Verfasst von: dietauschlade | 5 Dezember 2017

weltbodentag.

Das Paradies, in dem Adam und Eva lebten, war nicht zufällig ein Garten: der Garten Eden mit seiner Überfülle an Pflanzen und Bäumen, Blüten und Früchten, Schmetterlingen und Vögeln und allem, was da kreucht und fleucht. […] Der oberirdischen Überfülle des Garten Edens entspricht die noch viel größere unterirdische: Am Anfang war wohl nicht das Wort, sondern der Mutterboden. Oder MutterErde. (Ute Scheub & Stefan Schwarzer: Die Humusrevolution)

Antike Dichtung und Sage lassen wenigstens vermuten, daß der Ackerbau der einst eine heilige Kunst war. Wir aber gehen ihr nach in unziemlicher Hast und Unbedachtheit. Wir wollen nichts als große Farmen und reiche Ernten. Wir haben kein Fest, keine Prozession oder heilige Handlung, mit denen der Bauer das Gefühl der Heiligkeit seines Berufes ausdrückt oder sich an seinen religiösen Ursprung erinnert. (H.D. Thoreau: Walden oder Leben in den Wäldern)

Nelly Sachs lesend, frage ich mich: Müßten wir nicht damit anfangen, eine Liste der verlorenen Wörter anzulegen, so wie Naturforscher Listen der aussterbenden Arten angelegt haben, die täglich länger werden? Und ist es abwegig, zu vermuten, daß die sterbenden Wörter etwas mit den ausgestorbenen Tieren und Pflanzen zu tun haben? Weil wir geduldet haben, daß ein Wort wir »Ehrfurcht« uns fremd geworden ist, ausgesondert, überflüssig, peinlich, bleibt eine Gefühlsstelle in uns taub, wenn wir Mitlebendes ausmerzen. (Christa Wolf: Der Worte Adernetz. Essays und Reden)

Ehrfurcht, dieselben Vokale wie in Sehnsucht oder Schwermut. Oder Demut.
(Andreas Maier und Christine Büchner: Bullau. Versuch über Natur)

zum heutigen weltbodentag habe ich ein kleines daumenkino erstellt, in dem asseln, erdläufer, käfer, larven, milben, saftkugler, steinläufer und regenwürmer ihrer wege gehen. je ein original filmblatt befindet sich in einem adventskalender doch das gesamte daumenkino können sie hier herunterladen (seite1 und seite2). dann ausdrucken, die filmbilder zerschneiden, ordnen, ggfs. mit deckblättern versehen und (mit zwirn oder klammern) zusammenheften. film ab! und sich am gewimmel erfreuen.

ps noch eine info für alle empfänger*innen des diesjährigen adventskalenders mir ist bei der erstellung des inhaltsverzeichnisses leider ein fehler unterlaufen und ich habe (dann auch beim befüllen der schächtelchen) die beiträge 12 und 13 vertauscht. wenn ihr also am 12.12. das untere schächtelchen öffnet, lest an diesem tag doch bitte den zweiten beitrag. und den ersten hebt ihr euch (mitsamt des korrekt beschrifteten türchens auf der rückseite der schachtel) für den 13.12. (santa lucia) auf. danke!

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Verfasst von: dietauschlade | 4 Dezember 2017

novemberFreuden [2]

Glück ist eine Erfahrung der Freude und des Genießens, die wir mit anderen teilen können. Sie zeigt sich in den verschiedensten Situationen, auch am Arbeitsplatz oder im politischen Alltag. Aber Glück ist kein Ziel des persälnlichen oder kollektiven Lebens. Wird das öffentliche Glück per Gesetzt oder Vorschriften angestrebt, so führt das oft zu Strafen und Gefängnis. Wird das persönliche Glück angestrebt, vermischt sich das mit Egoismus. Es geht vielmehr darum, in der Welt zu sein und in ihr tätig zu sein, mit diesem oder jenem Ziel im Auge, aber dem Glück immer die Gelegenheit zu geben, sich zu zeigen und uns zu berühren. (Luisa Muraro: Nicht alles lässt sich lehren)

im november hat sich das glück zu manch einer gelegenheit gezeigt. [1] als ich manos wunderbare karte aus dem briefkasten. [2] als ich eine ganze schüssel voller letzter grüner tomaten ernten, abkochen und zu meherern gläsern chutney verarbeiten konnte. [3] als ich mit der mamuschka und dem augustjungen nur eine kurze runde im prenzlauer berg drehen wollte und daraus ein abwechslungsreicher samstag wurde (an dem wir einem fahrradfahrer bei dem transport eines kinderbettes halfen, bei freunden einen adventskalender abgaben und im gegenzug mit kaffee bewirtet wurden, in zwei secondhand-läden zwei genau richtige röcke und in einem blumenladen eine auswahl grüner tannenzweige erworben haben, am straßenrand einen alten hocker gefunden haben und – trotz schwerer beladung – fidel und munter blieben). [4;16] als ich im balkongärtchen immer wieder salat- und gewürzblätter als stullenbelag sowie eine schüssel voller borretsch für leckeres frisches pesto ernten konnte. [5] als ich auf dem einen lehrerpult eine postkarte mit dieser briefmarke entdeckte, die mich direkt in meine kindheit versetzte: dieses motiv landete regelmäßig in unserem briefkasten auf den briefen und grüßen meiner tante, die mit ihrer familie in tansania wohnte.

[6;15;17] als wir mit unserer freundin, deren oktoberjungen und unserem augustjungen durch die felder im breisgau liefen, erzählten, von einer spaziergängerin ein zwei duftenden lavendel geschenkt bekamen, hunde, pferde und den mond grüßten sowie walnüsse vom boden auflasen. [7] als ich an einem sonnigen nachmittag den pfirsichkern in die erde steckte; in der hoffnung irgendwann einmal berliner pfirsiche ernten zu können. [8;14] als ich die beiden zitrusbäumchen vom balkongärtchen nach drinnen holte, so dass sie nicht erfrieren, und nur kurze zeit später am (in der mitte) kahlen zitronenbaum die ersten neuen blättchen entdecke. [9] als ich – beim blick aus dem garten der bodenseefreunde – das urige häuschen entdecke. [1o;11;18] als die mamuschka mit dem erworbenen und geschleppten tannengrüne zwei wunderschöne kränze für uns bindet. den kleineren werde ich vor dem hause von christa wolf niederlegen, der andere wird zu unserem adventskranz. [12;19] der spaziergang durch die felder, die rund um das örtchen nahe des bodensees liegen. dabei entdecke ich nicht nur grünkohl und wirsing, sondern auch einen formschönen weißkohl. [13] als ich (inspiriert von gittas strickarbeit, die sich wiederrum von mme ulma anregen ließ) ganz schnell und einfach das wickeljäckchen aus herrn ackerbaus wollgeschenk gestrickt habe, welches den augustjungen nicht nur wärmt, sondern ihm auch ein formschönes bäuchlein zaubert. [2o] als ich (während der liebste bei einer konferenz und der augustjunge im bett weilten) mit der mamuschka abends am esstisch saß, und wir tee, geröstetes brot mit käse und die gemeinsame zeit genossen.

Verfasst von: dietauschlade | 3 Dezember 2017

novemberFreuden [1]

Er führte mich in eines dieser kleinen Restaurants, in denen die Tische so dicht zusammenstehen, daß die Gespräche sich vermischen. Man verliert schnell den Faden, und es kann einem passieren, mit dem Leben des Tischnachbarn zur Linken nach Hause zu gehen.
(Erik Orsenna: Gabriel II oder Was kostet die Welt)

als wir nach dem ersten langen novemberwochenende ganz im süden von deutschland (in der nähe von freiburg und später nahe radolfzell) gen berlin fuhren, haben wir nicht das leben unserer freunde mitgenommen. auch hat die mamuschka ihr alltagsleben nicht zurückgelassen, als sie nach dem letzten langen novemberwochenende bei uns nach hause gefahren ist. doch hat manch eine erinnerung und manche freude eine spur hinterlassen. und auch die ein oder andere gepflogenheit hat sich in unseren alltag eingefügt. so leuchtet das leben der freunde und familie immer wieder auch in unserem eigenen auf. doch vielleicht einfach der (bilder)reihe nach.

[1] als wir in radolfzell aus dem zug steigen, liegt da plötzlich der bodensee.
[2] der augustjunge kehrt gemeinsam mit der mamuschka das wohnzimmer.
[3] ‹der herbst legt die vogelnester in den bäumen frei›, sagt die mamuschka. und ich finde das ein ganz herrliches bild und entdecke nun auf meinen wegen fast überall diese kleinen, ästigen behausungen hoch oben unterm himmel.
[4] licht und hilfe war uns die mamuschka während ihres aufenthaltes. ein klein wenig konnten wir in form dieses leuchtglases aus dem weltladen zurückgeben.
[5] mit hingabe schüttet der augustjunge (der aus irgendeinem grund noch/schon seine wintermütze trägt) papierne kreise von einer schüssel in die andere.
[6+7] auf dem nachbargrundstück der bodensee-freunde liegt eine kleine gärtnerei. am samstagmorgen werden wir während kleinerer gartenarbeiten im freundesgarten zu kaffee und gesprächen vor den gemütlichen wohnwagen geladen.
[8+9] in freiburg besuchen wir den mundenhof. dort sehen wir nicht nur affen, erdmännchen, pfaue, kamele und schafe sondern auch rinder in der ferne. und genießen einen längeren spaziergang unter dem herbstenden himmel.
[1o] bei klarem himmel hingegen laufen wir mit unserer fabelhaften gastgeberin und den kindern durch das kleine dörfchen im breisgau und die anliegenden felder.

[11] zur feier ihres besuchs und auf wunsch der mamuschka gibt es windbeutel mit (von ihr selbstgemachter und mitgebrachter) maronencreme-sahne.
[12] ein schüler schenkt mir ein ‹von seiner oma selbstgebackenes› plätzchen. lecker!
[13] zu meiner großen freude bekomme ich den adventskalender in der streichholzschachtel rechtzeitig fertig. (auch wenn das versenden etwas länger dauert).
[14] bei den bodenseefreunden genießen wir den weltbesten streusel-apfel-kuchen. (der schmeckt auch mit zwetschen ganz vorzüglich – beim besuch davor getestet.)
[15] bei einem spaziergang mit dem augustjungen entdeckt der liebste im geschenkeregal eine riesige tüte voller schrippen. daraus kocht er in den folgenden tagen und wochen mehrere fuhren semmelknödel und rostige ritter.
[16] gemeinsam mit der mamuschka genießen wir einen leckeren pizzaabend.
[17] um sie angemessen zu begrüßen, bringe ich der mamuschka diesen kleinen herbststrauß mit. am ostkreuz sitzt regelmäßig eine alte frau mit zwei taschen voller blumen und zweigen, die sie zu den kleinen sträußchen bindet und verkauft.
[18] bei unseren freiburger freunden wohnt u.a. auch ein kleiner oktoberjunge, mit dem der augustjunge begeistert das haus auf den kopf stellt.
[19] während einer unterrichtsstunde legt ein schüler mit einen brief auf das lehrerpult.
[2o] auch im november kann ich noch das ein oder andere im balkongärtchen ernten. beispielsweise diese knapp 1ocm lange karotte.

Verfasst von: dietauschlade | 1 Dezember 2017

an.denken

 

Liebe Christa Wolf,

heute Morgen habe ich mit der Mamuschka telefoniert. Sie bat mich, den kleinen Kranz, den sie vor ein paar Tagen aus Tannenzweigen gebunden hatte, vor Ihrem Haus abzulegen. Hätte sie mich nicht erinnert – ich hätte heute nicht an Ihren Todestag gedacht. Trotzdem denke ich oft an Sie. Mittlerweile benötige ich keine Zettel mehr, um Sie in meinem Alltag präsent zu halten. Etwa wenn ich Ihre Zitate, die ich mir aus Ihren Büchern in meinen schwarzen Heften notiert habe, in einem Blogartikel integriere. Wenn ich irgendwo in Pankow Ihrem Mann über den Weg laufe. Oder wenn ich, auf dem Weg zum Kiezladen, an Ihrem Haus vorbeikomme. Wenn ich mal wieder eine Ausstellung (vorzugsweise mit der unbekannten Nachbarin) in Ihrer ‹Haus- und Hof-Galerie› besuche. Wenn ich mich ganz bewusst mit anderen Damen auf Ihre Spuren begebe. Wenn ich Bücher von Ihren Zeitgenossen und Gefährt*innen lese. Oder wenn ich mit der Mamuschka erzähle und wir uns gegenseitig immer wieder auf dieses Buch und diese Stelle und diesen Gedanken verweisen. Schön ist das alles!
Ich grüße Sie (sicherlich auch im Namen der Mamuschka) recht herzlich.

Ihre Mirjam

Verfasst von: dietauschlade | 28 November 2017

ode an das kleine oder: kleinode.

Was aber einzig anerkannt wird, das ist der meßbare Output von öffentlichen oder privaten Unternehmen und nicht das, was die Leute aus eigener Kraft und mit Genuß tun oder schaffen könnten. Folglich verwandeln die Gesellschaften sich in gigantische Nullsummenspiele, monolithische Verteilungssysteme, bei denen jeder Gewinn und jeder Genuß des einen ein Verlust und eine Bürde für den anderen ist. Dabei wurden zahllose Infrastrukturen zerstört, in denen die Menschen ihr Leben meisterten, spielten, aßen, Freundschaften schlossen und liebten. (Ivan Illich: ‹Schöpferische Arbeitslosigkeit oder die Grenzen der Vermarktung› in: Fortschrittsmythen)

schon öfters wurde ich gefragt, ob ich nicht lust hätte, die adventskalenderfertigung anzukurbeln und die fertigen produkte zu verkaufen. vor ein paar jahren hatte ich da mal darüber nachgedacht. doch: nein. die freude würde mir vergehen. die ausdauer und auch die muße. ich würde mich unter zwang* fühlen. ich benötige die freiheit, ganz alleine zu entscheiden, wie viel zeit ich (und das lässt sich gewissermaßen wortwörtlich nehmen) in diese schachteln stecke. deswegen sind es in diesem jahr einfach ein paar kalender weniger geworden. trotzdem möchte ich gerne auch hier an dieser stelle einen aktuellen kalender verlosen. und dazu noch drei übrig gebliebene kalender aus den vorjahren (die zum glück kein verfallsdatum haben). falls sie also einen gewinnen möchten, hinterlassen sie einfach bis mittwoch um 18 uhr einen kommentar, ob (und in welchem jahr) sie schon einmal ein adventskalender in der streichholzschachtel hatten. ich würde die gewinner*innen dann ziehen und bestmöglich zuordnen. bonne chance!

*und wie sagte astrid lindgren?!

edit:
«Oui, venez. Nous n’avons pas beaucoup de place chez nous, mais on s’arrangera.» «On s‘arrengera»: ce petit mot extraordinaire, si fréquent et si beau sur les lèvres des pauvres. (Père Ceyrac: Mes racines sont dans le ciel)

meine damen, wenn sie nichts dagegen haben, arrangiere ich die kalender ein wenig, so dass jede von ihnen einen bekommt. vielleicht einen von diesen jahr, vielleicht einen aus den vorjahren. auf jeden fall wird es jeden tag etwas neues zu entdecken geben. senden sie mir doch möglichst schnell ihre adresse (dietauschlade[@]gmx.de). ich versuche die kalender schnellstmöglich abzuschicken.

Verfasst von: dietauschlade | 22 November 2017

12von12

„Ich möchte vier Liter Medusin kaufen“, sagte Pippi. „Was für eine Sorte Medizin?“, fragte der Apotheker ungeduldig. „Ja, es soll möglichst eine sein, die gut gegen Krankheit ist“, sagte Pippi. (Astrid Lindgren: Pippi Langstrumpf)

vor zehn tagen hätten der augustjunge und ich auch solch eine ‹medusin› gebraucht – wir waren nämlich beide angeschlagen und kränkelnd. dennoch habe ich wie gewohnt am 12ten des monats 12 photos gemacht, die ich ihnen zwar mit verspätung aber wieder so gut wie gesund präsentiere (tatsächlich kuriere ich erkältungen nämlich lieber mit ruhe und tee als mit ‹medusin› aus). da ich mich allerdings nicht mehr so gut an den genauen ablauf erinnere, heute einfach mal wieder der (bilder)reihenfolge nach:

1) der augustjunge bekommt im laufe des morgens meistens einen haferbrei mit obst. manchmal bleibt etwas übrig. oder der augustjunge isst lieber unsere brote auf. dann esse ich gerne den (restlichen) brei.
2) ich fülle ein glas mit stofftaschentüchern und stelle dieses auf den esstisch im wohnzimmer. kleine nasen laufen schnell. und viel.
3) draußen graut der november vor sich hin. wie in jedem jahr höre ich in diesem jahr brahms requiem. vor vielen jahren sangen wir das werk mal im hochschulchor. es war eines meiner lieblingsstücke. (vor allem die hier aufgeschlagene stelle.)
4) zur tasse tee gibt es heute eine getoastete scheibe brot mit frischer heidelbeermarmelade, die die mamuschka und der schrat gekocht haben.
5) ich suche ein paar wörter zusammen. später auch unbeabsichtigt…
6) da es bereits ziemlich kalt ist, krame ich meine wollstrumpfhosen hervor. und der augustjunge erkundet neugierig das ‹wollstrumpfhosenverstauungsschränkchen›.
7) der liebste kommt früher von einer konferenz zurück und nimmt den augustjungen mehrfach in die trage. so kann ich auf dem sofa lesen, ausruhen und schlafen.
8) egal ob morgens oder abends, krank oder gesund, sommers wie herbstes – die lieblingsbeschäftigung des augustjungen ist das durchstöbern unserer bücherregale, das herausziehen eines exemplares und das durchblättern des buches.
9) wenn wir (so zwei bis zehn mal am tag) das wohnzimmer aufräumen, wird auch diese muntere tierschar an ihren platz zurückgestellt.
1o) im balkongärtchen entdecke ich noch drei rote tomaten.
11) obwohl die bücher für erwachsene ganz klare favoriten (und – da sie im wohnzimmer stehen – auch einfach zugänglicher) sind, greift der augustjunge ab und zu auf die kinderbücher (die bei uns im flur stehen) zurück.
12) abends kocht der liebste eine kürbislasagne. genau das richtige für so einen tag.

Verfasst von: dietauschlade | 11 November 2017

oktoberFreuden [2]

Flinke Träger springen,
und die Mädchen singen,
alles jubelt froh!
Bunte Bänder schweben
zwischen hohen Reben
auf dem Hut von Stroh.
(Johann Gaudenz von Salis-Seewis)


getragen haben wir in diesem oktober auch viel (meistens den augustjungen). und gesungen. und wir sind sogar gesprungen bzw. haben geschwungen. (nur der hut aus stroh mit den bunten bändern fehlte.) aber sehen sie doch selbst. #klick:

#1 auf dem waldweg zwischen dem haus meiner eltern und dem der schwiegereltern kommt man auch an dieser pittoresken villa vorbei. fast möchte man an die fensterscheiben klopfen und ein paar bunte blätter oder kastanien hineinreichen.
#2/16 zwar haben wir einen kinderwagen, doch der augustjunge lässt sich am liebsten in der trage durch den pfälzer wald befördern. oder er darf selbst schieben.
#3 in der woche, in der der dichterbruder bei uns weilt, kommt an einem tag auch noch der schwager mit den beiden ältesten nichten vorbei. nach einem späten frühstück gehen wir gemeinsam durch den schlosspark, holen uns unterwegs ein eis und bewundern enten, die in der panke schwimmen. währenddessen versuchen die drei männer (fast erfolgreich) drei kinder daran zu hindern in die panke zu springen oder in den matsch zufallen.
#4 auf dem weg zum kiezladen komme ich stets an dem haus von christa wolf vorbei. ich hinterlasse einen stillen gruß und bewundere an diesem tag die vielen pilzfamilien, die zwischen dem gelben laub auf den ersten blick gar nicht zu erkennen sind.
#5/7 auf unseren fahrradtouren durch pankow entdecken wir so manche flecken, die wir noch gar nicht kennen – obwohl wir ja doch schon sechs jahre hier wohnen.
#6 wenn die sonne scheint und einen wärmt, ist es eine reine freude, die wäsche auf dem balkon (mit blick auf die letzten pflanzen und gewächse) aufzuhängen.
#7 im schlosspark entdecke ich herbstzeitlose zwischen den bäumen. schön.
#9 als wir am feierwochenende mit den kindern auf dem spielplatz sind, lese ich diese botschaft und photographiere sie für den liebsten. (für dich ♥)
#1o/11/13/15 auch die belle-sœur und der beau-frère gucken für zwei tage in der alten heimat vorbei. gemeinsam machen wir einen waldspaziergang und entdecken allerlei pilze. (sogar ein rostiger ist für herr ackerbau und frau tonari dabei.)
#12 die mamuschka und der schrat bringen von einer ihrer radtouren riesige walnüsse mit. sie sind etwa doppelt so groß wie die ‹normalen› und schmecken vorzüglich.
#14 an einem der schulmorgen bin ich unglaublich müde und habe das gefühl, bei der aufsicht kaum ein auge offenhalten zu können. wie gut, dass es den kollegen in der schulstation gibt, der mir spontan einen starken sowie wärmenden kaffee kocht und auf meinen rundgang durchs schulgebäude mitgibt.
#17 die sonnenblumenköpfe aus dem elterlichen garten erfreuen die meisen und spatzen in unserem balkongärtchen. immer wieder kommen sie zu besuch; picken hier ein körnchen und dort ein paar übrig gebliebene borretsch- oder koriandersamen.
#18 auf einem der pfälzer spaziergänge entdecken wir diesen verwunschenen weg. schade, dass er (wegen eines zauns) nicht passierbar ist.
#19 an einem sonntag treffen wir uns gemeinsam mit den liebsten pankowfreunden. wir essen gemeinsam zu mittag, spazieren durch pankow, gucken dem gar nicht mehr so kleinen nachbarsjungen beim durchspfützenfahren zu und genießen des liebsten rotweinkuchen mit frischem kaffee.
#2o auf dem waldspaziergang mit der belle-sœur und dem beau-frère schnappt sich eine*r von beiden unsere kamera und nimmt diesen schnappschuss auf, den wir zu hause entdecken. (danke ♥). auf, auf in den november!

Verfasst von: dietauschlade | 10 November 2017

oktoberFreuden [1]

Bunt sind schon die Wälder,
gelb die Stoppelfelder,
und der Herbst beginnt.
Rote Blätter fallen,
graue Nebel wallen,
kühler weht der Wind.
(Johann Gaudenz von Salis-Seewis)

bunt und voll und wunderbar war unser oktober. wir hatten fast durchgehend besuch oder durften selbst gäste sein. in die grau-nebligen tage mischten sich auch herrliche sonnentage, die alles leuchten ließen. doch einfach der (bilder) reihe nach. #klick:

#1/7/11/16: die bäume im schlosspark leuchten in den herrlichsten farben. die wiesen und wege sind mit bunten blättern bedeckt und auf einem mäuerchen in der wolfshagener straße liegen einige sogar zum mitnehmen bereit.
#2 mein cousin und seine frau sind neu nach berlin gezogen. an einem samstagnachmittag kommen sie zum kaffeetrinken vorbei und bringen tulpen mit.
#3/12 anlässlich ihres zweijährigen blogjubiläums (hurra. ♥lichen glückwunsch!) schickt taija eine selbstgestaltete herbstpostkarte quer durch die republik. danke!
#4 die herbstsonne hat noch ein paar wenige tomaten nachreifen lassen.
#5 mit einem geburtstagsfrühstück feiern wir gemeinsam den jubeltag der mamuschka (die uns in der ersten oktober woche gemeinsam mit dem schrat besuchte).
#6/9/10/13 in den letzten tagen des monats weilen wir im südwesten der republik und unternehmen viele, viele raschelnde spaziergänge durch den pfälzer wald. dabei entdecken wir nicht nur einige letzte keschde im laub, sondern auch mistkäfer und zwei nacktschnecken, die eine (farblich passende) pilznahrung verköstigen.
#8 in der monatsmitte kommt der dichterbruder zu besuch. im gepäck hat er nicht nur ein paar gute flaschen wein, sondern auch einen gruß von der mamuschka und dem schrat: einen ganzen beutel voller leckerer frisch gesammelter kastanien.
#14 in dem häuschen meiner eltern lassen sich immer wieder kleine wunderdinge entdecken, die große und kleine menschen erfreuen.
#15 dem augustjungen sind wohl die regentage die liebsten. dann gibt es auf allen straßen und plätzen pfützen zu entdecken und zu beplanschen.

#17 von einer ihrer radtouren in brandenburg haben die mamuschka und der schrat einen kürbis mitgebracht. aus dem kocht der schrat (wie früher das ömchen immer) eine wärmende klunkersuppe.
#18/21/22 wenn an manchen tagen nachmittags die sonne herauskommt, schwingen wir uns auf die räder und radeln durch pankow und umgebung. hier und da machen wir eine kleine dinkelstangenpause.
#19 passend zu seinem frühstücksbrot bereitet der liebste dem augustjungen mundgerechte häppchen zu. ♥
#2o der augustjunge liebt musik (und essen). das merkt man z.b. daran, wenn er (mit einem stück croissant in der hand) im gottesdienst sitzt und zu den liedern wippt.
#23 manche sonntage sind so ruhig und entspannt, dass noch etwas zeit bleibt ein paar seiten zu lesen bevor wir uns auf die räder schwingen und zur gemeinde fahren.
#24 einer der gründe für die reise in die westpfalz ist der 3o. geburtstag der beiden brüder, den sie mit der familie nachfeiern. es gibt sehr leckeres essen, guten wein und es ist ein tolles feierwochenende (mit doppelt so viel leuten, die zur familie gehören, als noch vor 3o jahren…).
#25 eines meiner liebsten herbstschauspiele ist der flug der kraniche gen süden. und – oh! – wie viele kranichschwärme wir in diesem jahr in der pfalz tag und nacht sehen und/oder hören können. das erwärmt mir herz und seele.

 

Verfasst von: dietauschlade | 27 Oktober 2017

nebenbei berlin [223]

Erfolg. Reichtum. Aber kein Glück. Glück du findest in einem kleinen Haus mit Ziege, Hühner und Rüben. Glück du findest mit Freunden und Singen, mit Feuer und Sonne. Mit ehrliche Beruf mit Kollegen.
(Toni Mahoni: Alles wird gut, und zwar morgen!)

Verfasst von: dietauschlade | 25 Oktober 2017

nebenbei berlin [222]

Die Großstadt würde zu einer Geisteshaltung, so Simmels amerikanischer Schüler Robert Park. Um diese Geisteshaltung zu beschreiben, nutzt Simmel Bilder, die sowohl die Erfahrungen des Zugreisens als auch des Kinobesuchs wachrufen: das schnelle Zusammendrängen sich verändernder Bilder, die abrupte Diskontinuität in ein und demselben Augenblick sowie die Plötzlichkeit der pausenlos heranstürmenden Eindrücke. (James Donald: Wo bin ich? Was ist los? Was mache ich hier? in: Delete! Die Entschriftung des öffentlichen Raums.)

…dieses zitat fiel mir ein, als ich morgens auf dem weg zur arbeit in der sBahn saß und dieses schaukelpferd ziemlich  plötzlich und unerwartet in mein blickfeld kam…

Verfasst von: dietauschlade | 18 Oktober 2017

nebenbei berlin [221]

Auf der Suche | nach etwas Schönem wie Schnee | ging ich leer aus | bis es des Wegs zu schneien begann (Elisabeth Borchers)

letzthin war ich gar nicht auf der suche nach schnee. noch nicht mal auf der suche. ich war gerade dabei unseren kompost wegzubringen. da entdeckte ich die schneeflocke. dann noch eine. und noch eine. mitten auf dem bürgersteig. zwischen herbstblättern.

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