (wie an jedem fastensonntag) die schnecke im schaukasten von einem weiteren überflüssigen gepäckstück [1o]. dem gottesdienst folge ich teils im gottesdienst- teils im krabbelraum [12]. als wir nach hause kommen, gibt es für den augustjungen gedämpftes wurzelgemüse (welches der liebste vorgekocht hatte) [2] und für mich anschließend die reste (in der pfanne mit einem spiegelei gebraten). danach räume ich die küche auf und gehe immer mal wieder ins wohnzimmer um vorzulesen [1], um das unter sesseln, tischen oder stühlen eingeklemmte kind zu befreien oder um ein wenig mit ihm zu ‹konversieren›. da wir beide irgendwann ziemlich müde sind, machen wir es uns auf dem sofa bequem [4] und schlafen so lange, bis der liebste von seinem konferenzwochenende zurückkommt. wir trinken einen kaffee [3] und dann bereite ich eine mangold-steckrüben-karotten-quiche [8] vor. da genügeng teig übrig bleibt und ich am sonnabend zufälligerweise noch ein paar zitrusfrüchte gekauft hatte, schiebe ich anschließend noch eine limetten-zitronen-tarte [6] in den ofen, mit der wir den langen tag ausklingen lassen.

Verfasst von: dietauschlade | 11 März 2017

nebenbei berlin [2o9]

…eine apotheke entsorgt und mir fallen drei zitate ein:

Heute setzt sich ein neuer Typ des Fachmannes für angewandte Medizinwissenschaft durch: er befaßt sich zunehmend eher mit Fällen als mit Personen; er befaßt sich mit den Störungen eines Falls, nicht mit den Beschwerden des einzelnen Menschen; er wahrt eher die Interessen der Gesellschaft als die des Individuums. (Ivan Illich: ‹Schöpferische Arbeitslosigkeit oder Die Grenzen der Vermarktung› in: Fortschrittsmythen)

Klar: Diagnose, Prognose, Therapie, es wird beinhart aufgeklärt, aber wirklich miteinander gesprochen wird nicht. Dabei könnte man allein dadurch helfen, dass man mit den Menschen spricht, zu Gedanken animiert oder nach Ängsten und Wünschen fragt. Dann wäre der Kranke wieder am Prozess beteiligt, dann wäre er aus dieser Statik befreit, die einem die Krankheit aufzwingen versucht. (Christoph Schlingensief: So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein.)

[A]uf der [Intensivstation weiß man nichts] von den Einsichten der neueren Medizin, von der heilenden Kraft der Gedanken, die man in dem Kranken wecken müßte, und wo gerade das fehlt, was der Heilende dem Leidenden entgegenbringen müßte: Einfühlung, Ehrfurcht. (Christa Wolf: Rede, daß ich dich sehe.)

 

Verfasst von: dietauschlade | 10 März 2017

frühlingserwachen.


Das Schöne am Frühling ist, dass er immer dann kommt, wenn man ihn am dringendsten braucht.
(Jean Paul)

ich weiß nicht, ob es die wärmeren temperaturen der letzten woche waren, das dringende bedürfnis nach frühling oder ob der liebste an dem morgen ebenfalls die biene vor dem fenster gesehen und beschlossen hatte, diesen tag zu feiern. auf jeden fall war es eine fabelhafte idee von ihm, kaffee zu kochen und in die thermoskanne zu füllen, honigbrote zu schmieren, den augustjungen warm einzupacken, den kinderwagen mal wieder rauszukramen und ein kleines picknick im park zu veranstalten. während einer selig schlummerte, genossen zwei kaffee und kuchen, lauschten den vögeln beim zwitschern und einem specht bei seinem höhlenbau, redeten über gott und die welt, beobachteten parkbesucher und flugzeuge und entdeckten auf dem rückweg eine ameisenstraße.

Verfasst von: dietauschlade | 28 Februar 2017

februarFreuden

februarfreuden_beige

Ich möchte so gern mit allen Monaten befreundet sein. Das gelingt mir auch fast.
Nur dieser eine, der Februar, treibt mich jedes Mal beinahe zur Verzweiflung.
(Doris Bewernitz: Wo die Seele aufblüht. Warum ein Garten glücklich macht.)

februarfreuden_blau

diese gedanken über den zweiten monat des jahres kann ich so gut nachvollziehen. dennoch haben sich ein paar bunte freuden (zwar nicht chronologisch doch photographisch geordnet) in den grauen februar gemischt. die letzte puddingschnecke, die ich in dem kleinen lädchen um die ecke ergattern kann und die dann auch noch in der letzten tüte des bündels landet. die lustige geburtstagsfeier, zu der wir zu dritt einmal quer durch die stadt fahren und auf dem rückweg lustige kritzeleien an bauwänden entdecken. der besuch des dichterbruders, mit dem wir mit pancakes und den ein oder anderen spieleabend genießen. der liebste, der wäscheberge sortiert und dabei fröhlich vom augustjungen beobachtet wird. die vielen papierstreifen, die allesamt zu sternen wurden und nun plötzlich ein großes, leeres glas zurücklassen. der augustjunge, der immer öfter außerhalb seiner decke anzutreffen ist und fleißig durch die wohnung kullert. die interessante ausstellung [7;9], die ich mit der gar nicht mehr so unbekannten nachbarin besuche. die vielen morgende, an denen ich meine schwarzen hefte füllen kann (und der augustjunge sich mit seinem beschäftigt). die ersten milden tage, die wir auf dem balkon verbringen können; s-bahnen beobachtend und dem frühlingszwitschern der vögel lauschend. die ersten krokusse am straßenrand. der leuchtend grüne baum auf dem spaziergang in der sonne. die ersten schneeglöckchen in den schrebergärtchen. das spontane eis im park. und das neu erworbene keimgerät, welches uns bereits im februar einen ersten geschmack auf den frühling bescherte.

februarfreuden_gruen

Verfasst von: dietauschlade | 17 Februar 2017

nebenbei berlin [2o8]

 

ferkelchen

mein reizender blog- und pankownachbar, herr ackerbau, veranstaltet heute ein berlin-quiz. da ich letzthin überlegte, worum es sich wohl bei obigem objekt handelt, steuere ich einfach eine frage bei.

ist das…
a) ein einzementiertes ferkelchen?
b) eine steckdose für elektrofahrräder?
c) ein wegweiser zum nächsten kirschbaum?
d) ein halter für geburtstagskerzen? (herzlichen glückwunsch, lieber andreas!)

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